Das aktuelle Wetter NRW 2°C
Fußball-Mäzen

Hopp-Erpresser muss drei Jahre ins Gefängnis

09.12.2009 | 12:07 Uhr
Funktionen
Hopp-Erpresser muss drei Jahre ins Gefängnis

Heidelberg. Er wollte 5,5 Millionen Euro haben und drohte, die Familie von Milliardär und Fußball-Mäzen Dietmar Hopp zu ermorden. Jetzt hat das Landgericht Heidelberg Ralf M. zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Hopps Anwalt hatte, ebenso wie der Staatsanwalt, fünf Jahre gefordert.

Wegen versuchter Erpressung des Milliardärs Dietmar Hopp muss ein 43-jähriger Spediteur aus dem Landkreis Heilbronn drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Das Landgericht Heidelberg sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass der Angeklagte zwischen Ende August und Anfang September in drei Briefen von Hopp insgesamt 5,5 Millionen Euro verlangt hatte. Andernfalls - so drohte der Erpresser - würden Hopps Ehefrau und dessen zwei Söhne zu Tode kommen.

Tatmotiv: finanzielle Schwierigkeiten

Der Mann wurde am 5. September von der Polizei festgenommen. Zu einer Geldübergabe kam es nicht. Als Tatmotiv nannte der Inhaber einer Spedition in Gemmingen finanzielle Schwierigkeiten seiner Firma.

Am Dienstag hatte der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Er habe die Erpresserbriefe «selbst verfasst», gestand der Inhaber einer Speditionsfirma aus Gemmingen im Landkreis Heilbronn.

Hopp-Famile zwischenzeitlich ins Ausland geflohen

Erpressungsopfer Dietmar Hopp

Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft gefordert, der Anwalt Hopps, Alexander Keller, schloss sich als Vertreter der Nebenklage der Forderung der Staatsanwaltschaft an. Der Angeklagte habe mit «fast schon brutaler Rücksichtslosigkeit» gehandelt. Denn in seinen Briefen habe er eine Reihenfolge genannt, in der die Angehörigen Hopps sterben sollten. Die Familie des 69-jährigen SAP-Mitbegründers und Fußball-Mäzens habe sich für drei Wochen ins Ausland begeben müssen, um sich in Sicherheit zu bringen.

Mit Blick auf das Tatmotiv des Angeklagten sagte Keller, es sei erschreckend, wie ein «ganz normaler Bürger» dazu komme, jemanden zu erpressen. «Das macht Angst», sagte Keller. Die Strafe müsse daher eine «Abschreckungswirkung» für potenzielle Nachahmungstäter haben. (ddp)

DerWesten

Kommentare
09.12.2009
14:32
Hopp-Erpresser muss drei Jahre ins Gefängnis
von holmark | #1

War ein schwieriger Job für den Verteidiger. Das Gericht wollte den Angeklagten doch glatt freisprechen... ;o)

Aus dem Ressort
Militär beendet vorerst Bergung von AirAsia-Wrack
Flugzeugabsturz
Alle Versuche, den Rumpf der abgestürzten AirAsia-Maschine aus zu heben, blieben ohne Erfolg. Suchmannschaften stellen Bergungsarbeiten ein.
Krankenstand bei psychischen Erkrankungen auf Rekordhoch
Arbeitnehmer
Knapp 17 Prozent aller Fehltage sind 2014 auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. Damit hat sich die Zahl in zehn Jahren mehr als verdoppelt.
Cumberbatch entschuldigt sich für den Ausdruck "Farbige"
Kino
Schauspieler Benedict Cumberbatch hat sich nach heftigen Debatten in den Sozialen Netzwerken für den Ausdruck "farbige Schauspieler" entschuldigt.
Flugausfälle, Fahrverbot – Schneesturm legt US-Ostküste lahm
Schneesturm
New York liegt unter einer Schneedecke. Aber Blizzard "Juno" hat in der Nacht weniger Schnee gebracht als erwartet gebracht. Das Unwetter flaut ab.
"Mitarbeiter-Fehler" war Schuld am Facebook-Ausfall
Facebook
Absturz bei Facebook: Die Seite war am Dienstagmorgen etwa eine halbe Stunde lang nicht zu erreichen. Hacker reklamieren den Ausfall für sich.
article
2238404
Hopp-Erpresser muss drei Jahre ins Gefängnis
Hopp-Erpresser muss drei Jahre ins Gefängnis
$description$
http://www.derwesten.de/panorama/hopp-erpresser-muss-drei-jahre-ins-gefaengnis-id2238404.html
2009-12-09 12:07
Panorama