Kirchentag in Stuttgart will Friedens-Zeichen senden

Kirchentag-Fahne auf dem Schlossplatz in Stuttgart.
Kirchentag-Fahne auf dem Schlossplatz in Stuttgart.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Der Deutsche Evangelische Kirchentag in Stuttgart soll die großen Fragen der Zeit diskutieren. Doch erstmal feiern sie ein großes Straßenfest.

Stuttgart.. Angesichts von Kriegen, Terror und weltweiten Flüchtlingstragödien soll vom Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart ein Zeichen des Friedens ausgehen. "Die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft insgesamt hängt davon ab, dass wir die Fähigkeit entwickeln, Frieden zu schaffen und zu sichern", sagte Kirchentagspräsident Andreas Barner am Mittwoch zur Eröffnung des fünftägigen Laientreffens. Dazu haben sich gut 97 000 Dauerteilnehmer angemeldet. Mehr als 36 000 Christen wollen bis Sonntag zumindest an einem Tag dabei sein und mit Gleichgesinnten beten, diskutieren und feiern.

Eröffnungsgottesdienst in der Stuttgarter Innenstadt

Beim großen Eröffnungsgottesdienst vor dem Neuen Schloss in der Stuttgarter Innenstadt soll am Mittwochabend Bundespräsident Joachim Gauck sprechen. Rund 250 000 Menschen werden danach zu einem Straßenfest bei schönem Sommerwetter erwartet. Der Kirchentag ist auch ein Politiker-Treffen: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und viele Bundesminister werden in den kommenden Tagen dabei sein.

Kirche Kirchentags-Präsident Barner sagte mit Blick auf weltweite Krisen, etwa das Flüchtlingselend im Mittelmeer, das Geschehen dieser Tage fordere auf besondere Weise dazu heraus, in christlicher Verantwortung Stellung zu beziehen. Der Kirchentag sei "die evangelische Zeitansage". Der Pharma-Unternehmer wünscht sich aber auch eine kontroverse Diskussion um Wachstum. "Welches Wachstum brauchen und wollen wir als Gesellschaft, wo sind seine Grenzen?"

Württembergs evangelischer Landesbischof Frank Otfried July begrüßte den Kirchentag in einer weltoffenen Stadt, wie er sagte, "in der Integration seit vielen Jahrzehnten gelingt". Das Zusammenleben von Menschen aus 170 Ländern sei "Stuttgarts Reichtum".

Ueberschär erwartet Impulse für gesellschaftliches Engagement

Kirchentags-Generalsekretärin Ellen Ueberschär sagte, sie erwarte von Stuttgart Impulse für gesellschaftliches und politisches Engagement. Nach ihren Angaben wurden für den Kirchentag zwölf Resolutionen angemeldet zu den Themen Wirtschaft, Umwelt und Frieden. "Hier versammelt sich ein aktiver Teil der Bürgergesellschaft." Der Kirchentag sei so immer wieder auch eine Chance für einen religiösen, sozialen und politischen Dialog, "der vor allem nach intelligenten Lösungen für zahlreiche Dilemmata der gegenwärtigen Weltlage sucht".

Der 35. Kirchentag umfasst 2500 Veranstaltungen und dauert bis Sonntag. Das Christentreffen wird in der Regel alle zwei Jahre in einer anderen deutschen Stadt organisiert, Stuttgart ist zum mittlerweile vierten Mal Gastgeber. (dpa)