Lauwarm duschen, viel trinken: So kommen Sie durch die Hitze

Es muss nicht gleich die kalte Dusche sein: Gegen die Hitze hilft auch schon, sich die Unterarme mit Wasser zu benetzen.
Es muss nicht gleich die kalte Dusche sein: Gegen die Hitze hilft auch schon, sich die Unterarme mit Wasser zu benetzen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Der Sommer kommt - und die Temperaturen steigen auch in NRW auf mehr als 30 Grad. Wir geben Ihnen Tipps, um die heißen Tage zu überstehen.

Essen.. Mehr als 30 Grad - jetzt kommt der Sommer, und er kommt mit Macht. Für unseren Körper bedeuten die hohen Temperaturen eine große Belastung. Damit unser Körper kühl bleibt, stellt er seine Blutgefäße weiter. Dadurch sinkt der Blutdruck. Wer ohnehin schon einen niedrigen Blutdruck hat, bekommt deshalb bei sehr hohen Temperaturen schnell Kreislaufbeschwerden. Wir erklären, wie Sie gut durch die heißen Tage kommen.

Morgens...

Die letzte Chance: Reißen Sie noch einmal richtig Fenster, Terrassen- oder Balkontüren auf, um etwas kühlere Luft in die Wohnung zu lassen. Dann heißt es: Hitze aussperren. Fenster und Türen schließen, Jalousien, Rollläden runter. „So kann man die Zimmertemperatur um bis zu 30 Prozent senken“, sagt Janet Simon von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

Wer massive Fußböden hat, kann sich glücklich schätzen. Sie nehmen die Wärme aus der Raumluft. Unterstützen können Sie das, indem Sie lose oder schwere Teppiche an heißen Tagen einrollen.

Zu einem guten Start in den Hitze-Tag gehört auch eine lauwarme Dusche. „Morgens können sie auch eine Wechseldusche mit warmem und kaltem Wasser versuchen“, sagt Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Krankenkasse Barmer GEK.

Beim Frühstück können Sie so viel nicht falsch machen. Brötchen, Brot oder ein Müsli. Nehmen Sie etwas Obst dazu, um den Vitamin- und Mineralstoff-Haushalt des Körpers aufzufrischen: „Bananen sind gut, oder Aprikosen, sie sind Kaliumlieferanten“, sagt Ursula Marschall. Eine Tasse Kaffee, oft bei Hitze verpönt, dürfe es ruhig sein. Danach sollte der Kaffee-Konsum eingeschränkt werden.

Mittags...

„Meiden Sie die Mittagshitze, gehen Sie der prallen Sonne in der Zeit von zwölf bis 16 Uhr aus dem Weg“, empfiehlt der Allgemeinmediziner Peter Fleischhauer. Mit Hitze lebt er täglich: Fleischhauer arbeitet im Ärztehaus in Palma de Mallorca. Sein Tipp: „Wer sich den Luxus erlauben kann, sollte es so halten wie die Spanier: Machen Sie eine Siesta, ruhen Sie sich in einem abgedunkelten Raum aus und sammeln Sie Kraft.“

Eine Brühe oder Suppe sorge für den Nachschub an Salzen, die der Mensch durch das Schwitzen verliert. Ursula Marschall rät: Lieber abends statt mittags warm zu essen. Sie empfiehlt, mittags Obst, Gemüse oder Quark zu essen.

Weil eine Siesta in Deutschland wohl der Ausnahmefall sei, rät Fleischhauer: „Öffnen Sie ein beschattetes Fenster, tanken Sie frische Luft.“ Wer sich draußen aufhält, sollte den Kopf bedecken und auf die Vorboten eines Hitzeschlages achten: „Betroffene sind benommen, desorientiert. Sie klagen über Schwindel oder Kopfschmerzen, das Gesicht ist hochrot.“ Sein Rat: Sofort in den Schatten gehen, die Stirn mit einem feuchten Lappen bedecken.

Und wenn die Hitze schier nicht mehr auszuhalten ist: „Benetzen Sie sich die Unterarme mit kühlem Wasser“, sagt Medizinerin Marschall.

Was Sie an heißen Tagen abends und nachts beachten sollten

Abends...

Die Sonne versinkt, die Hitze wird allmählich erträglicher. Im Beton und Asphalt der Städte indes ist die Glut des Tages gespeichert. „In Spanien“, sagt Mediziner Peter Fleischhauer, „öffnen die Menschen nun Fenster und Türen.“ Haben Rollläden oder Rollos tagsüber die Hitze einigermaßen draußen gehalten, könne das Lüften nun für angenehme Raumtemperaturen sorgen.

Der Körper baut den Hitzestress langsam ab, er entspannt sich, sagt Fleischhauer. Jetzt ist der Körper bereit für eine größere Mahlzeit. „Meiden Sie aber fetthaltige Speisen, der Körper braucht viel Energie, um diese zu verbrennen“, weiß Ursula Marschall. Mediterrane Küche sei optimal. „Wenn Sie unbedingt grillen wollen, legen Sie Fisch oder Gemüse auf den Grill.“

Um dem Körper beim Abbau des Hitzestresses zu helfen, können Sie lauwarm duschen oder ein Fußbad machen. „Trocknen Sie sich nach dem Duschen gar nicht oder nur ein bisschen ab“, sagt Marschall. Wollen Sie Ihrem Kreislauf Gutes tun, trinken Sie wenig Alkohol. Wasser, Schorlen oder Tee aber sollten Sie sehr wohl trinken. Menschen ohne Herz- oder Nierenleiden müssten an heißen Tagen einen Liter mehr trinken als üblich, zwischen 2,5 und 3 Liter. Marschall: „Der Urin sollte stets hellgelb sein.“

Nachts...

Erholsamer, tiefer Schlaf – in tropischen Nächten mit Temperaturen über 20 Grad Celsius wird das schwierig. Optimal für den Schlaf sind normalerweise Temperaturen von 15 bis 18 Grad. „Seien Sie vorsichtig, wenn Sie eine Klimaanlage oder ein mobiles Klimagerät einschalten“, rät Fleischhauer.

Wer den Raum zu stark herunterkühle, könne mit Halsschmerzen und anderen Erkältungssymptomen aufwachen. „Die Schleimhäute reagieren besonders empfindlich, denn die Klimageräte entfeuchten die Luft. Mein Rat: Übertreiben Sie es nicht mit der Kühlung.“ Ursula Marschall empfiehlt: „Auch wenn es verlockend sein mag – lassen Sie den Ventilator nachts nicht laufen.“

Klar ist: Bei diesen Temperaturen sollte ein Laken das warme Federbett ersetzen. Aber: Vorsicht vor Zugluft! Wer nachts die Fenster öffnet, sollte besser nicht im Durchzug liegen. Die Schlafkleidung sollte übrigens Funktionswäsche sein. Das Material transportiert Feuchtigkeit von der Haut nach außen. In Baumwolle hingegen saugt sich der Schweiß fest.

Vor dem Schlafengehen sollten Sie im Übrigen nicht mehr essen. „Wenn Ihr Verdauungssystem beschäftigt ist, schlafen Sie noch schlechter“, sagt Ursula Marschall.