Linke Gruppe bekennt sich zu Selbstmordanschlag in Istanbul

Ein Selbstmordanschlag riss in Istanbul einen Polizisten in den Tod.
Ein Selbstmordanschlag riss in Istanbul einen Polizisten in den Tod.
Foto: dpa
Nach einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeiwache in Istanbul am Dienstag hat sich eine linksradikale Untergrundorganisation zur Tat bekannt.

Istanbul.. Eine Selbstmordattentäterin hat im Touristenzentrum Sultanahmet in der Altstadt der türkischen Metropole Istanbul einen Polizisten mit in den Tod gerissen. Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete, der Polizist sei am Dienstagabend an seinen schweren Verletzungen gestorben. Istanbuls Gouverneur Vasip Sahin sagte, ein weiterer Polizist sei bei der Detonation bei der Wache der Touristenpolizei in Sultanahmet leicht verletzt worden.

Sahin sagte weiter, die Attentäterin habe Englisch gesprochen. Sie habe vorgegeben, ihre Geldbörse in der Wache vergessen zu haben, bevor sie sich in die Luft gesprengt habe. Die verbotene, linksradikale Gruppe namens Revolutionäre Volksbefreiungsparteifront (DHKP-C) bekannte sich am Mittwoch zum Attentat.

Gescheiterter Anschlag an Neujahr

Erst am Neujahrstag war ein Anschlag auf den Dolmabahce-Palast in Istanbul gescheitert. Der Angreifer wurde festgenommen. Er hatte zwei Handgranaten auf die Wachposten vor dem Palast geworfen, die nicht detonierten. Der Palast gehört ebenfalls zu den beliebtesten Urlauberzielen in Istanbul, außerdem unterhält Ministerpräsident Ahmet Davutoglu dort ein Büro.

Terror Bereits zu dem Anschlagsversuch hatte sich die verbotene linksextreme Untergrundorganisation DHKP-C bekannt. Die DHKP-C steht in der Türkei, der EU und den USA auf der Terrorliste. Die Gruppe hatte sich unter anderem zu dem Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in Ankara im Februar 2013 bekannt. Damals riss der Attentäter einen Wachmann mit in den Tod.

Sorge vor IS-Anschlägen

In der Türkei herrscht seit längerem Sorge vor möglichen Anschlägen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), deren Territorium sich inzwischen bis zur syrisch-türkischen Grenze erstreckt. Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK hatte in den vergangenen Monaten ebenfalls mit einem Ende des Waffenstillstands gedroht. (dpa/we)