Jedes fünfte Kleinkind in Deutschland unter Armutsgrenze
19.12.2012 | 12:00 Uhr 2012-12-19T12:00:46+0100
Düsseldorf. Kinder und Jugendliche sind in Deutschland überproportional stark von Armut betroffen. Fast 2,46 Millionen Heranwachsende leben hierzulande unter der Armutsgrenze, wie die Hans-Böckler-Stiftung am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Mit Abstand die meisten armen Kinder und Jugendlichen leben in Nordrhein-Westfalen, nämlich insgesamt 678.000.
Fast jedes fünfte Kind in Deutschland lebt einer neuen Studie zufolge unter der Armutsgrenze. Knapp 2,46 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind von Armut betroffen, ergab eine am Mittwoch von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf veröffentlichte Untersuchung. Die Armutsquote lag im vergangenen Jahr mit 18,9 Prozent demnach sogar 3,8 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.
Unter den Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist nach der Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung sogar fast jeder Dritte (30,3 Prozent) von Armut betroffen. Von den Kleinkindern unter drei Jahren lebt demnach jedes Fünfte (20,5 Prozent) in einem Haushalt mit einem Einkommen unter der Armutsschwelle.
Die meisten armen Kinder und Jugendlichen leben in NRW
Die Armutsquoten sind in den Bundesländern sehr unterschiedlich. Am höchsten ist der Anteil in Bremen (32,6 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (30,1 Prozent), Sachsen-Anhalt (28,1 Prozent) und Berlin (27,1 Prozent). Die niedrigsten Kinder-Armutsquoten finden sich in Bayern (11,8 Prozent), Baden-Württemberg (13,2 Prozent) und Hessen (15,4 Prozent).
Mit Abstand die meisten armen Kinder und Jugendlichen leben in Nordrhein-Westfalen, nämlich insgesamt 678.000. Die Armutsquote im bevölkerungsreichsten Bundesland liegt bei 22,8 Prozent.
382 Euro bekommt ein Hartz-IV-Empfänger ab Januar nächsten Jahres - acht Euro mehr im Monat. Das hat der Bundesrat am Freitag gebilligt. Die Anpassung an die Preis- und Lohnentwicklung ist gesetzlich vorgeschrieben. Auch für Bedarfsgemeinschaften, Kinder und Jugendliche steigt der monatliche Satz.
Sie ist der Studie zufolge in den vergangenen Jahren kaum gesunken. Zwar ging der Anteil von 2005 bis 2010 leicht zurück, stieg aber von 2010 auf 2011 wieder an. Im vergangenen Jahr lag die Quote damit nur um 0,6 Prozentpunkte niedriger als im Jahr 2005 mit 19,5 Prozent.
Als arm gilt, wer weniger als 60 Prozent des sogenannten bedarfsgewichteten mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Für ein Elternpaar mit einem Kind unter 14 Jahren liegt die Armutsschwelle nach Angaben der Böckler-Stiftung derzeit bei einem Haushaltseinkommen von 1526 Euro im Monat. (afp/dpa)

10:48
Armut? Das ist ja gar nicht möglich! Fragt doch mal den Zappel-Phillip! (Ironie aus)
09:50
Man fühlt sich übervorteilt und hat Probleme mit dem Gönnen, wenn man die aktuelle Armutsgrenze als wenig realistisch ansieht? Wie kommen Sie denn zu dem Blödsinn?
1526 Euro netto sind ja wohl eher der reale Durchschnittslohn. Wie immer werden auch alle Großverdiener in diese Rechnungen mit einbezogen, was natürlich Unsinn ist. Diese 2500 Euro, die immer als rechnerischer Durchschnitt angenommen wird, sind doch vollkommen unrealistisch, um die Armutsgefährdung der typischen Normalverdiener zu betrachten.
Es scheint eher so zu sein, dass Leute wie Sie es geil finden, sich arm rechnen zu lassen, damit man endlich mal wieder etwas hat, worüber man sich beschweren kann.
Mutieren die Deutschen langsam zu flennenden Dauerfrustrierten?
19:17
@Optio | #15
An welchem Stammtisch lernt man denn so etwas:
Es gibt zwei Gründe die Löhne zu erhöhen.
1. Die Steuereinnahmen steigen progressiv. (Der Staat und nicht der Arbeiter ist der Gewinner)
2. Der Gewerkschaftsbeitrag erhöht sich. (Ein Stundenlohn)
Die Kaufkraft der Arbeiter wird geringer da die Waren teurer werden.
Erstens sind der Staat wir alle und der Arbeiter ist natürlich der Gewinner, da
sein Nettogehalt trotz progressiver Steuer steigt.
Zweitens sind Sie nicht gezwungen Gewerkschaftsmitglied zu´sein. Trittbrettfahrer
gibt es ja genug.
Und dritten, wenn es einen eindeutigen direkten Zusammenhang zwischen der Lohnhöhe und der Teuerung der Waren gäbe, ist es ja vollkommen egal, wie hoch die Löhne sind.
Real ändert sich ja dann nichts für die Arbeitnehmer, wie immer auch die Lohnhöhe ist.
Ein Wunder, dass es mal Zeiten gab, in denen die Löhne REAL stiegen. LAut Stammtisch ist das ja nicht möglich.
19:03
@MKTFranke
Bekommt Ihre Sachbearbeiterin im Beamtenstand nicht auch noch Kindergeld?
Die Armutsgrenzen sind natürlich nicht für den Eimer.
Sie sind allerdings ein Ärgernis für Leute wie Sie, die aus welchem Grunde auch immer sich übervorteilt fühlt.
Wieso eigentlich? Probleme mit dem Gönnen?
15:57
Die Deutschen schaffen sich ab.
Vermehren ??? Kaum noch zu finanzieren............
;-)
15:52
"Als arm gilt, wer weniger als 60 Prozent des sogenannten bedarfsgewichteten mittleren Einkommens zur Verfügung hat." - Welches Kleinkind hat denn mehr als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben? Wovon denn?
15:39
sind es glaub ich bei KiK Textillien.
14:57
Also Löhne sind alleine für die Verteuerung von Waren zuständig?
Wieso ist dann das I-Phone so teuer?
Wieso sind APPLE - Produkte so teuer?
Wieso fallen nicht im fast gesamten Elektro Bereich die Preise ins Bodenlose?
Warum kostet bei den entsprechenden FAST-FOOD Ketten ein Burger fast soviel, wie ein Mitarbeiter in der Stunde verdient?
Wieso sind die Produkte der Autohersteller - die im Ausland produziert werden - nicht viel billiger, als die hier hergestellten Fahrzeuge ?
Kann man endlos fortführen......................
14:56
Nehmen wir doch einfach mal provokant eine junge Sachbearbeiterin im Sozialamt, die ALG II usw. bearbeitet.
Die bekommt als Verheiratete mit Kind 2374 Euro monatlich netto.
Da gehen noch die Krankenkassenbeiträge für alle Familienangehörigen ab, da es privatversichert keine Mitversicherung gibt. Das wären für die Beamtin selber an die 250.- monatlich. Der nicht arbeitenden Ehemann muss von 50% des Bruttos seine Krankenversicherung bezahlen: nochmal ca. 270.- flöten.
Damit wäre man schon bei nur noch 1850 euro realem Monatseinkommen. Das Kind kostet zwischen 60 und 120.-, aber gehen wir mal von großzügig ca. 1800 Euro netto aus.
Da liegen also nur noch etwa 200-300 Euro zwischen der Armutsgrenze und dem Monatseinkommen eines diplomierten Beamten des gehobenen Dienstes mit Fachhochschulabschluss.
Und das ist einer der meistgehassten Berufsgruppen in Deutschland, kein kleiner Handwerker oder Büroangestellter.
Diese Armutsgrenzen sind demnach für den statistischen Mülleimer.
und was sind die 2374 Euro bei einem Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft brutto?
Warum ist die Sachbearbeiterin privat versichert?
Weil Beamte nicht in die gesetzliche Krankenkasse dürfen, da der Arbeitgeber keinen Pflichtanteil zahlt.
die dürfen schon.................
14:52
Es könnte natürlich auch sein - ist natürlich völlig abwegig:
Ein Teil der Menschen die mit ihren Kindern an der der Armutsgrenze - oder darunter leben - wussten bei der Geburt ihrer Kinder noch gar nicht, daß sie evtl. mal weniger Geld ( durch Arbeitslosigkeit, schlechteren Lohn, usw. ) haben würden.
Könnte sein - aber ist natürlich fast unmöglich