Kardinal Marx hält Kirche auch ohne Kirchensteuer für überlebensfähig
01.02.2012 | 13:42 Uhr 2012-02-01T13:42:24+0100
München/Hamburg. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hält eine Finanzierung der deutschen Bistümer auch ohne die Kirchensteuer für möglich. Die Kirche könne "selbstverständlich" auch ohne Kirchensteuern überleben, doch "man müsste dann diskutieren, welche Aufgaben für das Gemeinwesen die Kirche künftig nicht mehr schultern soll", sagte Marx.
Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat eine Diskussion über die Zukunft der Kirchensteuer angestoßen. Die Kirche könne selbstverständlich auch ohne Kirchensteuern überleben, sagte Marx der Wochenzeitung "Die Zeit" in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview. Doch es müsse dann diskutiert werden, "welche Aufgaben für das Gemeinwesen die Kirche künftig nicht mehr schultern soll".
Der Erzbischof von München und Freising fügte hinzu: "Es wäre ja wirklich abenteuerlich, zu meinen, die katholische Kirche würde ohne Kirchensteuer untergehen. Dann müsste die Weltkirche ja längst untergegangen sein."
Marx räumte ein, dass die Kirche durch ihre verlässliche finanzielle Ausstattung in Deutschland auch träge werden könne . "Vom Geld kann durchaus eine Gefährdung in diese Richtung ausgehen. " Doch "man kann als Mitglied der Kirche nicht sagen, ich gehöre dieser Gemeinschaft an, aber finanziell beteiligen will ich mich lieber nicht". Er sei sich sicher, dass die Gläubigen ihre Kirche auch freiwillig unterstützen würden.
Papst Benedikt XVI. hatte auf seinem Deutschlandbesuch im vergangenen Herbst von der Kirche in Deutschland eine "Entweltlichung" gefordert. Der Appell war zum Teil als Kritik am deutschen Kirchensteuersystem verstanden worden, bei dem die Finanzämter die Abgaben der Kirchenmitglieder direkt abführen. Marx zeigte sich sicher, dass die Gläubigen ihre Kirche auch freiwillig unterstützen würden.
19:54
Na klar, und alle die einen kirchlichen Arbeitgeber haben, zahlen gerne und freiwillig Kirchensteuer...die Hälfte meiner Kollegen würde sofort austreten, wenn man dann nicht sofort fristlos gekündigt würde...
#7:
"Marx sei sich sicher, dass die Gläubigen ihre Kirche auch freiwillig unterstützen würden."
Genau, da verweise ich auch auf die Kollekte, statt Kirchensteuer. Die Trennung zwischen Staat und Kirche wurde zu Lasten der zukünftigen Generationen nie abgeschlossen.
Ohne eine Antwort dazu bleibt nur der Austritt!
19:08
Was für eine erbärmliche, verlogene Argumentation, Herr Kardinal!
17:51
Kann mich den Vor-Kommentatoren nur anschließen, alles wahr.
Und bei all den Subventionen immer noch die dicke Lippe riskieren und in konfessionellen Kindergärten etc. das Sagen haben oder, z.B. in konf. Krankenhäusern, die vom Staat getragen werden, geringere Löhne zahlen und Kirchenmitgleidschaft - also Kirchensteuer- als Anstellungsbedingung fordern. Das alles ohne Mitpracherecht, Tarifrecht etc... sogar noch kündigen, wenn man den falschen Partner hat oder sich scheiden lässt.
Entzieht diesen Dieben und bigotten Kuttenträgern die Finanzen - aber bitte auch die versteckten:
Pauschalabgaben bei konfessionslosen Arbeitslosen an Kirchen z.B., oder 1- Euro-Jobs, die den Trägern Diakonie, Caritas reichlich Geld in die Kassen bringen.
16:17
Bei einem Barvermögen ( beide Kirchen ) von schlappen 440 Milliarden Euro, grösster Grundbesitzer in Deutschland, Anteile an Firmen usw. muss man schon einmal die Überlebensfähigkeit bei Kirchensteuerausfall in Frage stellen.
16:10
Das reicht aber noch nicht. Der Staat, damit alle Bürger, finanzieren der Kirche weit mehr: Religionsunterricht, Militärseelsorge, Bischofsgehälter, Priester- und Theologenausbildung an den theologischen Fakultäten usw. Das sind im Jahr ca. 20 Mrd. EURO. Neben den Einnahmen aus der Kirchensteuer wohl gemerkt.
Zum Vergleich: Der Etat für das Bundesministerium für Verkehr und Wohnungswsen betrug 2010 26,3 Mrd EURO.
16:00
Dieser Satz ist hart an einer Unverschämtheit: Zwei Drittel der Kirchensteuer wird für die Bezahlung von Pfarrern und Kirchenpersonal vebraucht. Ein Pfarrer verdient 4000 EURO im Monat.
Bischöfe werden aus öffentlichen Steuermitteln bezahlt und beziehen rund 7.700 Euro, Erzbischöfe sowie der evangelische Landesbischof sogar fast 10.000 Euro. Hier leistet das Gemeinwesen, alle Bürger, für die Kirche. Warum erwähnt der Kardinal das nicht?
8 Prozent werden für öffentliche soziale Zwecke verwendet.
Der Herr Pfarrer ist Beamter in A13 oder A14, also wird er vom Staat bezahlt, nicht von der Kirche.
Was haben sie mit der Kirche zu schaffen?! Zahlen sie Kirchensteuern oder besuchen sie Messen?! Bohren sie sich in der Nase oder strecken sie ihren Hintern in den Himmel.
15:43
Das ist ja mal ein Wort.
Welche Aufgaben für das Gemeinwesen übernimmt die heilige Mutter Kirch nochmal ohne dafür Geld zu nehmen? Krankenhäuser? Kindergärten? Nicht mal das Seelenheil ist für Nüsse.......