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Mann erstickte oder vergiftete seine Familie in Berlin

22.08.2012 | 06:32 Uhr
Mann erstickte oder vergiftete seine Familie in Berlin
In diesem Wohnhaus in Berlin wurden am Dienstagabend vier Leichen gefunden. Ersten Erkenntnissen zufolge hat ein Mann seine Frau, zwei Söhne und anschließend sich selbst getötet.Foto: rtr

Berlin.   Nachdem am Dienstag ein tödliches Familiendrama in Neuss für Schlagzeilen gesorgt hat, sind am Abend in Berlin vier Tote in einer Wohnung entdeckt worden. Die Obduktion konnte noch nicht eindeutig klären, woran die Familie gestorben ist. Ein drittes Kind wurde in einer Babyklappe abgegeben.

Bei einer mutmaßlichen Familientragödie in Berlin sind vier Menschen, darunter zwei Kinder, ums Leben gekommen. Ein Mann habe im nordwestlichen Bezirk Spandau nach bisherigem Kenntnisstand zunächst seine Frau, dann seine beiden Söhne und schließlich sich selbst getötet, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei in der Nacht zum Mittwoch.

Die Obduktion der Leichen nach der Familientragödie in Berlin-Gatow hat noch kein eindeutiges Ergebnis erbracht. Die Mutter und die beiden Kinder seien wahrscheinlich erstickt oder vergiftet worden, sagte am Mittwoch ein Polizeisprecher. Möglich wäre auch eine Verbindung von beidem. Für eine präzise Aussage würden weitere Blutuntersuchungen vorgenommen.

Der Familienvater, der vermutlich seine Frau und die zwei Kinder getötet und sich anschließend das Leben genommen hat, soll sich selbst erstickt haben. Details wollte der Sprecher nicht nennen.

Einjährige Tochter lebt noch

Eines der Kinder sei gerade eingeschult, das zweite noch im Kindergartenalter gewesen. Ein weiteres Kind des bei einem Familiendrama im Berliner Stadtteil Gatow getöteten Paares sei von seinem Vater in einer Babyklappe abgegeben worden, so die Polizei. Den Ermittlern zufolge gab der Mann seine Tochter bereits am Wochenende in der Klinik ab.

Video
Berlin, 22.08.12: Ein einjähriges Mädchen hat das Familiendrama von Berlin-Gatow überlebt. Das Spandauer Waldkrankenhaus bestätigte am Mittwoch, dass das Kleinkind vor einigen Tagen in der Babyklappe der Klinik abgegeben worden sei.

Ein knapp ein Jahr alter Säugling sei am frühen Montagmorgen in der Babyklappe des Evangelischen Waldkrankenhauses Spandau abgelegt worden, bestätigte eine Kliniksprecherin auf Anfrage. "Wir gehen davon aus, dass es sich bei dem Kind um die Tochter der getöteten Frau handelt." Das Mädchen sei in einem guten gesundheitlichen Zustand gewesen. Ärzte hatten sich nach Angaben der Sprecherin sofort um das Kind gekümmert. "In solchen Fällen ist es üblich, dass die Kriminalpolizei und der Krisendienst des zuständigen Jugendamtes informiert wird", fügte sie hinzu. Der Säugling sei noch am Montag in die Obhut eines Kinderheims gegeben worden.

Tatmotiv "wahrscheinlich" Schulden

Die Toten hätten offenbar bereits "ein paar Tage" in der Wohnung gelegen, sagte ein Polizeisprecher. Einzelheiten soll nun die Obduktion klären. Dabei soll auch die Todesursache ermittelt werden. Das grundsätzliche Tatgeschehen sei aber schon rekonstruiert, sagte der Sprecher: "Nach jetzigem Ermittlungstand ist es ein Tötungsdelikt mit anschließendem Suizid." Der 69-Jährige habe einen Abschiedsbrief hinterlassen. Das Tatmotiv seien "wahrscheinlich" Schulden gewesen.

Den Angaben zufolge drang die Feuerwehr am Dienstagabend in das Mehrfamilienhaus ein, nachdem sie von Nachbarn alarmiert worden war. Diese hätten sich Sorgen gemacht, weil in der Wohnung seit Tagen ein Fenster offen gestanden habe und das Auto der Familie nicht bewegt worden sei.

Am Montag waren in einer Wohnung in Neuss die Leichen einer 26-jährigen Frau und ihrer beiden Kinder (vier und acht Jahre) entdeckt worden. Die Polizei fahndet jetzt nach dem 35-jährigen Familienvater . Er wird verdächtigt, Kinder und Ehefrau erschossen zu haben. (dapd/afp)

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