Lebenslange Haft für Hammermord an Lebensgefährtin

Weil er seine Partnerin umgebracht hatte, verurteilte das Gericht jetzt einen 26--Jährigen zu lebenslanger Haft.
Weil er seine Partnerin umgebracht hatte, verurteilte das Gericht jetzt einen 26--Jährigen zu lebenslanger Haft.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ein 26-Jähriger ist in Frankfurt zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte seine Partnerin umgebracht - um nicht als Versager dazustehen.

Frankfurt/Main.. Er erschlug seine Lebensgefährtin mit einem Hammer und schnitt ihr anschließend die Pulsadern auf. Dafür ist ein 26-Jähriger vor dem Landgericht Frankfurt zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Richter gingen bei dem Urteilsspruch am Dienstag von Mord aus niedrigen Beweggründen aus.

Die drei Jahre ältere Frau war im Juli vergangenen Jahres in ihrer Wohnung im Frankfurter Stadtteil Nied getötet worden. Bei dem Strafmaß folgte die Schwurgerichtskammer der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger kündigte Revision beim Bundesgerichtshof an. Er hatte auf Totschlag plädiert.

Tötung stand "sittlich auf unterster Stufe"

Nach Auffassung der Richter stand die Tötung der Frau "sittlich auf unterster Stufe". Der Angeklagte habe befürchtet, dass er wegen seiner Lebensgefährtin in seinem Bekanntenkreis als Lügner und Versager dastehen werde und deshalb zu Hammer und Rasiermesser gegriffen. Der Tat waren Auseinandersetzungen um einen geplanten Umzug in eine neue Wohnung vorausgegangen.

Gericht Am Tattag hatte die Frau erfahren, dass ihr Freund nicht das Geld für eine neue Wohnung hatte und auch aus einem von ihm versprochenen Kurzurlaub in Paris nichts werden würde. Sie habe ihm deshalb die Trennung angekündigt. Der Angeklagte habe sich insofern um seine Reputation im Bekanntenkreis gesorgt, sagte der Vorsitzende Richter Klaus Drescher. Eine eingeschränkte Schuldfähigkeit schloss das Gericht aus.

Der 26-Jährige war erst zwei Wochen nach der Tat festgenommen worden und hatte die Tötung bei der Polizei gestanden. In dem seit Mitte Juni laufenden Prozess hatte er keine Angaben gemacht. (dpa)