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So können Jugendliche beim Girokonto sparen

17.06.2014 | 15:15 Uhr
So können Jugendliche beim Girokonto sparen
Wer die Angebote der Banken genau vergleicht, kann als Studierender oder Auszubildender von guten Konditionen profitieren.Foto: Getty

Berlin.   Banken lassen sich die frühe Kundenakquise etwas kosten. Schüler, Auszubildende und Studenten können davon bei der Kontosuche profitieren. Verbraucherschützer warnen allerdings vor dem Kleingedruckten und raten dazu, sich nicht ausschließlich von attraktiven Zinssätzen locken zu lassen.

Viele Banken bieten heute spezielle Girokonten für Kinder, Jugendliche, Studenten und Auszubildende an. Die Unterschiede zu einem normalen Girokonto sind zwar nicht riesig – oft aber lohnt sich der Blick auf die Details und die Extra-Angebote, weil sie so manche Vergünstigung bereithalten. „Die Banken wollen Kunden so früh wie möglich an sich binden und zum Zahlen mit der Karte erziehen“, sagt Max Herbst, Inhaber der Max Herbst Finanzberatung. „Und das lassen sie sich bisweilen auch etwas kosten.“

Ein Beispiel: Während Kunden der Postbank für eine Gratis-Kontoführung normalerweise einen regelmäßigen Zahlungseingang benötigen, verzichtet das Geldinstitut beim „Giro Start direkt“ für junge Kunden unter 22 Jahren darauf, sofern sie das Konto nur online oder über das Telefon führen. Obendrein gibt es einen Tankrabatt bei Shell. Andere Banken werben mit ähnlichen Lockangeboten.

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Die Volkswagen Bank („My first Giro“) offeriert 50 Euro Startprämie, die Wüstenrot Bank („Top Giro Young“) lockt mit 20 Prozent Rabatt bei Subway und anderen Partnerfirmen. „Gutscheine, Bälle oder 50 Euro sollten aber keinen Einfluss auf die Entscheidung für eine Bank haben“, sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale NRW. „Handelt es sich sowieso um die Bank des Vertrauens, spricht natürlich nichts dagegen, dieses ,Zubrot‘ mitzunehmen.“

Guthabenzins oft an Höchstsumme gebunden

Allerdings warnt die Verbraucherschützerin zugleich vor den „Sternchen“ bei solchen Angeboten – dahinter verbergen sich in aller Regel Einschränkungen, hat Oelmann beobachtet. Max Herbst rät, immer dann genauer hinzuschauen, wenn eine Bank ein besonders attraktives Angebot macht, also etwa einen sehr hohen Guthabenzins anbietet, der weit über dem der Wettbewerber liegt. Diese seien oft an Höchstsummen gebunden. Die PSD Bank Rhein-Ruhr beispielsweise kappt ihre üppige Guthabenverzinsung beim Konto „PSD 4 u“ von derzeit zwei Prozent bei einem Guthaben von 3000 Euro.

„Letztlich sind es bei der Auswahl des Girokontos für die Kinder die gleichen Kriterien, die auch für Erwachsene gelten“, sagt Oelmann. Entscheidend bei der Auswahl eines Kontos seien eine kostenlose Kontoführung, die daran geknüpften Bedingungen, Karten und die Verfügbarkeit von kostenlosen Geldautomaten. Die gute Nachricht: Die meisten Banken bieten heute eine kostenlose Kontoführung ohne Bedingungen und diverse Gratis-Karten für Jugendliche an.

Eröffnet werden kann ein Jugend- oder Taschengeldkonto bei vielen Banken ab sieben Jahren, wenn Kinder eingeschränkt geschäftsfähig sind. Andere Institute – wie beim „Jungen Konto“ der Deutschen Bank – bieten aber erst Jugendlichen ab 14 Jahren ein Girokonto an. Aus Sicht Oelmanns ist das ohnehin früh genug. „Vorher sind andere Produkte wie ein Tagesgeldkonto oder das gute alte Sparbuch völlig ausreichend, damit Kinder den Umgang mit Geld lernen“, sagt die Verbraucherschützerin.

Kein „Dispo“ bei Jugendkonten

Der größte Unterschied von Jugendkonten gegenüber einem normalen Girokonto liegt darin, dass sie nur auf Guthabenbasis geführt werden – ein „Dispo“ ist nicht vorgesehen, damit Jugendliche unter 18 Jahren nicht in die Schuldenfalle geraten. Ähnliches gilt auch für Kreditkarten: Jugendliche können eine Prepaid-Kreditkarte bekommen, bei der Commerzbank beispielsweise eine „Mastercard Prepaid“, bei Wüstenrot eine „Visa Prepaid“.

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Wenngleich solche Guthaben-Kreditkarten gerade auf Reisen eine sinnvolle Sache sein können, warnt Verbraucherschützerin Oelmann: „Viele Vertragsbedingungen von Prepaid-Kreditkarten gestatten durchaus das Schuldenmachen. Das böse Erwachen von Eltern, die ihre Kinder in Sicherheit wähnen, ist dann programmiert“, so die Expertin. Die Verbraucherzentrale hat Banken wegen dieser Praxis bereits abgemahnt.

Für Studenten gibt es bei vielen Geldinstituten ebenfalls spezielle Angebote. Oft gibt es einen Startbonus bis zu 100 Euro, kostenlose Kontoführung und den Verzicht auf einen regelmäßigen Geldeingang. Studenten sollten allerdings auch darauf achten, dass die Dispozinsen nicht zu hoch sind. Etwas Außergewöhnliches hat sich die Marketingabteilung der National-Bank ausgedacht: Mit Studentenausweis, für Schüler oder Auszubildende gibt es einen Gutschein für Fachliteratur oder die „Ruhr Topcard“ ein Jahr lang kostenlos, danach vergünstigt. Andererseits sind dort die Dispozinsen ziemlich hoch.

Und auch das ist wichtig: „Eltern sollten darauf achten, dass viele Banken Girokonten für Jugendliche, Auszubildende und Studenten zwar kostenlos führen, anschließend aber Gebühren nehmen“, sagt Verbraucherschützerin Annabel Oelman. Deshalb: Junge Leute sollten auch darauf achten, dass die Bank nicht nach der Ausbildung kräftig zuschlägt. Denn ist man einmal Kunde, wechselt man die Bank aller Erfahrung nach nicht mehr so schnell.

Peter Hahne

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