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Jedes dritte Kind trägt noch immer keinen Fahrradhelm

18.07.2013 | 09:58 Uhr
Jedes dritte Kind trägt noch immer keinen Fahrradhelm
Das scheinbar unbefriedigendste Ergebnis der Untersuchung betrifft die Schwächsten auf der Straße. Nur 66 Prozent der Kinder von sechs bis zehn Jahren, die auf Fahrrädern unterwegs sind, tragen einen Schutzhelm.Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool

Essen.  Jedes dritte Kind von sechs bis zehn Jahren trägt beim Fahrradfahren noch immer keinen Helm. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Bundesanstalt für Straßenwesen hervor. Die Deutschen in vielen anderen Bereichen jedoch mit Schutzkleidung und Gurten immer sicherer im Verkehr unterwegs.

Wie sicher sind die Deutschen auf den Straßen unterwegs? Immer sichererer, geht aus den neuen Zahlen der Bundesanstalt für Straßenwesen hervor. Jedes Jahr überprüft das Amt die Gurtanschnallquoten in Pkw und Lkw, die Zahl der eingebauten Kindersicherungssysteme und die Bereitschaft der Verkehrsteilnehmer, Helme und Schutzkleidung zu tragen.

Das scheinbar unbefriedigendste Ergebnis der Untersuchung betrifft die Schwächsten auf der Straße. Nur 66 Prozent der Kinder von sechs bis zehn Jahren, die auf Fahrrädern unterwegs sind, tragen einen Schutzhelm .

Höchststand bei der Helmtrage-Quote

Nach Angaben der Bundesanstalt ist das zwar ein Höchststand. 2011 waren es erst 56 Prozent. Aber dass jedes dritte Kind in diesem Alter mit ungeschütztem Kopf radelt, könnte die deutsche Helmpflicht-Debatte befeuern: Gerade hat das Oberlandesgericht Schleswig einer Fahrradfahrerin eine Teilschuld an einem Unfall gegeben, weil sie keinen Helm trug. Und die Helmpflicht zumindest für Kinder gibt es – von Österreich über Schweden bis Spanien – in vielen Ländern Europas.

Nach wie vor stehen sich aber Gegner und Befürworter der Kinder-Helmpflicht unversöhnlich gegenüber, weil es Untersuchungen aus dem Ausland gibt, wonach nach Einführung der Pflicht die Zahl der Verunglückten eher gestiegen ist. Auch viele Gerichte urteilen anders als jetzt das OLG Schleswig.

13 Prozent der erwachsenen Radfahrer tragen Helm

Erwachsene sind auf dem Fahrrad kein Vorbild. 2012 trugen, über alle Altersgruppen hinweg, nur 13 Prozent einen Helm, die elf- bis 16-jährigen schützten sich noch mit 29 Prozent etwas besser.

Ratgeber
Fahrradhelme im Test - so schützen Sie Ihre Kinder

Der ADAC hat acht Fahrradhelme für Kinder getestet. Gute Nachricht: Die beliebten Freestyle-Modelle, die aus der Skater-Szene kommen, stehen den Klassikern in punkto Sicherheit in nichts nach. Auch günstige Modelle sind gut, ergab der Test.

Auf dem Motorrad sieht das anders aus. 99 Prozent der Fahrer – im Vorjahr 97 Prozent – haben den Schutzhelm auf, wenn sie unterwegs sind. Das gilt mit wenig Differenz auch für die Beifahrer. 53 Prozent tragen zudem eine ergänzende, 29 Prozent eine komplette Schutzkleidung.

Auch Lkw-Fahrer haben sich an Gurte gewöhnt

Über viele Jahre hart diskutiert: Die Anschnallpflicht für Autofahrer. Sie ist genau so wie das Bußgeld beim Verstoß gegen diese Pflicht akzeptiert und kein Thema mehr. Die Deutschen haben sich an den Gurt gewöhnt, das gilt in den letzten Jahren stark zunehmend auch für Lkw-Fahrer. 98 Prozent der Fahrzeuglenker legen ihn insgesamt an, 99 Prozent auf Autobahnen und Landstraßen, 97 Prozent auch innerorts. Ähnlich gut gesichert sind die Erwachsenen, die im Fonds der Pkw sitzen.

Auch Kinder werden beim Autofahren in der Regel angeschnallt. Auf Autobahnen haben die Tester der Bundesanstalt sogar eine 100-Prozent-Quote ermittelt. Mit dem Einbau von Kindersitzen für Kinder ab 6 sieht es aber noch etwas anders aus. Vor allem bei Fahrten innerorts waren im letzten Jahr nur 73 Prozent und damit sogar weniger als 2011 in Kindersitzen untergebracht. Auf Stadtstraßen wurde jedes vierte Kind ab einem Alter von sechs Jahren sogar nur mit Erwachsenengurten gesichert. „Das ist nicht altersgerecht“, sagt die Bundesanstalt.

Dietmar Seher



Kommentare
19.07.2013
09:23
Jedes dritte Kind trägt noch immer keinen Fahrradhelm
von Pit01 | #6

Dieser Versuch alles zu reglementieren, möglichst EU - weit, geht mir auf den Keks. Für Kinder finde ich allerdings Helme ok.

18.07.2013
21:01
Jedes dritte Kind trägt noch immer keinen Fahrradhelm
von marcusschwefing | #5

Teil 2:
Übrigens, die Motorradraserei hat ja erst mit Einführung des Integralhelmes so richtig angefangen- wer einmal ohne Helm oder nur mit Halbschale schnell gefahren ist, weiss wovon ich rede....
Meiner Meinung nach handelt es sich bei diesem Sicherheitsgeschwafel um Lobbyarbeit der Versicherungswirtschaft, die nach jedem Strohalm greift um sich aus Zahlungsverpflichtungen herauszuwinden.
Aber es ist wohl unser Los als Medienkunden immer diese unreflektierte Berichterstattung ertragen zu müssen.
Übrigens fahre ich selbst leidenschaftlich gerne Motorrad, Fahrrad (jeden Tag 20 km zur Arbeit), Inline-Skates , und Ski.
Die größte Gefahr, die ich dabei erlebe ist nicht meine angeblich mangelhafte oder fehlende Schutzausrüstung.
Fürchten muß ich mich vor der Ignoranz und Rücksichtslosigkeit, der Unachtsamkeit , der Blindheit ,der Taubheit und mangelnden Fahrzeugbeherrschung vieler Verkehrsteilnehmer. Hier ist doch Potential!
Schönen Sommer noch, gut Fahrt -ob mit oder ohne -"Deckel"

18.07.2013
20:39
Jedes dritte Kind trägt noch immer keinen Fahrradhelm
von marcusschwefing | #4

Teil 1:
Ich persönlich bin strikt gegen die Einführung einer Fahrradpflicht für Fahrradfahrer. Damit trifft man jeden, auch den reinen Gelegenheitsfahrer und macht das Radfahren insgesamt unattraktiver.
Seit Jahren wiederholt sich diese tendezielle Berichterstattung. Im Frühjahr/ Sommer ist es der Fahrradhelm, im Herbst /Winter ist es der Ski-Helm.
Wo sind die belegbaren Fakten, das Helme sich im "Low-Speed"-Bereich positiv auf Unfall-Folgen auswirken? Viel häufiger sind doch Verletzungen der Hände, Knie , Rippen , Wirbelsäule , Abschürfungen, Prellungen und Verstauchungen .(Arbeite als Krankenpfleger im OP-/Ambulanzbereich....)
Kommt als nächstes die Einführung einer Tragepflicht für Schutzstiefel, Schutzhandschuhe , Schutzbrille und Protektorenkombi?
Der Vergleich mit den 99% Motorradfahrern hinkt, da hier ganz andere Geschwindgkeiten gefahren werden und der Helm nicht nur Unfallschutz ist, sondern auch vor Fahrtwind, Kälte, Regen, Lärm und heranfliegende Insekten schützt.

3 Antworten
Jedes dritte Kind trägt noch immer keinen Fahrradhelm
von MeinLieberScholli | #4-1

Also ich persönlich bin absolut FÜR eine Fahrradpflicht für Fahrradfahrer (oder wie heißen die jetzt genderneutral? Sry an alle weiblichen Mitbürger für diese eklatante Wissenslücke bzw. Diskriminierung).

Spass beiseite. Schon klar, dass Sie Helmpflicht meinten. ;-)
Kann Ihrer Vermutung nur absolut zustimmen, dass es sich hierbei um Lobbyarbeit der Versicherungen handelt.
Wie der ADFC auch betont, werden hierbei die Gelegenheitsfahrer bestraft und der Verkehr verlagert sich zunehmend auf das KFZ. Das kann nicht das erstrebte Ziel sein. Viel wichtiger wären da gut ausgebaute Radwege in Ballungszentren.

Wenn ich mir manchmal vorstelle, wo ich jetzt regulär auf der Fahrbahn stehen müsste, um der Straßenverkehrsordnung zu entsprechen, wird mir angst und bange. Als linksabbieger quer über die Straße zu müssen und mich dort einzufädeln halte ich für weitaus gefährlicher, als ohne Helm zu fahren. Als Radfahrer ist man lt. Autofahrer nur ein störendes Element, welcher ständig im Weg ist.

Jedes dritte Kind trägt noch immer keinen Fahrradhelm
von MeinLieberScholli | #4-2

Und wenn dann mal zur eigenen Sicherheit, bzw. um den fließenden Verkehr nicht allzusehr zu beeinträchtigen der Radfahrer (der an seinem Leben hängt), nunmal lieber den Gehweg benutzt, wird man als "Verkehrsrowdy" bzw. "Kampfradler" bezeichnet.
Ich ertrage lieber die Beschimpfungen, als ein weiteres mal von einem "Verkehrsrowdy" mit 50PS und riesiger Knautschzone als Kühlerfigur missbraucht zu werden.
In meinem Fall z.B. hätte ein Helm eher mehr Schaden angerichtet, als das er mir geholfen hätte. Mit Halbschale hätt ich meinen Zahn trotzdem verloren.

Und btw: wie oft ich schon mit 5cm Abstand und 30kmh geschwindigkeitsdifferenz überholt worden bin, kann ich nichtmehr zählen. Hab mir da schon oft einen Abstandhalter gewünscht, an dessen Ende ein scharfer Gegenstand montiert wäre um dem Engauffahrenden ein schönes Andenken auf der rechten Fahrzeugseite zu hinterlassen.
Aber so verbittert bin ich noch nicht. Ich schluck den Schreck, ärger mich kurz und gut is.

Jedes dritte Kind trägt noch immer keinen Fahrradhelm
von truckerchen | #4-3

Hallo Scholli,

zugegeben, es bedarf erst einmal einer gewissen Überwindung. Viel zu sehr wurde und wird uns in der Kindheit eingeprägt, wie gefährlich Autos doch sind und dass man ihnen wo immer möglich weit aus dem Wege zu gehen ist. Nimmt man sich aber sein Recht als Radfahrer und fährt (nach außen) selbstbewusst am Verkehr teil, so ist auch die Linksabbiegerei kein gefährliches Spiel. Ich fahre nach der Devise des ADFC: "nach außen hin selbstbewusst, innerlich aber immer auf der Hut" und fahre damit seit einiger Zeit viel besser als am Anfang.

18.07.2013
13:19
steter Tropfen höhlt den Stein
von ruettensu | #3

...sagt man ja so schön.

Bis es jeder glaubt.

Schutzwirkung in bestimmten Fällen mag gegeben sein, aber im Endeffekt verhindert dieses Styroporteil kaum schwere Verletzungen, insbesondere wenn hohe Geschwindigkeiten von Autos mit im Spiel sind.

Putzig das bei jedem Artikel bzgl. Fahrradunfalls sofort der Hinweis mit dem Helm kommt; ohne mal auf die genaue Verletzung einzugehen.

Vor allem dieser versteckte "Vorwurf" in der Artikel: Warum haben wir noch keine 100 %
bei Kindern erreicht.

Fahrradfahren ist nicht gefährlicher als früher, wir haben leider ein grosses Problem: Der immens gewachsene Autoverkehr.
Aber da geht man lieber nicht dran, gelle?

18.07.2013
11:54
Jedes dritte Kind trägt noch immer keinen Fahrradhelm
von Stadewaeldchen | #2

Meine Güte, was soll das Fahrradhelm gehype in letzter Zeit? Will man Radfahren unbedingt für gefährlicher erklären, als es tatsächlich ist? Oder soll die unbewiesene Schutzwirkung von Radhelmen in die Hirne gemeiselt werden? Wer steckt dahinter? Die Autolobby? Die Helmhersteller?

und @blauaeugelchen:
Kennzeichen lassen auf den Halter des Fahrzeugs schließen, nicht aber auf den Fahrer. Trotz Kennzeichen begehen 5,4% der Autofahrer Unfallflucht, bei den Radfahrern sind es ohne Kennzeichen nur 3,9%. Ansonsten werde ich als Radfahrer meistens von Autofahrern kritisiert, obwohl ich nichts falsch mache. Werde ich auf mein vermeindliche Fehlverhalten angesprochen, biete ich auch jedes mal an, mit zur Polizei zu kommen, damit mich der Autofahrer anzeigen kann. Wollte bisher leider noch keiner...

18.07.2013
11:00
Jedes dritte Kind trägt noch immer keinen Fahrradhelm
von blauaeugelchen | #1

Es sollte nicht nur die Helmpflicht für alle Radfahrer eingeführt werden, sondern auch die Kennzeichenpflicht. Dann wäre es sehr viel leichter, diejenigen anzuzeigen, die sich nicht an die Gesetze halten.

3 Antworten
Jedes dritte Kind trägt noch immer keinen Fahrradhelm
von MeinLieberScholli | #1-1

Watt hastn vor? Jeden Radfahrer, der sich (Ihrer Meinung nach) verkehrswiedrig verhält anzuzeigen???

Ich will mir garnicht vorstellen, wieviele Autofahrer dann WÄHREND dem fahren OHNE Freisprechanlage dann jeden pups von einem Radfahrer zur Anzeige bringen möchten, nur damit sie nächstes mal noch schneller durch die 30er Zone brettern können.

Ein wenig empathie für schwächere Verkehrsteilnehmer würde dem gemeinen Autofahrer nicht schaden. Auch für (vermeintliche, weil nicht eindeutige) Regelbrüche der Radfahrer. Klar gibt es Chaoten, aber die gibt es im KFZ doch auch.

Immer dran denken: Ein Radfahrer beansprucht nur max. 1qm für eine einzelne Person. Ein KFZ-Führer dagegen mindestens 8qm für max. 5 Personen (i.d.R. aber nicht mehr als 1).
Jeder Autofahrer sollte sich vor einer Ampel denken: "Ach, hätten die ganzen Idioten vor mir nur ein Fahrrad. Dann würd ich sogar die nächste Grünphase mitbekommen." und somit etwas mehr Rücksicht auf die schmalen VerkehrsTEILNEHMER nehmen.

Jedes dritte Kind trägt noch immer keinen Fahrradhelm
von MeinLieberScholli | #1-2

Zu Ihrer Forderung nach Kennzeichen für Fahrräder u.ä. :
Selbst wenn ich ein Kennzeichen hätte, würde es Ihnen schwer fallen, mir einen Gesetzesbruch nachzuweisen.
Genauso wie ich nicht jedesmal bei der Polizei anrufen kann, wenn mir ein KFZ Fahrer der sich mit seinem Telefon beschäftigt, auffällt. Selbst wenn Ich Ihr KFZ Kennzeichen habe.

Also was genau versprechen Sie sich von dieser Kennzeichnungspflicht?
Zumal eine Halterhaftung nichtmal für KFZ gilt?
Um Antwort wird gebeten!
Konkrete Situationen, in denen Sie sich einen Nutzen von dieser Kennzeichnugspflicht versprechen, würden mich (und sicherlich auch andere Nutzer) brennend interressieren.

Jedes dritte Kind trägt noch immer keinen Fahrradhelm
von Pit01 | #1-3

#1

Ihnen möchte ich auch nicht begegnen.

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