Maggie und die Machos

Hollywood ist eine Kerle-Gesellschaft. War schon immer so, ist so und wird so bleiben. Natürlich gönnt man sich in dieser milliardenschweren Machotruppe aus Filmbossen, Produzenten und Regisseuren ein paar Vorzeigeweibchen jenseits der 35 wie Angelina Jolie (39), die zweistellige Millionengagen schon deshalb braucht, damit all ih-re Kinder was anständiges zum Anziehen haben, die moppernde Cate Blanchett (46) und Meryl Streep (65), die man mit Oscars so lange ruhigstellt, bis sie einfach umkippt.

Aber sonst? Müssen die Damen pflegeleicht, faltenfrei, fettlos sein, wenn sie mitmachen wollen. Renée Zellweger (46, „Bridget Jones“) hat sich vorsichtshalber ein neues Gesicht angeschafft, weil die Angebote ausblieben. Brav, jetzt kam eins. Kelly McGillis (57, „Top Gun“) darf sich für eine Nonnen-Nebenrolle unter Vampiren bedanken, Rene Russo (61, „Lethal Weapon“) durfte noch als Thors Mutti ran, Geena Davis (59, „Thelma & Louise“) tingelt durch TV-Serien, Bridget Fonda (50, „Der Pate III“) lebt, mehr weiß man nicht. Und Maggie Gyllenhaal haben sie gerade von der Besetzungsliste gestrichen: Zu alt. Für eine Bettszene. Mit 37. Der Lover im Film ist 55. 18 Jahre Altersunterschied waren dem Regisseur nicht genug. Hollywood sieht lieber Männern über 50 beim Sex zu als Frauen über 30.

Maggie Gyllenhaal („The Dark Knight“) verriet, sie sei erst traurig darüber gewesen, doch dann habe sie gelacht. Nutzt ihr aber leider nichts. Komik ist für Frauenrollen in Hollywood auch nicht vorgesehen.