Konten geplündert - Prozess gegen Bande gestartet

Insgesamt 1,3 Millionen Euro soll eine achtköpfige Bande von fremden Konten erbeutet haben.
Insgesamt 1,3 Millionen Euro soll eine achtköpfige Bande von fremden Konten erbeutet haben.
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Was wir bereits wissen
Eine achtköpfige Bande vor Gericht - sie sollen mit speziellen Computerprogrammen, die Kontodaten von Bankkunden ausgespäht haben. Insgesamt beläuft sich der Schaden auf mindestens 1,3 Millionen Euro. Einige Opfer sollen ihre Lebensersparnisse verloren haben.

Osnabrück.. Die Angeklagten sollen ihren Opfern insgesamt mindestens 1,3 Millionen Euro gestohlen haben: Eine achtköpfige Bande muss sich seit Mittwoch wegen des Ausspähens von Bankdaten und des Plünderns fremder Konten vor dem Osnabrücker Landgericht verantworten. Seit Juli vergangenen Jahres sollen die Verdächtigen bei Kunden der Postbank zugeschlagen haben. Laut Staatsanwaltschaft sind für die Betroffenen die Schäden gravierend, weil große Teile ihrer Lebensersparnisse erbeutet wurden. Der Vorwurf lautet auf gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetrug.

Die Männer im Alter zwischen 25 und 51 Jahren sollen über Trojaner, also mit speziellen Computerprogrammen, die Kontodaten von Bankkunden ausgespäht haben. Diese nutzten für das Online-Banking das mTan-Verfahren, bei dem die Transaktionsnummern für Überweisungen per SMS ans Handy geschickt werden. Diese SMS sollen die Angeklagten abgefangen haben. So gelangten sie an das Geld ihrer Opfer.

Cyber-Bankraub Inwieweit die Bank für den Verlust aufkam oder die Kunden darauf sitzen blieben, wurde bei Prozessbeginn noch nicht klar. Die Postbank selber wollte sich zum laufenden Verfahren nicht äußern. Die Opfer sollen auch als Zeugen gehört werden.

Staatsanwaltschaft fordert bis zu acht Jahre Haft bei Geständnis

Die Staatsanwaltschaft äußerte sich auch zum von ihr geforderten Strafmaß: Falls sich die Angeklagten geständig zeigen, fordert sie Strafen zwischen anderthalb und achteinhalb Jahren Haft. Die Verteidigung stellte zahlreiche Anträge, unter anderem auf Akteneinsicht in Überwachungsprotokolle, über die das Gericht bei der nächsten Sitzung entscheiden muss.

Zum ersten Prozesstag traten sowohl die Anklagebehörde als auch die Verteidiger mit viel Personal an: Fünf Staatsanwälte hatten Platz genommen und zunächst 15 Verteidiger. Ein weiterer Rechtsanwalt, der zunächst terminlich verhindert war, stieß im Lauf der Sitzung noch hinzu und nahm im Zuschauerraum Platz.

Kriminalität Das große Personalaufgebot stellte die Kammer vor Probleme. Die Staatsanwälte mussten zum Teil direkt neben den Richtern sitzen, was von der Verteidigung kritisiert wurde. Es dränge sich der Eindruck auf, die Staatsanwaltschaft wolle "psychische Gewalt" auf die Richter ausüben, merkte einer der Anwälte spitz an. Ein anderer Verteidiger bemängelte, einer der neben ihm sitzenden Staatsanwälte könne einen Blick auf seine Notizen werfen. Beim nächsten Termin soll nun ein Versuch mit einer anderen Sitzordnung gemacht werden. In diesem Jahr sind noch 26 Fortsetzungstermine anberaumt. (dpa)