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Katie Holmes als Jackie - Die Kennedys und ihre Abgründe

25.07.2012 | 17:04 Uhr
Katie Holmes und Greg Kinnear spielen Jackie und John F. Kennedy.Foto: Arte

Es hat lange gedauert, bis aus der bewegten Geschichte der Kennedys eine Fernsehserie wurde, die einen spannenden Einblick in das Innenleben der Dynastie bietet. Arte zeigt ab Donnerstag an drei Abenden die acht Folgen mit Katie Holmes als Jackie und Greg Kinnear als John F. Kennedy.

Es sind die Minuten vor seinem größten Triumph. Und John F. Kennedy, der gleich die Wahlen zum 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewinnen wird, fingert im Garten an einer blonden Praktikantin herum, während sich Ehefrau Jackie um die Partygäste kümmert.

Ein strahlender Typ und seine Schattenseiten, eine Familie und ihre Abgründe, Glamour und Dramen, Macht und Verderben: „Die Kennedys“ (Arte, Donnerstag, 26. Juli,  20.15 Uhr) haben im wirklichen Leben mehr spektakulären Filmstoff geboten, als die Autoren von „Dallas“ und „Denver Clan“ sich je hätten ausdenken können. Erstaunlich, wie lange es gedauert hat, bis daraus eine achtteilige Fernsehserie wurde, die einen spannenden Einblick in das Innenleben der Dynastie bietet. Arte verteilt das auf drei Donnerstagabende.

Kritischer Blick auf die Kennedys

Wer die wehenden Amerikafahnen im Vorspann sieht und dazu feierliche Trompeten und Hörner hört, muss erst einmal Schlimmes befürchten: Wie pathetisch wird das mit „Jack“ und Jackie jetzt wohl werden? Aber Regisseur Jon Cassar regelt die Betriebstemperatur schnell herunter, Pomp und Heiligenschein sind seine Sache nicht, sein Blick auf die Kennedys ist kritisch genug.

Vor allem den alten Joe liefert er uns als aggressiven, von Ehrgeiz zerfressenen Patriarchen, der sich nicht mit zweiten Plätzen zufrieden gibt und notfalls auch mal kriminelle Kontakte nutzt: Sein Sohn Joe junior muss Präsident werden, koste es, was es wolle, und als der Erstgeborene im Krieg fällt, muss „Jack“ die Rolle übernehmen. Der Brite Tom Wilkinson, ein exzellenter Schauspieler, dreht als Clan-Chef manchmal ein bisschen zu mächtig auf, und in seinem gewaltigen Schatten fällt Greg Kinnear als „Jack“ erst einmal nur durch große Ähnlichkeit zum Original auf, ehe er sich langsam freischwimmt.

Katie Holmes überrascht als Jackie

Cruise trifft Tochter Suri

Katie Holmes, zuletzt nur noch als die geschiedene Mrs. Cruise im Gespräch, überrascht als Jackie, die mit Pflichtbewusstsein alle Demütigungen ihres Mannes würdevoll wegsteckt, mit schauspielerische Qualitäten. Auch Barry Pepper gibt als Bobby Kennedy eine starke Figur ab: Der nachdenkliche junge Mann will möglichst schnell mit seiner Frau ein unabhängiges Leben als Anwalt führen. Doch es kommt anders, denn der Vater hat sie eben alle im Griff.

Cassar spannt den Bogen mit vielen Rückblenden von den späten 30er-Jahren bis hin zu Bobbys Ermordung 1968, als er selbst im Wahlkampf stand. Sein Erzählstil ist zwar nicht überaus originell, aber massentauglich, ohne plump zu wirken. Es könnte Arte einmal die Zuschauermengen bringen, die der Sender immer verdient hätte.

Frank Preuß


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