Leukämie-Therapie befreite Patienten vom HI-Virus
20.12.2010 | 18:52 Uhr 2010-12-20T18:52:00+0100
Essen/Berlin. Erst infizierte sich Timothy Ray Brown (39) mit HIV, dann, einige Jahre später, erkrankte er an Leukämie. Es war sein Glück: Die Behandlung mit manipulierten Stammzellen gegen Leukämie befreite ihn auch vom HI-Virus.
Bei ihm schlug das Schicksal gleich zwei Mal heftig zu: Erst infizierte sich Timothy Ray Brown (39) mit HIV, dann, einige Jahre später, erkrankte er an Leukämie. So seltsam es sich anhört – es war sein Glück: Die Behandlung mit manipulierten Stammzellen gegen Leukämie befreite ihn auch vom HI-Virus.
Die Erkenntniss stammen aus dem Jahr 2008, nun aber haben die Wissenschaftler der Berliner Charité die Ergebnisse in der Online-Ausgabe des Fachmagazins „Blood“ vorgestellt.
Knochenmarkspender sollte immun gegen das Aids-Virus sein
Um beide tödlichen Krankheiten gleichzeitig zu bekämpfen, suchten die Ärzte nach einem besonderen Knochenmarkspender. Er sollte gegen das Aids-Virus immun sein. Das ist jedoch nur bei bis zu drei Prozent der Spender der Fall. Prof. Norbert Brockmeyer vom Kompetenznetz HIV/Aids der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Uni Bochum: „Es ist eine hoch spannende Erkenntnis. Bisher hat keiner geglaubt, dass das Virus tatsächlich wieder aus dem Körper entfernt werden kann.“
Trotzdem spricht Brockmeyer vom Präzedenzfall: „Eine Knochenmark-Transplantation ist aufwendig. Und auch mit Gefahren verbunden. Immer noch sterben nicht wenige Patienten in Folge des Eingriffs.“ Es geht anders: Patienten, die heute mit Medikamenten behandelt werden, „können deutlich mehr als dreißig Jahre überleben“.
Seit vielen Jahren werden Stammzelltherapien als Revolution in der Medizin gefeiert. Im Zuge der Behandlung wird nicht das Erbgut einer Zelle künstlich verändert, sondern bereits vorhandene Zellen, eben Stammzellen, „gezüchtet“. Das kranke Knochenmark wird zunächst durch Bestrahlung oder Chemotherapie zerstört. Anschließend werden die Blutstammzellen als Infusion verabreicht. Sie wandern ins Knochenmark und produzieren dort neue, gesunde Blutzellen.
Neue Medikamente entwickeln
Auch wenn es kein Patentrezept ist, sagt Brockmeyer: „Interessant ist zu schauen, welche Faktoren es gibt, dass Menschen in der Lage sind, die Viren zu unterdrücken. Dies bedeutet, dass wir die Immunreaktionen des Patienten genau untersuchen müssen, um Faktoren zu isolieren, die diese Virushemmung auslösen und um diese Faktoren später bei anderen einsetzen zu können.“ Was heiße: neue Medikamente zu entwickeln.
„Wir werden in der Forschung vielleicht ganz neue Wege gehen. Eine Behandlung mit gentechnisch veränderten Stammzellen, die mit Virusteilen beladen sind, könnten gewinnbringende neue Ansätze sein und Abwehrreaktionen gegen HIV auslösen und zur Kontrolle des Virus beitragen.“ Allerdings müsse man auch ganz klar sagen: „Wir werden die HIV-Infektion nicht besiegen, solange kein Impfstoff gefunden ist. Auch die Ausrottung der Pocken wäre ohne einen Impfstoff nicht möglich gewesen.“
08:16
@rauno
Bist wohl ein verwirrter Christ?
07:36
@7 rauno:
Ihre Bemerkung ist strunzdumm. Merken Sie nicht wie peinlich Sie sind?
00:03
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23:11
#3
das ging vorige woche durch die weltpresse. du musst halt nicht nur die blätter der waz lesen.
22:48
#4 Vanagas:
Les ich selten - ist aber auch nicht nicht genug um hier so azufgebläht zu werden.
Im Übrigen - zwei Wochen - sind eine lange Zeit; soll heißen, so gravierend war der hier so eindringlich dargestellte Erfolg wohl doch nicht!
22:15
#3 tarifzumsterben
Doch , stand vor 2 Wochen im STERN .
22:03
... - nur merkwürdig an der Sache ist, daß dieser scheinbare Erfolg offenbar nur hier in derWesten publiziert wird.
Bisher habe ich noch nichts in anderen Medien darüber gelesen, gehört oder gesehen - insoweit ist doch ziemlich viel Skepsis angebracht!
20:41
Würden die reichen Staaten der Welt so viel Geld in die Rettung und Gesunderhaltung von Menschen stecken wie sie wiederum zu deren Vernichtung durch z. B. Krieg oder zur Rettung von maroden banken stecken, dann wäre eine HIV-Infektion heute nur noch gefährlich wie ein leichter Schnupfen.
19:04
... und wieder etwas mehr Hoffnung, ein schönes Weihnachtsgeschenk