Kassel: Neonazis entführen und misshandeln Mann eine Woche lang

In Kassel sollen haben Neonazis einen Mann gefangen gelten und misshandelt haben.
In Kassel sollen haben Neonazis einen Mann gefangen gelten und misshandelt haben.
Foto: Archiv/dpa
Was wir bereits wissen
Eine Woche lang sollen Neonazis aus Kassel einen Mann in einer Wohnung gefangen gehalten und misshandelt haben. Das Motiv ist bisher unklar.

Kassel.. Kasseler Neonazis sollen einen Mann (46) eine Woche lang in einer Wohnung gefangen gehalten und misshandelt haben. Unter den Verdächtigen sei ein Neonazi (40), der im auch NSU-Prozess aussagen sollte, hieß es in Medienberichten. Ihm und einem 27-Jährigen würden gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Diebstahl vorgeworfen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Die beiden säßen in Untersuchungshaft.

Verdächtiger Neonazi sollte im NSU-Prozess aussagen

Über das Motiv der Kasseler Neonazis ist bisher nichts bekannt. Dem Opfer sei der Kopf geschoren worden und ihm seien Mobiltelefon und Rucksack gestohlen worden. Nach sieben Tagen habe er entkommen können. Die beiden Täter hätten drei Komplizen gehabt, gegen die ebenfalls ermittelt werde.

Der 40-Jährige habe vor rund einer Woche zum zweiten Mal als Zeuge im Prozess gegen die rechter Terrorzelle NSU aussagen sollen. Er ließ das Oberlandesgericht München aber wissen, dass er krank sei.

In dem Verfahren in München muss sich Beate Zschäpe verantworten, ihr wird die Beteiligung an einer Serie von zehn überwiegend rassistisch motivierten Morden und zwei Sprengstoffanschlägen zur Last gelegt. Der 40-Jährige sollte über Kontakte von Neonazis aus Kassel zum "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) aussagen. Eines der NSU-Opfer ist der 2006 in Kassel erschossene Inhaber eines Internetcafés, Halit Yozgat. (dpa)