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Massenhafter Brechdurchfall: Landeslabor muss weiter suchen

01.10.2012 | 18:18 Uhr

Erreger verzweifelt gesucht: Nach dem massenhaften Auftreten von Brechdurchfall ist die Ursache weiter unklar. "Das Landeslabor Berlin-Brandenburg hat zahlreiche Lebensmittel und weitere Proben untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen lassen jedoch noch keine Rückschlüsse auf den Erreger zu", sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Verbraucherschutz am Montag.

Berlin (dapd-bln). Erreger verzweifelt gesucht: Nach dem massenhaften Auftreten von Brechdurchfall ist die Ursache weiter unklar. "Das Landeslabor Berlin-Brandenburg hat zahlreiche Lebensmittel und weitere Proben untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen lassen jedoch noch keine Rückschlüsse auf den Erreger zu", sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Verbraucherschutz am Montag. In den nächsten Tagen müssten daher weitere Proben untersucht werden.

Es gelte abzuwarten, um nicht wie im Falle der EHEC-Erkrankungen zu früh Informationen herauszugeben, "die in eine falsche Richtung führen", sagte die Sprecherin. Die Berliner Gesundheitsverwaltung bezifferte die Zahl der gemeldeten Fälle am Montag auf 2.655. Bei den 442 neuen Fällen handele es sich jedoch fast ausschließlich um Nachmeldungen vom Wochenende, sagte eine Sprecherin. Betroffen seien mittlerweile Einrichtungen aus allen Bezirken. Spandau und Neukölln, die zuvor als verschont galten, meldeten jeweils eine Einrichtung mit einer geringen Zahl von Erkrankungen nach.

Kein Essen von Sodexo in Berlin

Bundesweit registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) inzwischen fast 9.000 Fälle. Die Epidemie stellt die Experten vor ein Rätsel. Möglicherweise gebe es verschiedene Ursachen, hieß am Montag bei den Behörden. Während Sachsen die aggressiven Noroviren als "einen Auslöser des aktuellen Geschehens" bezeichnete, hielt sich das RKI in Berlin weiter zurück. Einzelne Erkrankungen seien in Sachsen bereits am 19. September aufgetreten, die meisten anderen aber erst vergangene Woche.

Seit Dienstag waren in weiten Teilen Ostdeutschlands laut RKI etwa 9.000 Menschen an Magen-Darm-Beschwerden erkrankt, meist Kinder und Jugendliche. Unter Verdacht steht möglicherweise verdorbenes Essen in Schul- und Kindertagesstätten, das von dem Caterer Sodexo geliefert wurde.

Berliner Kindertagesstätten und Horte verzichten in dieser Woche darauf, Essen der Rüsselsheimer Firma auszugeben. Das Unternehmen beliefere Einrichtungen in der Hauptstadt am Montag nicht, sagte Sodexo-Sprecher Stephan Dürholt auf dapd-Anfrage. Ein Sprecher der Senatsverwaltung für Bildung sagte, diese Vereinbarung gelte für die gesamte Woche. Das habe der Senat gemeinsam mit dem Unternehmen entschieden.

Mit den Bezirken wurde nach Angaben des Sprechers vereinbart, dass die betroffenen Einrichtungen in dieser Woche für jedes Kind zwei Euro erhielten, um das Mittagessen selbst zuzubereiten oder über einen anderen Caterer beziehen zu können.

dapd

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