Italien rettet fast 800 Flüchtlinge - Geburt an Bord

Fast 800 Migranten wurden von der italienischen Marine und Küstenwache gerettet.
Fast 800 Migranten wurden von der italienischen Marine und Küstenwache gerettet.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Während in Italien knapp 800 Flüchtlinge gerettet wurden, sind in Spanien zwanzig Tote auf einem Schiff entdeckt worden. Menschen wurden ins Meer geworfen.

Rom/Almeria. Die italienische Marine und Küstenwache haben innerhalb von 24 Stunden fast 800 Migranten im Mittelmeer gerettet. An Bord eines Schiffs der Marine brachte eine Frau aus Somalia ein Kind zur Welt, wie die Marine am Freitag mitteilte. Die Behörden waren mit mehreren Schiffen im Einsatz, um die insgesamt 778 Flüchtlinge nach Italien zu bringen.

"Während der Rettungsaktionen hat eine somalische Frau mit der Hilfe des medizinischen Personals der Marine auf dem Schiff einen kleinen Jungen zur Welt gebracht, der Hamed Idiris Ibrahim genannt wurde", teilte die Marine mit. "Dem Baby und seiner Mutter geht es gut."

Schiffe gerieten in Seenot

Die Marine nahm in der Nacht von zwei Schiffen, die vor der libyschen Küste in Seenot geraten waren, insgesamt 286 Menschen an Bord. Später kamen noch 204 Flüchtlinge dazu, die zuvor von der Küstenwache gerettet worden waren. Die Küstenwache nahm am Freitag weitere 237 Menschen im Mittelmeer auf, zudem sollten am Abend 51 weitere Menschen aus Nordafrika in Sizilien ankommen.

Mittelmeer Nach einem Drama an Bord eines Flüchtlingsschiffs mit mehr als 20 Toten hat die spanische Polizei zwei Kameruner festgenommen. Die beiden Männer stehen im Verdacht, sieben bis zehn Insassen des Bootes vor der südspanischen Mittelmeerküste ins Meer geworfen zu haben.

Streit an Bord ausgebrochen

Das Schiff war nach Medienberichten vom Freitag im Dezember 2014 mit mehr als 50 Afrikanern an Bord von Nador im Norden Marokkos losgefahren und vor der Küste der spanischen Stadt Almería in einem Sturm in Seenot geraten. 29 Flüchtlinge konnten gerettet werden. Wie die Ermittler mitteilten, war während des Unwetters unter den Insassen ein Streit ausgebrochen.

Der Auslöser seien die Gebete eines nigerianischen Priesters gewesen. Die Kameruner machten den Geistlichen nach diesen Angaben für die Verschlechterung der Witterungsbedingungen verantwortlich. Sie hätten den Priester und andere Bootsinsassen ins Meer gestoßen, hieß es. Die genaue Zahl konnte nicht ermittelt werden. Die Polizei legt den Festgenommenen mehrfachen Totschlag zur Last. Eine nicht bekannte Anzahl weiterer Flüchtlinge, darunter sieben Kinder, wurde von den Wogen ins Meer gerissen und ertrank. Die Zeitung "El País" bezifferte die Zahl der Toten auf insgesamt 28. (dpa)