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Melancholie im All - ISS-Kommandant singt Space Oddity von David Bowie

13.05.2013 | 18:37 Uhr
Melancholie im All - ISS-Kommandant singt Space Oddity von David Bowie
"Sitting in a tin can" - Astronaut Chris Hadfield beendet seinen Einsatz auf der ISS mit einem melancholischen Musikvideo.Foto: dpa

Essen.  Seit Mitte März hat der Kanadier Chris Austin Hadfield auf der Raumstation ISS das Kommando inne. In wenigen Tagen wird er abgelöst. Zum Abschied schickte er eine Coverversion von David Bowies Hit "Major Tom" zur Erde - unterlegt mit spektakulären Aufnahmen.

Sonderbares geschieht derzeit im All. Eine Space Oddity könnte man es nennen, so wie David Bowies ersten großen Hit von 1969. Diesen hat der derzeitige Kommandant der Internationalen Raumstation (ISS) Chris Hadfield nun in einer Coversion aufgenommen und zur Erde geschickt. Das bei Youtube veröffentlichte Musikvideo wurde innerhalb von zwei Tagen über eine Million Mal angeschaut.

In überraschend treffsicherer Stimmlage gibt Hadfield eine leicht angepasste Variante das Klassikers zum Besten. Space Oddity handelt von einem Astronauten - Major Tom - der nach dem Start seines Raumschiffs in Schwierigkeiten gerät. Unterstützt wurde Hadfield von Freunden auf der Erde, die die Aufnahmen zusammenschnitten und passend mit Musik unterlegten.

Aufnahmen aus 400 Kilometern Höhe

Noch beeindruckender als die Gesangeskünste des Kanadiers sind allerdings die spektakulären Nachtaufnahmen aus dem Erdorbit, die Hadfield in sein Video eingeflochten hat. Aus dem ISS-Orbit in 400 Kilometern Höhe verdichten sich die eng besiedelten Regionen der Erde zu kleinen Lichtflecken. Die Landmassen ringsum liegen in Dunkelheit.

Auch die Bilder aus dem Inneren der Raumstation entfalten eine ganz eigene Wirkung. Außer Hadfield und seiner Gitarre ist keines der übrigen ISS-Besatzungsmitglieder zu sehen. Die verlassenen Gänge der Station sind gefüllt mit technischen Utensilien und leeren Raumanzügen. Das von Bowie und Hadfield besungene "Hocken in der Blechbüchse" (sitting in a tin can) wird spürbar.

830.000 Fans auf Twitter

Chris Hadfield ist bekannt dafür, häufig in Kontakt zu den auf der Erde verbliebenen zu treten. Auf seinem YouTube-Kanal beantwortet der 53-Jährige regelmäßig Fragen, die nicht im Forschungsprogramm der NASA zu finden sind. So beschreibt er, wie Astronauten im All dringenden Bedürfnissen nachgehen oder weshalb man im Weltraum nicht weinen kann. Das Twitter-Profil des Kanadiers verfolgen über 800.00 Menschen. Nach diesem Video dürften es noch mehr werden.

Friedemann Knoblich



Kommentare
14.05.2013
18:46
Mehr Schein als Sein, mehr Prestige als Nutzen
von WhatDoesItAllMean | #1

Solcher Firlefanz im All belegt eigentlich nur die Meinung des Physikers und Nobelpreisträgers Richard P. Feynman:

„In der Presse war dauernd vom Start und der Rückkehr von Shuttles die Rede, in den wissenschaftlichen Zeitschriften dagegen - und das beunruhigte mich etwas - nie von irgendwelchen Ergebnissen dieser angeblich so wichtigen Experimente zu lesen. So kümmerte ich mich nicht weiter darum.“ (Aus Richard P. Feynman: „Kümmert Sie, was andere Leute denken?“ Neue Abenteuer eines neugierigen Physikers. Teil 2: Mr. Feynman geht nach Washington, um die Challenger-Katastrophe zu untersuchen. Piper 1991)

Mit viel Aufwand flog man zwanzig Jahre zuvor zum Mond, und wußte schon nach wenigen Malen nicht mehr, was man da oben eigentlich soll. So fuhr man aus Mangel an Programm ein paar Kilometer mit einem Mond-Auto und stellte die Flüge schließlich wegen Sinnlosigkeit ein.

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