Kleinstes Chamäleon der Welt auf Madagaskar entdeckt
15.02.2012 | 14:52 Uhr 2012-02-15T14:52:00+0100
Darmstadt. Auf Madagaskar haben Forscher die kleinsten Echsen der Welt entdeckt. Die vier neuen Arten von Zwergchamäleons sind weniger als 20 Millimeter groß, die kleinste Art misst vom Kopf bis zum Körperende nur 16 Millimeter. Die Art Brookesia micra gehört damit zu den kleinsten Wirbeltieren weltweit.
Auf Madagaskar haben Forscher die kleinsten Echsen der Welt entdeckt. Die vier neuen Arten von Zwergchamäleons sind weniger als 20 Millimeter groß, die kleinste Art misst vom Kopf bis zum Körperende nur 16 Millimeter. Sie ist klein genug, um auf einem Streichholzkopf stehen zu können.
Die Art Brookesia micra gehört damit zu den kleinsten Wirbeltieren weltweit. Die neu entdeckten Zwergchamäleons seien erstaunliche Fälle der extremen Miniaturisierung, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „PloS ONE“. (doi:10.1371/journal.pone.0031314) Nur die erst jüngst ebenfalls auf Madagaskar entdeckten Miniaturfrösche seien noch wenige Millimeter kleiner.
In der Laubschicht
Die Gruppe von deutschen und US-amerikanischen Wissenschaftlern hatte die Miniaturechsen bei Expeditionen im Norden Madagaskars entdeckt. Dort wächst sowohl Regenwald als auch trockener Laubwald auf einem zerklüfteten Kalksteinuntergrund.
Im Gegensatz zu ihren größeren Verwandten leben die neu entdeckten Zwergchamäleons in der Laubschicht am Boden. Durch ihre unauffällige bräunliche Färbung sind sie gut getarnt. „Nachts klettern sie dann auf niedrige Zweige und Pflanzenteile, um dort zu schlafen“, berichten Frank Glaw von der Zoologischen Staatsammlung München und seine Kollegen. Ihren kurzen Schwanz setzen die Mini-Chamäleons nicht wie ihre auf Bäumen lebenden Verwandten als Kletterhilfe ein, sondern nutzen ihn als fünftes Bein beim Laufen.
Leben auf engem Raum
Wie die Forscher berichten, ist das Verbreitungsgebiet der vier neuen Miniaturarten extrem klein. Man habe sie jeweils nur an einem einzigen Ort an der Nordspitze Madagaskars gefunden. „Diese engen Verbreitungsgebiete sind bei Tieren auf Madagaskar weit verbreitet, aber es gibt nur wenige Beispiele, die so extrem sind wie die miniaturisierten Brookesia-Arten“, schreiben Glaw und seine Kollegen.
Genetische Analysen enthüllten zudem, dass sich das Erbgut der vier Zwergchamäleonarten stark unterscheidet, es innerhalb der jeweiligen Arten aber sehr einheitlich ist. „Das ist am besten damit zu erklären, dass sich die lokalen Populationen dieser Arten kaum wegbewegten und dass sie genetisch dadurch isoliert waren“, vermuten die Wissenschaftler. Sie gehen davon aus, dass sich die Abstammungslinien dieser Arten vermutlich schon vor 10 bis 20 Millionen Jahren trennten. Zusammen mit den neu entdeckten Arten kenne man nun bereits elf Formen von kleinen Brookesia-Chamäleons auf Madagaskar.
Extreme Miniaturisierung
Die kleinste Art, Brookesia micra, kommt nur auf der kleinen Insel Nosy Hara vor der Küste Nordmadagaskars vor. Nach Ansicht der Forscher könnte die sogenannte Inselverzwergung für ihre extreme Miniaturisierung verantwortlich sein. Dieses biologische Phänomen führt häufig dazu, dass Tierarten auf kleinen Inseln ohne Fressfeinde im Laufe der Evolution immer kleiner werden.
Madagaskar sei bereits für einige ungewöhnlich kleine Tiere bekannt, sagen die Forscher. So leben dort einige Arten von nachtaktiven Mauslemuren, die zu den kleinsten Primaten (Affen) der Erde gehören. Auch die Frösche, die als die kleinsten bekannten Wirbeltiere gelten, seien auf Madagaskar gefunden worden. (dapd)
20:04
Woher will man wissen, ob das die kleinsten Chamäleons der Welt sind?
Bis zu der jetzigen Entdeckung dachte man ja auch, dass man schon das kleinste Chamäleon der Welt kannte.
Womöglich gibt es noch kleinere? Wie will man die dann bezeichnen??
16:47
es ist doch immer wieder schön welche überraschungen die natur für uns parat hat :-)
16:00
Nennt es "Christianus Wulffius."