König Willem-Alexander will kein Clown mehr sein

Das Königspaar beobachtete beim Besuch in Norddeutschland auch die Sonnenfinsternis.
Das Königspaar beobachtete beim Besuch in Norddeutschland auch die Sonnenfinsternis.
Foto: dpa
Der niederländische König hat die Nase voll, sich mit komischen Spielen zu blamieren. Zum Nationalfeiertag Ende April sind nun Holzschuhtanz und Sackhüpfen gestrichen.

Den Haag.. König Willem-Alexander der Niederlande entwickelt als Monarch seinen eigenen Stil, der in Richtung Seriosität geht. Nun lässt er sogar die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag völlig umkrempeln: Er will an diesem Tag, der jetzt auch wieder an seinem Geburtstag, dem 27. April gefeiert wird, nicht mehr seine eigene königliche Karikatur sein.

Das einstige Volksfest, das bisher immer am 30. April gefeiert wurde, soll wieder mehr eine Zeremonie werden. Der Kontakt zum Volk wird geringer und weniger intensiv. Komische Spielchen zur Belustigung des Volkes werden ersatzlos gestrichen.

So wird es den berühmten holländischen „Klompendans“, den Tanz mit Holzschuhen, nicht mehr geben. Auch so Spielchen wie Sackhüpfen oder Tauziehen verschwinden aus dem königlichen Programm am Nationalfeiertag. Ebenso wie kuriose pseudosportliche Übungen, bei denen sich die Mitglieder der königlichen Familie zum Gespött des Volkes machen mussten.

Weitwurf mit WC-Schüsseln

So wie etwa beim Weitwurf mit WC-Schüsseln, bei dem König Willem-Alexander vor drei Jahren noch mitmachte, als er noch nicht König, sondern Kronprinz war. Kurz: Der Königstag soll zum Tag des Königs werden. Er wird weniger leger, sondern viel formeller. Und viel kürzer, viel effizienter. Er besucht nur noch eine Stadt, nicht mehr zwei Orte.

Dieses Jahr findet er in der ältesten Stadt der Niederlande, in Dordrecht statt. Anders als seine Mutter, Ex-Königin Beatrix, wird König Willem-Alexander mit seiner Gattin Königin Máxima nicht per Hubschrauber einschweben. Er kommt per Boot.

Der König wünscht sich eine "Grande Parade"

Überhaupt wird der Nationalfeiertag in diesem Jahr in den Niederlanden hauptsächlich auf dem Wasser gefeiert.

Der König wünscht sich eine „Grande Parade“, eine große Parade von Schiffen, die an ihm und seiner Frau auf dem Wasser vorbei defilieren. Mindestens 50 Schiffe sollen es sein.

Anders als Beatrix beginnt Willem-Alexander sein Programm auch eine Stunde später, erst um 11 Uhr. Und er steht für Zügigkeit, macht um 13.15 Uhr schon wieder Schluss mit den offiziellen Feierlichkeiten.

Auch anders als seine Mutter wird Willem-Alexander nicht während eines längeren Spaziergangs das Bad in der Menge suchen, sondern maximal 200 Meter zu Fuß zurücklegen. Und: Der König lädt ausdrücklich Unternehmen und Unternehmer dazu ein, ihn zu begleiten, was ihm schon den Beinamen „der Unternehmer-König“ einbrachte.

Ein Konzert, das in der ,,Grote Kerk‘‘ (Große Kirche) von Dordrecht ihm zu Ehren veranstaltet wird, findet als geschlossene Gesellschaft statt.

Der 47-jährige König Willem-Alexander führt auch gleich den Generationenwechsel durch. Die 77-jährige Beatrix wird an den diesjährigen Feierlichkeiten des Nationalfeiertags nämlich gar nicht mehr teilnehmen, ebenso wenig wie seine Tante Prinzessin Margriet und deren Mann Pieter van Vollenhoven.

Die Prinzessinnenfeiern mit

Dafür werden erstmals seine drei Töchter, die Prinzessinnen Amalia, Alexia und Arianne, mit von der Partie sein – allerdings nicht während des ganzen Programmes. „Wir müssen die Prinzessinnen natürlich abschirmen und sie schützen“, sagt der Dordrechter Polizeichef Henk de Jong.

Auf seine Weisung und auf Weisung des Dordrechter Bürgermeisters Arno Bok gilt „Sicherheitsstufe eins“. Rund 1000 Polizisten, viele davon auch in zivil, werden das königliche Paar und deren drei Töchter schützen. Für die Dauer des Besuchs des königlichen Paares gilt in Dordrecht ein absolutes Alkoholverbot. Die Innenstadt wird für Autos gesperrt sein.

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