Mehrere Tote bei Schießereien zwischen Rockern in Texas

Ein Parkplatz als Tatort: Hier lieferten sich mehrere verfeindete Rockergruppen am Sonntag eine Schießerei.
Ein Parkplatz als Tatort: Hier lieferten sich mehrere verfeindete Rockergruppen am Sonntag eine Schießerei.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Gewaltsame Eskalation von Rocker-Rivalitäten in den USA: Bei Kämpfen zwischen verfeindeten Gruppen sind in Texas mindestens neun Menschen gestorben.

Waco.. Bei Kämpfen zwischen Mitgliedern mehrerer rivalisierender Rockergruppen sind im US-Staat Texas mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Nach Medienberichten wurden bei der Auseinandersetzung am Sonntag in der Stadt Waco außerdem mindestens 17 Menschen verletzt, unter anderem durch Schuss- und Stichwunden.

Dem örtlichen TV-Sender KWTX zufolge waren laut Polizei Mitglieder von mindestens fünf Biker-Gangs beteiligt. Rivalitäten zwischen diesen Gruppen habe es seit langem gegeben, am Mittag (Ortszeit) seien sie dann auf dem Parkplatz eines Restaurants eskaliert. Angefangen habe es mit Faustkämpfen, dann seien Füße, Ketten, Knüppel, Messer und schließlich Schusswaffen eingesetzt worden. Alle Toten und Verletzten seien Mitglieder der Rockergruppen.

Kämpfe starteten in einem Restaurant

Der unmittelbare Auslöser der Auseinandersetzung war zunächst unklar. Nach Angaben der Zeitung "Waco-Tribune" starteten die Kämpfe in einem Toilettenraum des Restaurants und griffen dann auf die Bar und den Parkplatz über. Zumindest zwei der Gangs hätten in dem Restaurant versucht, neue Mitglieder zu rekrutieren.

Den Berichten zufolge war die Polizei wegen der Spannungen seit Wochen alarmiert, besonders an Donnerstagabenden, an denen es in dem Restaurant sogenannte "Biker Nights" gibt.

Augenzeugen kauerten sich hinter Autos

Die Rocker hätten den Parkplatz in eine Schießbahn verwandelt, hieß es bei KWTX. Mitglieder der Gruppen hätten aufeinander gefeuert, und auch herbeigeeilte Polizisten hätten geschossen, wurde ein Beamter zitiert. Das Geschehen sei absolut chaotisch gewesen. Danach habe die Polizei auf dem Parkplatz mehr als 100 Waffen sichergestellt.

Ein Augenzeuge gab an, er sei mit seiner Familie nach dem Mittagessen in einem gegenüberliegenden Restaurant auf dem Weg zu seinem geparkten Auto gewesen, als er Schüsse gehört habe. Verletzte seien vom Parkplatz getragen worden. Sie selbst hätten vor ihrem Wagen am Boden gekauert, "das war der einzige Schutz, den wir hatten".

Die Polizei von Waco informierte die Bevölkerung via Facebook über den aktuellen Stand der Dinge - und dankte Bevölkerung und Ladenbesitzern für die Unterstützung. Am Tatort habe sich ein Bild des Grauens geboten, hieß es. "So etwas habe ich in 34 Jahren Polizeiarbeit noch nicht gesehen", schrieb ein Polizist. (dpa)