Hunderte Bahn-Reisende saßen nach Blitzeis einen Tag fest

Archivaufnahme eines IC - die Passagiere des Zugs von Köln nach Emden mussten nun zum Bahnhof laufen.
Archivaufnahme eines IC - die Passagiere des Zugs von Köln nach Emden mussten nun zum Bahnhof laufen.
Foto: Archiv/dpa
Was wir bereits wissen
Das Winterwetter hat für Probleme bei der Bahn gesorgt. Blitzeis stoppte bei Emden zwei IC auf der Strecke Köln–Norddeich – mit schweren Folgen.

Emden.. Blitzeis hat am Sonntag zwei Züge in Norddeutschland gestoppt: Zwei Intercitys blieben auf der Strecke Köln–Norddeich liegen – einer davon sogar zweimal.

Für die Passagiere des Zugs nach Emden hatte hat die Bahn schon am Sonntagabend eine Lösung gefunden: Die Passagiere gingen die kurze Strecke in die Stadt zu Fuß, sagte ein Bahnsprecher. Der IC war einen Kilometer vor dem Bahnhof Emden wegen einer vereisten Weiche liegen geblieben.

Weiterer Intercity von Diesellok abgeschleppt

Schwieriger war die Situation für den voll besetzte IC in der Gegenrichtung nach Köln. Er war zwischen Norddeich und Emden liegen geblieben – wegen komplett vereister Oberleitungen. Aussteigen konnten die Fahrgäste erstmal nicht. „Dort war es zu gefährlich zum Aussteigen, das Gelände ist abschüssig und war überfroren“, so der Sprecher der Bahn. Im Zug saßen vor allem Urlauber, die den Jahreswechsel auf den ostfriesischen Inseln verbracht hatten.

Wetter-Umschwung Hunderte Passagiere warteten die ganze Nacht lang auf ihre Weiterfahrt. Wie ein Bahnsprecher am Morgen sagte, musste eine mittlere dreistellige Zahl an Fahrgästen die Nacht im beheizten Zug verbringen oder wechselte in die nahe gelegene Halle einer Fährgesellschaft. Helfer von Bahn, THW und DRK versorgten die Gestrandeten mit Essen und Getränken. Spezielle Lokomotiven fuhren seit 5 Uhr die Strecke ab und befreiten die Oberleitung vom Eis.

Gegen 9.30 Uhr – mit 22 Stunden Verspätung – konnte der Intercity weiter fahren. Allerdings nur wenige Kilometer bis Emden. Dort streikt eine vereiste Weiche. Aber schon nach zehn Minuten ging es weiter.

Viele Unfälle wegen Schnee und Eis

Spiegelglatte Straßen machten am Sonntag vielen Niedersachsen und Bremern zu schaffen. In beiden Bundesländern kam es binnen 24 Stunden zu mehr als 300 Unfällen. Allein die Polizeidirektion Oldenburg meldete am Montag in einer ersten Bilanz 183 Unfälle. Bei 16 davon wurden Menschen verletzt. "Es hätte noch schlimmer kommen können", sagte ein Sprecher. Weil der Wintereinbruch auf einen Sonntag fiel, waren deutlich weniger Menschen mit dem Auto unterwegs als an Werktagen.

Im Südwesten lösten Schnee und Glatteis am Montag mehrere Staus und Blechschäden aus. Auf der Autobahn 8 verursachten insgesamt vier querstehende Lastwagen in beiden Fahrtrichtungen lange Verzögerungen, wie die Polizei mitteilte. Zwei der Lastwagen verhinderten die Durchfahrt von Streufahrzeugen. (dpa)