Junges in Gefahr: Krähen griffen Menschen an

Die Krähe verteidigt hier ihr Junges, weil der Passant ihm zu nahe kam.
Die Krähe verteidigt hier ihr Junges, weil der Passant ihm zu nahe kam.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Kein Einzelfall. So können sich Spaziergänger vor Attacken aus der Luft schützen

Hamburg.. Die Bilder erinnern an Szenen aus Alfred Hitchcocks’ „Die Vögel“. Rabenkrähen attackieren Spaziergänger im Sturzflug in Hamburg. Die alarmierte Polizei wollte helfen und brachte einen auf dem Boden liegenden Jungvogel in ein Tierheim, wie der Vogelkundler Guido Teenck vom NABU Hamburg berichtet. „Dort verstarb das Jungtier. Sicher war es kein böser Wille, aber Unkenntnis.“

Laufen Richtig wäre gewesen, den Vogel auf einen höher gelegenen, sicheren Platz zu setzen. So hätten sich die Eltern weiter kümmern können und Menschen, Katzen oder Füchse hätten keine Gefahr mehr dargestellt. „Menschen dürfen Vögel entgegen dem Irrglauben anfassen. Allerdings raten wir davon ab ein Junges zu hause in Gewahrsam zu nehmen. Das sollte nur geschehen, wenn sichergestellt ist, dass es von den Eltern verlassen wurde oder verletzt ist,“ so Lachmann. Der Grund für die Attacken war der Instinkt der Altvögel. Nachdem ihr Junges aus dem Nest gefallen war, wollten sie es vor der scheinbaren menschlichen Bedrohung beschützten. „Das ist das natürliche Verhalten, die Vögel verteidigen ihr Kind vor dem Feind. Krähen sind zwar mutiger als kleine Amseln, aber trotzdem sind es Scheinangriffe, sie wollen den Menschen nicht verletzen“, erklärt Lars Lachmann, Vogelschützer beim NABU.

Vögel zieht es in die Stadt

Um sich vor den Angriffen der Vögel zu schützen, sollten Spaziergänger zügig weggehen, aber nicht rennen. „Dabei sollten sie die Hand oder einen Regenschirm nach oben halten, denn Vögel greifen immer den höchsten Punkt an“, so Lachmann. Und auch Teenck versichert: „In der Regel passiert nichts. Eigentlich haben die Tiere Grund zur Sorge. Sie leben in Städten, weil der Mensch sie auf dem Land vertreibt.“

„In ländlichen Gebieten,“ betont Lachmann, „gibt es immer weniger Krähen, weil sie dort gejagt werden dürfen und aussterben. In Städten hingegen vermehren sie sich“. Doch dies sei kein Grund zur Angst vor einem Hitchcock-Szenario. Denn Krähen würden ihr Territorium verteidigen und könnten sich somit nicht endlos vermehren. In Hamburg kommen solche Fälle zwei bis drei Mal im Jahr vor. „Bei knapp 5000 Brutpaaren ist das sehr wenig“, so Teenck. Generell passiere es aber überall in Städten, wo Menschen dicht zusammen wohnen.