„Mensch Putin“ – Porträt über den Präsidenten

doku Die Mainzer beweisen – mitten im Ukraine-Konflikt – ein feines Näschen für ein wichtiges Thema: mit dem 45-Minüter „Mensch Putin – Geheimnisse des russischen Präsidenten“. Der Titel klingt boulevardesker, als es der Film tatsächlich ist. Aber abgesehen von dröhnender Musik ist dem Beitrag von Michael Renz wenig vorzuwerfen. Im Gegenteil: Das Porträt des russischen Präsidenten wartet mit Qualitäten auf.

Renz interpretiert Putins Selbstinszenierungen. Russlands Potentat stellt sich gern als ewig junger Supersportler dar, als asketisches Arbeitstier, aber auch als unwiderstehlicher Liebhaber. Sein Selbstbild – Imponierverhalten trifft Drohgebärde – solle für Kraft, Größe und Attraktivität des ganzen Landes stehen.

Fachleute setzen hinter Putins PR ein Fragezeichen. In der DDR ließ sich der damalige KGB-Agent gehen. Den Drang zur Macht und zur Kontrolle seines Images entwickelte er erst als aufstrebender Politiker in einem verfallenden Land. Das Psychogramm endet mit der Botschaft, Putin verfolge vor allem ein Ziel: seine Macht zu konservieren. Dafür, heißt es, sei er bereit, enorme Risiken in Kauf zu nehmen.

ZDF, 20.15 Uhr