Kinder angeblich eingschnürt - Prozess gegen Erzieherinnen

In dieser Kindertagesstätte in Thüringen sollen Erzieherinnen zum Einschlafen Kinder in Decken gewickelt und mit Windeln eingeschnürt haben.
In dieser Kindertagesstätte in Thüringen sollen Erzieherinnen zum Einschlafen Kinder in Decken gewickelt und mit Windeln eingeschnürt haben.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Vier Erzieherinnen aus Altenburg müssen sich wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten. Sie sollen Kinder zum Schlafen eingeschnürt haben.

Altenburg.. Im Prozess um rabiate Ess- und Schlafpraktiken in einem Kindergarten im thüringischen Altenburg haben zwei der vier angeklagten Erzieherinnen bestritten, den Kindern geschadet zu haben. Sie räumten am Mittwoch vor dem Amtsgericht ein, dass zwei Kinder, darunter ein schwerbehinderter Junge, zum Einschlafen in Decken gewickelt und mit Windeln eingeschnürt wurden.

"Es lag nie in meiner Absicht, Kindern wehzutun oder zu misshandeln", sagte die 54-Jährige. Den Kindern sei vielmehr "Einschlafhilfe" gegeben worden. Ihre Kollegin sprach davon, dass dem behinderten Jungen liebevoll "ein Nest" gebaut worden sei.

Die Anklage wirft den Frauen unter anderem vorsätzliche Körperverletzung und Nötigung vor. Außer dem Einschnüren beim Schlafen soll Krippenkindern gewaltsam Essen eingeflößt worden sein, so dass sie sich erbrachen. Betroffen waren laut Staatsanwaltschaft acht Kinder. Die Anklage listet mehr als 50 Fälle auf. (dpa)