Kopfgeld von 1,5 Millionen auf Ex-BVB-Großaktionär angesetzt
23.05.2012 | 17:09 Uhr 2012-05-23T17:09:00+0200
Essen. Er galt einst als vermeintlicher Retter von Borussia Dortmund. Seit fünf Jahren ist Florian Homm abgetaucht – mit 150 Millionen Euro im Gepäck. Nun ist ein Kopfgeld von 1,5 Millionen auf den Finanzbetrüger ausgesetzt.
Florian Homm ließ sich gerne mit dicken Zigarren ablichten. Seht her, ich habe Erfolg, das wollte der Hedge-Fonds-Manager am liebsten mit jeder Faser seines 2,03 Meter langen Körpers ausdrücken. Wo der 52-Jährige gerade jetzt seine Cohibas pafft, das wüsste vor allem ein Mann gerne: Josef Resch. Denn Josef Resch ist Kopfgeldjäger. Und Florian Homm der Mann, den er um die Welt jagt.
Homm tauchte vor fünf Jahren mit mehr als 150 Millionen Euro unter . Kundengelder von Anlegern. Über Nacht gab er seinen Rücktritt als Chef der Hedge-Fonds-Gesellschaft Absolute Capital Management bekannt und verschwand mit falschem Pass nach Panama. Die Aktie brach um 93 Prozent ein.
Er ist bekannt als der Mann mit der Zigarre
Als Großaktionär und vermeintlichen Retter von Borussia Dortmund haben den Mann aus Oberursel viele in Erinnerung, ehe er versuchte im Verein mitzuregieren. Als Kurskiller beschimpften sie den Finanzjongleur an der Börse, weil er so gerne auf fallende Kurse spekulierte . Es störte ihn nicht, er genoss die Bewunderung anderer Raffkes. Florian Homm, Großneffe des verstorbenen Versandhauskönigs Josef Neckermann, ist der Typ, für den sich selbst Heuschrecken schämen. Aber wo steckt er?
Josef Resch und sein internationales Fahnderteam sollen ihn finden. Im Auftrag von Gläubigern, die anonym bleiben wollen. Der 63-Jährige hat ein Video ins Internet gestellt. Titel: „Die Welt sucht Florian Homm. Mach mit“. Die Botschaft ist simpel und wird mit dem ersten Bild deutlich. Resch hat einen Stapel mit 500-Euro-Bündeln auf seinem Schreibtisch aufgebaut. Insgesamt 1,5 Millionen Euro. Die Belohnung für den Verräter. Es ist das Kopfgeld der Betrogenen. Die hoffen, dass sie Homm eher erwischen als die Justiz, um irgendwie noch an ihr Geld zu kommen. Resch hat sein Gesicht pixeln lassen und spricht mit verfremdeter Stimme, er mag nicht erkannt werden, denn sein Leben ist gefährlich. Man wähnt sich in einem mittelprächtigen Agentenfilm, wenn Resch zur Jagd auf den Anlagebetrüger bläst. Aber Kino ist es nicht.
Erste Reaktionen auf Video-Clip
Erste Reaktionen auf den Video-Clip hat Resch bereits bekommen. Neue Spuren, denen er nachgeht, ein konkreter Hinweis soll aus Südamerika stammen.
Homm hält sich ganz offensichtlich nicht lange an einem Ort auf. In Venezuela war er mehrfach, in Caracas schossen Straßenräuber ihn einmal an beim Versuch seine goldene Rolex zu klauen. Unter verschiedenen Identitäten reiste er durch Europa und Afrika, unter anderem nach Liberia.
Stiftung ins Leben gerufen
Dort hatte er einst eine Stiftung ins Leben gerufen und sich damit den Ehrendoktortitel der Universität Monrovia praktisch erkauft. Einen Diplomatenpass, der ihm Immunität garantiert, erhielt er obendrein. Will er sich dorthin zurückziehen? Nicht ohne Grund ist in Reschs Fragenkatalog im Internet zu lesen, wer Homm in der liberianischen Botschaft in Paris gesehen hat. Sogar über eine Gesichtsoperation wird spekuliert, über ehemalige Mossad-Agenten, die ihn beschützen.
Nicht nur Resch ist hinter Homm her, nicht nur die amerikanische Börsenaufsicht. Auch die US-Drogenpolizei fahndet nach ihm. Sie glaubt, er könne als Finanzberater in die schmutzigen Geschäfte der südamerikanischen Kartelle verwickelt sein.
Josef Resch aber ist zuversichtlich, ihn zu erwischen. Dann soll Homm zahlen oder er wird an die USA ausgeliefert. Die Belohnung werde bei der Suche helfen. Denn: „Viele Hunde sind des Hasen Tod.“

06:24
Man verzeihe die Unsachlichkeit, aber dem Foto nach zu urteilen muss der Herr die Seriösität in Person sein. Dem würde ich meine Pin-Nummer mitsamt Küsschen auf die Wange geben.
14:21
Kopfgeld?? Tot oder lebendig? Oder handelt es sich doch nur um eine Belohnung?
tja, Belohnung würde eher - weniger - gelesen ; :-)