Kulturmanager Schulz wird Staatsopern-Intendant

Neue Ära an der Berliner Staatsoper: Intendant Jürgen Flimm (73) tritt im Jahr 2018 ab und wird dann vom Salzburger Kulturmanager Matthias Schulz (37) abgelöst.

Berlin.. Schulz, zur Zeit Geschäftsführer der Stiftung Mozarteum Salzburg, ist am Mittwoch von Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim als künftiger Flimm-Nachfolger vorgestellt worden.

Die Ernennung sei der Beginn eines Generationenwechsels an der Staatsoper, sagte Müller. Nächste Schritte würden folgen. Dazu sagte Barenboim (72), dessen Vertrag bis 2022 läuft: "Es ist meine Hoffnung, dass Herr Schulz meinen Nachfolger findet - und nicht Herr Flimm, der nur noch drei Jahre bleibt."

Schulz, der Klavier und Volkswirtschaft studierte, soll bereits im März 2016 an der Staatsoper starten und im September 2017 Co-Intendant werden - bis er zu Flimms Abschied im ersten Quartal 2018 dessen Posten dann ganz übernimmt.

In der gemeinsamen Zeit soll er mit Flimm auch den Umzug der Staatsoper vom Schiller Theater in das umgebaute Stammhaus Unter den Linden organisieren. Der Umzug hat sich wegen Baupannen um Jahre verzögert. Die renovierte Staatsoper soll nach dem bisherigen Stand im Oktober 2017 öffnen.

Seit März 2012 ist Schulz kaufmännischer Geschäftsführer und künstlerischer Leiter der Stiftung Mozarteum in Salzburg. Davor arbeitete er unter anderem mit Flimm bei den Salzburger Festspielen und kennt seit der Zeit auch Barenboim. Er leitet auch mit dem Dirigenten Marc Minkowski die Salzburger Mozartwoche.

Mit der neuen Personalie dreht sich das Posten-Karussell an den Berliner Bühnen weiter. Jüngst hatte Müller - unter viel Protest - den Belgier Chris Dercon, derzeit Chef des Museums Tate Modern in London, zum Nachfolger von Frank Castorf an der Volksbühne ernannt. Auch am Berliner Ensemble zeichnet sich das Ende einer Ära ab: 2017 löst der Frankfurter Theater-Chef Oliver Reese dort Claus Peymann ab.

Er wolle das Programm der Staatsoper stärker an aktuelle Themen ausrichten, sagte Schulz zu seinen Plänen. Er sprach von einer "barrierefreien Ästhetik". Das Programm solle sich auch an ein Publikum richten, das der Oper eher fernstehe. Anders als Flimm, der von Haus aus Regisseur ist, wolle er selber nicht inszenieren.