Das aktuelle Wetter NRW 16°C
Statistik

Köln ist bundesdeutsche Stalker-Hauptstadt

10.01.2012 | 11:43 Uhr
Köln ist bundesdeutsche Stalker-Hauptstadt
Stalker bedrohen Frauen: Sie beobachten, verfolgen, belästigen sie. Foto: Monika Kirsch

Köln.   Auf 100 000 Einwohner kommen in Köln 142,7 Anzeigen wegen Nachstellung. Damit belegt die Domstadt den ersten Platz in einer bundesweiten Stalker-Statistik. Die Städte im Ruhrgebiet landeten in der von einem Männermagazin veröffentlichten Statistik auf den Plätzen 5 (Bochum) bis 41 (Oberhausen).

Köln ist offenbar die Hauptstadt der Stalker in Deutschland. In der Domstadt sei die Gefahr von Belästigungen durch Stalker am größten, berichtete das Männer-Lifestylemagazin „Men’s Health“ am Dienstag unter Berufung auf Polizeidaten. In der Millionenstadt am Rhein gab es demnach 2010 pro 100 000 Einwohner 142,7 Anzeigen wegen Nachstellung -- deutlich mehr als in den drei anderen deutschen Millionenstädten: Berlin rangiert auf Platz sechs, Hamburg auf Platz 25 und München sogar erst auf Platz 44 unter den größten Städten Deutschlands.

66,2 Anzeigen pro 100 000 Einwohner in Bochum

Bei den Ruhrgebietsstädten landete Bochum in der Stalker-Statistik mit 66,2 Anzeigen) ganz vorne auf Platz 5, Dortmund auf Platz 11 (51,6) gefolgt von Herne (50,7). Mülheim findet sich auf Platz 16 mit 47,8 Anzeigen pro 100 000 Einwohnern, Essen auf Platz 24 (43,0) und Duisburg (37,0) auf Platz 33. In Gelsenkirchen (Platz 40, 28,5) und Oberhausen (Platz 41, 28,5) wird im Ruhrgebiet am wenigsten häufig gestalkt.

Schlusslicht in der bundesweiten Stalking-Statistik ist Nürnberg mit gerade mal 15,7 Anzeigen wegen Stalkings pro 100 000 Einwohner. Der Stalking-Experte Hans-Georg Voß nannte das Ergebnis wenig überraschend. „Die Anzahl der Stalking-Fälle ist strukturabhängig“, unterstrich der Leiter der Arbeitsgruppe Stalking an der Technischen Universität Hamburg. „In Nürnberg zum Beispiel herrscht Kleinstadtflair: Das Gefühl, dass jeder jeden kennt, sorgt im Vergleich zu Köln allgemein für eine niedrige Kriminalitätsrate.“

„Wo weniger geschieden wird, gibt es auch weniger Stalking“

Der Experte verwies zugleich darauf, dass auch „Faktoren wie Einkommen und Scheidungsrate“ Einfluss auf die Häufigkeit der Stalking-Fälle hätten. „Wo weniger geschieden wird, gibt es zumeist auch weniger Stalking.“ Denn das Motiv der Stalker sei fast immer enttäuschte Liebe. „Der Täter will die andere Person entweder zurückgewinnen oder sich an ihr rächen“, erläuterte Voß. (WE/afp)

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6231696/create

Umfrage

Hat Schweden zurecht den ESC gewonnen?

 
Aktuelle Fotos und Videos
ESC-Siegerin Loreen
Bildgalerie
Fotostrecke
Die wichtigsten Fotos der Woche
Bildgalerie
Bilder des Tages
Wave Gotik Treffen 2012
Bildgalerie
Kulturfestival
Schweden gewinnt ESC
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Atomreaktor in Bulgarien nach Panne von Stromnetz genommen
Kernenergie
Wegen einer Panne hat Bulgarien einen Atomreaktor vom Netz nehmen müssen. Radioaktivität ist nach offiziellen Angaben zwar keine ausgetreten. Dennoch wurde er sicherheitshalber abgeschaltet - vorerst.
Lady Gaga sagt Konzert wegen Sicherheitsbedenken ab
Musik
Das Anfang Juni in Indonesien geplante Konzert von Lady Gaga wird nun endgültig nicht stattfinden. Die Veranstalter sagten die Show am Sonntag aus Sicherheitsgründen ab. Es gehe um die Sicherheit der Sängerin und ihrer Zuschauer.