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Indien setzt sich für Mädchen ein

23.01.2015 | 00:11 Uhr

Neu Delhi. Die indische Regierung hat eine neue Kampagne zur Rettung und Ausbildung von Mädchen gestartet. Auf dem Subkontinent werden jedes Jahr Hunderttausende weibliche Föten abgetrieben. Außerdem sterben viele kleine Mädchen, weil sie weniger zu essen bekommen und seltener zum Arzt gehen dürfen als Jungen. „Ich bin heute gekommen, um euch anzuflehen, die kleinen Mädchen leben zu lassen“, sagte Indiens Premierminister Narendra Modi am Donnerstag.

Gestartet wurde die Kampagne im nordindischen Haryana, denn dort ist das Geschlechterverhältnis so ungleich wie sonst in keinem anderen Bundesstaat. Auf 1000 Jungen kommen in Haryana nur 834 Mädchen. „Wir sind es nicht wert, Bürger des 21. Jahrhunderts genannt zu werden“, sagte Modi in der Ansprache in der Stadt Panipat. „Es ist, als wären wir aus dem 18. Jahrhundert, als die Mädchen direkt nach der Geburt getötet wurden. Wir sind sogar noch schlimmer, da wir ihnen noch nicht einmal erlauben, geboren zu werden, sondern sie noch im Bauch der Mutter umbringen.“

Das neue nationale Programm trägt den Titel „Beti Bachao, Beti Padhao“, also „Rettet das Mädchen, bildet das Mädchen aus“. Indische Mädchen brechen viel häufiger die Schule ab als Jungen. Modi gab den Startschuss für 72 Kampagnenfahrzeuge, die das Land durchqueren und die Menschen an vielen Orten aufklären sollen.

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2015-01-23 00:11
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