Leipzigern droht Prügelstrafe

Singapur..  Hose runter, Augen zu: Als Forhad Mridha in Singapur die Prügelstrafe bekam, waren ihm die Augen verbunden. Darauf müssen sich auch zwei junge Männer aus Leipzig gefasst machen, die in dem strengen südostasiatischen Stadtstaat wegen Vandalismus angeklagt sind. An diesem Mittwoch ist die nächste Anhörung in ihrem Fall.

„An der Prügelstrafe kommen sie nicht vorbei“, sagt ihr Anwalt Christopher Bridges. „Drei Stockschläge sind bei Vandalismus zwingend vorgeschrieben.“

Die beiden 21-Jährigen bestreiten nicht, dass sie am 8. November 2014 in ein U-Bahn-Depot eindrangen und Waggons mit Graffiti besprühten. Sie verhandelten aber um Strafmilderung: Im Gegenzug für ein Schuldeingeständnis hätten sie darum gebeten, dass zwei Anklagepunkte wegen unerlaubten Betretens des Geländes fallen gelassen werden. Das würde die erwartete Haftstrafe um einige Monate reduzieren.

Was Mridha aus Bangladesch schildert, tut schon beim Zuhören fast weh: „Nach den Stockschlägen konnte ich nicht mehr laufen. Zwei Leute haben mich in einen Nebenraum getragen und mir Wasser gegeben. Medikamente gab es nicht. Eine Woche lang hat es höllisch weh getan.“ Mridha bekam im November vier Stockschläge, weil er im Land blieb, obwohl sein Visum abgelaufen war.