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Jugendschutz im Internet wird immer öfter mit Füßen getreten

31.05.2012 | 15:27 Uhr
Jugendschutz im Internet wird immer öfter mit Füßen getreten
Drei Viertel aller schweren Verstöße gegen den Jugendschutz waren auf Servern im Ausland zu finden. Foto: dapd

Mainz.   Kinderpornografie, Gewaltvideos und Cybermobbing - im Internet wird immer häufger gegen den Jugendschutz verstoßen. Die zuständige Behörde registrierte allein 2011 mehr als 10.000 Verstöße. Doch den schwarzen Schafen im Netz ist schwer beizukommen.

Die länderübergreifende Stelle für Jugendschutz im Internet verzeichnet zunehmende Verstöße im Internet - allein 2011 waren es mehr als 10.000. Diese Zahl geht aus dem am Donnerstag vom rheinland-pfälzischen Jugendministerium vorgestellten Jahresbericht hervor.

Kontrolliert wurden im Jahr 2011 den Angaben zufolge mehr als 40.000 Webseiten und Profile in sozialen Netzwerken. Dabei seien die Jugendschützer auf Inhalte sexuellen Missbrauchs, politischen Extremismus, Gewaltverherrlichung und öffentliche Bloßstellungen gestoßen. Aber auch verharmlosende Darstellungen etwa von Magersucht und Selbstmorden gehörten dazu.

Facebook und Youtube scheren sich wenig um den Jugendschutz

Bei den Kontrollen von jugenschutz.net fiel auf: Drei Viertel aller schweren Verstöße waren auf Servern im Ausland zu finden. Die gute Nachricht: In vier von fünf Fällen konnten die Online-Jugendschützer die Löschung gefährlicher Inhalte erreichen - dank direkter Kontakte zu den Providern im In- und Ausland.

Die Autoren des Jahresberichts stellen fest, dass internationale Internet-Plattformen wie das soziale Netzwerk Facebook oder das Videoportal Youtube sich wenig um den Jugendschutz hierzulande scherten. Die in Deutschland im Laufe der vergangenen Jahre entwickelten Standards würden „zunehmend obsolet“.

Eine wachsende Gefahr sehen die Jugendschützer in der verbreiteten Nutzung mobiler Geräte mit Internetzugang, zum Beispiel Smartphones und Tablet-PCs. Dank deren einfacher Bedienung hätten inzwischen selbst kleine Kinder Zugang zum globalen Datennetz. Die Anwendungen für solche Geräte, sogenannte Apps, seien in ausländischen Online-Geschäften leicht erhältlich und für deutsche Jugendschützer schwer zu kontrollieren. Die Betreiber müssten daher Schutzmechanismen entwickeln, da „Kinder sich nicht selbst schützen können.“

Jugendschützer: Debatte wird vernachlässigt

Die Mitarbeiter der Jugendschutzstelle kritisieren weiter, dass die Debatte über den „zukunftsfähigen Jugendschutz“ momentan von Diskussionen über Datenschutz und Urheberrecht verdrängt wird. Mit der gescheiterten Gesetzesnovelle zum Jugendmedienschutz sei „die Schere zwischen gesetzlichen Regelungen und Entwicklungen im Internet noch weiter aufgegangen“. Die netzpolitische Debatte über wirksamen Jugendschutz müsse intensiviert werden.

Die rheinland-pfälzische Jugendministerin Irene Alt (Grüne) appellierte an die Betreiber von Internetseiten: „Rücksicht auf Kinder und Jugendliche muss Bestandteil der Unternehmensphilosophie sei.“ Sie müssten noch mehr für die technische Umsetzung des Jugendschutzes unternehmen. Besonders notwendig sei es aber, auf internationaler Ebene gemeinsame Schutzregelungen zu vereinbaren. (dapd)


Kommentare
02.06.2012
16:05
Was soll dieses allgemeine Gequatsche
von meigustu | #5

die Eltern die wollen haben genug Möglichkeiten ihren Nachwuchs mit Geräten auszustatten, die das alles unterdrücken.

Wer als Erwachsener eine Nanny braucht kauft sich einen Apfel und gut ist.

Von daher sind solche Meldungen kein Grund das Internet als Vorwand zu nehmen die freiheitlichen Rechte zu beschneiden.

01.06.2012
15:57
Jugendschutz im Internet wird immer öfter mit Füßen getreten
von Malakostraka | #4

Es ist halt vollständig anders mit sexuell expliziten Inhalten, als man es sich als noob oder Jurist vorstellen mag.
Seit etwa 1999 hat sich da einiges verändert.
Wenn ich einen Vergleich bringen soll, dann den mit der Prostitution.
Die ist zwar in einigen Ländern verboten, sie wird es aber immer geben - genauso, wie sich junge Leute heute heftigerere Inhalte ansehen, als ihre Eltern.
Es ist eben die Frage, was die jungen Leute aus ihrem Wissensvorsprung machen. Topp oder Flopp?

01.06.2012
13:25
Jugendschutz im Internet wird immer öfter mit Füßen getreten
von mirap | #3

nicht zu vergessen das kinderpornoseiten ja auch automatisch auf den rechner von minderjährigen aufpoppen ohne das danach gesucht wurde.....

das macht das internet alles von ganz alleine weil es ja böse ist......

31.05.2012
17:30
Jugendschutz im Internet wird immer öfter mit Füßen getreten
von msdong71 | #2

Wirklich schlimm, wie das Internet allein immer solche Sachen hervorbringt. Das Internet macht gewaltvideos allein dadurch das seltsame Wellen aus den Kabeln im Boden alles aufzeichnen und auf irgendwelche Internet Seiten stellt.
Vor dem Internet gabs sowas kaum, klar, denn aus telefonleitungegen von damals kamen ja ganz andere Schwingungen, da ging das noch nicht so schnell. Da kannste auch die ganzen Komputer Leute fragen, die sagen auch das das das mit dem Internet und Telefon nicht so schnell war.
...

31.05.2012
16:09
Jugendschutz im Internet wird immer öfter mit Füßen getreten
von Madde | #1

Ja am besten verbieten wir alles woran irgendjemand irgendetwas auszusetzen hat.
Cybermobbing ist echtes Mobbing, das Problem liegt nicht am Internet.
Und die gute alte Kinderporno Propaganda darf auch nicht fehlen, wie konnten Redaktionen jemals ohne sie überleben?

Was haben kleine Kinder bitte schön im Internet zu suchen?
Und Jugendliche die Pornos finden, oh nein sie werden sterben.

Wird ein Porno ins Internet gestellt ist es eine Straftat da ja viele Minderjährige das Internet nutzen und es den Eltern nicht zuzumuten ist sie dauernd zu beaufsichtigen.
Betreibt ein minderjähriger aber Filesharing haften die Eltern da sie verpflichtet waren ihr Kind zu beaufsichtigen.
Schöne Doppelmoral.

Schützt Minderjährige mal lieber im richtigen Leben und vor richtigen Gefahren.
Für Lapalien wird idr hart durchgegriffen, bei Gewalttätern aber sehr selten angemessen.
Aber viele Lehrer(innen) sind ja schon zu feige und die Polizei erfährt es darum garnicht erst.

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