Mehr als 200 Tote nach Lawinenabgängen in Afghanistan

Immer mehr Tote werden im Lawinengebiet geborgen. Bis jetzt sind es über 200 Todesopfer.
Immer mehr Tote werden im Lawinengebiet geborgen. Bis jetzt sind es über 200 Todesopfer.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Einen Tag nach den Lawinenabgängen in Afghanistan zeichnet sich langsam das Ausmaß der Katastrophe ab - noch immer werden unzählige Menschen vermisst.

Kabul.. Nach mehreren Lawinenabgängen in Afghanistan ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 200 gestiegen. "Mindestens 180 Menschen wurden allein in der Provinz Pandschir getötet", sagte der stellvertretende Direktor der afghanischen Katastrophenschutzbehörde, Mohammad Aslam Sajas, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Die anderen starben in anderen Provinzen." Zahlreiche Menschen würden noch vermisst, hieß es.

Ungewöhnlich starke und andauernde Schneefälle hatten die Lawinenkatastrophe ausgelöst. "Wir haben unsere Rettungskräfte in all die Gebiete entsandt, die von dieser Naturkatastrophe betroffen sind", sagte Sajas.

Zahlreiche Leiche unter Schneemassen vermutet

13 Dörfer in unterschiedlichen Bezirken seien von Lawinen getroffen worden, sagte Mudschib Rahimi, Sprecher des Geschäftsführers der afghanischen Regierung, Abdullah Abdullah. Dieser war in die betroffenen Gebiete gereist, um sich selbst einen Überblick über die Rettungsarbeiten zu verschaffen. "Bewohner haben uns gesagt, dass dies die größte Menge an Schnee war, die sie in den vergangenen 80 Jahren gesehen haben", berichtete Rahimi der dpa telefonisch aus Pandschir. Provinzpolizeichef Abdul Asis Ghairat sagte, es sei womöglich noch mit weiteren Toten zu rechnen, da noch zahlreiche Leichen unter den Schneemassen vermutet würden.

Einige Dorfbewohner klagten, dass die Regierung nicht genügend Hilfe geschickt habe. "Einige Offizielle kamen, um die Rettungsarbeiten zu begutachten, die nur sehr langsam vonstattengehen", sagte Schams Rasee, ein Dorfbewohner aus Basarak. "Ich habe Zweifel, dass wir jetzt noch irgendjemanden lebend finden." Ein Problem seien auch die noch immer verschütteten Straßen, sagte er. Dadurch benötigten Angehörige zum Teil Stunden, um zur Suche nach Verwandten in die verschütteten Siedlungen zu gelangen. Auch die Stromversorgung war in einigen Gebieten unterbrochen. Präsident Aschraf Ghani ordnete an, die Rettungsarbeiten zu beschleunigen und Unterstützung anzubieten. (dpa)