Mehrere Tote bei Amoklauf in tschechischem Restaurant

Amoklauf in Tschechien: Polizeiabsperrung vor dem Tatort in Uhersky Brod.
Amoklauf in Tschechien: Polizeiabsperrung vor dem Tatort in Uhersky Brod.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Im tschechischen Uhersky Brod hat ein Mann in einem Restaurant um sich geschossen. Es soll acht Tote geben. Der Name des Restaurants: Freundschaft.

Uhersky Brod.. Rund zwei Dutzend Restaurantgäste sitzen bei Bier und Knödeln. Es ist kurz vor halb drei in der südmährischen Kleinstadt Uhersky Brod. Plötzlich stürzt ein Mann mit zwei Pistolen herein, beginnt kopflos um sich zu feuern, wie ein Augenzeuge später im tschechischen Fernsehen berichtet. Sieben Männer und eine Frau sterben am Dienstag der Polizei zufolge auf der Stelle.

Der Besitzer der Gaststätte, Pavel Karlik, zeigt sich erschüttert. "Er kam rein, zog eine kurze Waffe heraus und eröffnete das Feuer", sagt er. Zuerst habe er gedacht, es sei nur eine Gaspistole. "Aber als ich das Blut sah, war alles klar." Das erste Opfer sei die Kellnerin gewesen, sagt ein anderer Augenzeuge im Sender CT. Ein schockierter Rettungsdienst-Mitarbeiter berichtet: Der Schütze habe direkt auf die Köpfe gezielt.

Das Motiv für die Bluttat gibt Rätsel auf. Kurz zuvor rief der Schütze bei einem Privatfernsehsender an. Er soll gesagt haben: "Ich habe mit Leuten Probleme, die keiner löst, also kläre ich das selbst." Er fühle sich schikaniert, die Behörden würden dagegen nichts unternehmen. Man solle ein Fernsehteam nach Uhersky Brod schicken - er habe Waffen und Geiseln. "Er sprach mit leiser Stimme", sagt der Mitarbeiter des Senders, der sofort die Polizei alarmierte.

Familiendrama Gang aufs Klo rettete einem Mann das Leben

Einigen Gästen gelingt in Panik die Flucht. Gaststättenbesitzer Karlik rettet sich mit einigen anderen durch die Hintertür und ruft Polizei und Notarzt. Ein anderer Besucher, Petr Gabriel, war dem Täter noch nichtsahnend auf dem Weg zu der beliebten Bierhalle begegnet. "Ich habe ihn auf dem Weg zum Lokal überholt und bin zunächst aufs WC - das hat mir wohl das Leben gerettet", sagt er.

Ersten Ermittlungen zufolge soll der Todesschütze ein 62-Jähriger ohne Vorstrafen sein. Der Bürgermeister von Uhersky Brod sagt, der Mann habe sich zum Schluss selbst erschossen. Er habe in der Nähe der Gaststätte gelebt und müsse offensichtlich geistesgestört gewesen sein. In dem ruhigen Provinzstädtchen mit gerade einmal 17 000 Einwohnern kann keiner die Tat so richtig begreifen. (dpa)