Letzte Ruhe im weißen Marmorflügel

Wien..  Am Ende gab es noch einmal Applaus für Udo Jürgens: Als die Urne des Entertainers am Samstagabend auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt wurde, klatschten die rund 50 Freunde und Familienangehörigen lange und intensiv. Es war die letzte Verbeugung – vor dem großen Star, vor dem Vater, dem Ehemann, dem Bruder, dem Weggefährten. Udo Jürgens hat eine höchst passende und würdige letzte Ruhestätte. Seine Asche ruht in einem mächtigen weißen Marmorflügel, der von einem weißen Tuch aus Stein bedeckt ist. Es ist eine Skulptur, die von Jürgens’ Bruder Manfred Bockelmann entworfen und vom österreichischen Bildhauer Hans Muhr geschaffen wurde.

Die Familie hatte sich für einen Abschied im engsten Kreis entschieden. Entsprechend fehlten Prominente aus Show, Musik und Gesellschaft. Die britische Sängerin Shirley Bassey hatte einen Kranz geschickt. Auch rund 200 Fans und Zaungäste hatten sich zu der knapp einstündigen Zeremonie eingefunden.

Die Grabstelle auf einer Raseninsel ziert auch ein Stein mit einem Liedtext des Sängers. „Ihr seid das Notenblatt, das für mich alles war, ich lass’ euch alles – ich lass euch alles da.“ Mit dabei war auch der Musiker, Fahrer und Freund des Stars, Billy Todzo. Er war derjenige, der am 21. Dezember 2014 noch versucht hatte, seinem Chef mit einem Defibrillator das Leben zu retten.

Udo Jürgens war bei einem Spaziergang auf der Schweizer Seite des Bodensees zusammengebrochen und kurz darauf im Krankenhaus verstorben.