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Hochwasser

Hochwassersituation in Magdeburg dramatisch - Pegel so hoch wie nie

08.06.2013 | 18:27 Uhr
Hochwasser in Sachsen-Anhalt - Magdeburg

Magdeburg.  Noch nie stand das Wasser der Elbe in Magdeburg so hoch. Eine Entwarnung ist nicht in Sicht. Die Welle rollt weiter auf den Norden Sachsen-Anhalts zu. Innenminister Holger Stahlknecht warnte: Es können nicht alle Standorte gehalten werden. Die Lage in Bitterfeld entspannt sich, die Gefahr ist aber noch nicht gebannt.

Magdeburg wird von dem höchsten Wasserstand der Elbe in seiner Geschichte bedroht. Selbst bei dem verheerenden Jahrhunderthochwasser 2002 lag der höchste Pegelstand mit 6,72 Meter gut 70 Zentimeter unter dem am Samstag gemessenen Wert von 7,40 Meter. Ministerpräsident Reiner Haseloff, Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) und Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) bezeichneten die Situation als so kritisch wie noch nie.

In Magdeburg müssen Deiche auf einer Länge von 20 Kilometern verteidigt werden. "Die nächsten Tage werden extrem und schwierig", sagte Trümper. Innenminister Stahlknecht betonte: "Die Kräfte müssen immer am richtigen Ort eingesetzt werden, das bedeutet, dass nicht alle Standorte gehalten werden können."

Hochwasser hält Deutschland in Atem

Pflegeheim evakuiert, Umspannwerk gefährdet

Ein Altenpflegeheim wurde bereits evakuiert. Auch ein Umspannwerk und der Stadtteil Rothensee mit einem großen Binnenhafen und viel Industrie sind gefährdet. Dort wurden auch die Bewohner aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. "Wir wissen nicht, wieviel Wasser noch kommen wird", sagte der Oberbürgermeister. Das Wasser laufe bereits über die 7,20 Meter hohe Hafenmauer. "Wir wollen keine Hektik verbreiten, man hat Zeit, Rothensee geordnet zu verlassen."

Hochwasser
Experten rechnen mit Schaden von 11 Milliarden Euro

Die Einsatzkräfte in Sachsen-Anhalt kämpfen weiter gegen die Wassermassen von Elbe und Saale. An der Elbe ist die Lage besonders dramatisch, unter anderem in Magdeburg und Aken. Experten rechnen mit Schäden in Höhe von elf Milliarden Euro in Deutschland. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Bei Bitterfeld versuchten Bundeswehr und Helfer weiter, ein Leck zwischen dem Goitzschesee und dem Seelhausener See zu schließen. Dazu wurden aus Hubschraubern der Bundeswehr große Sandsäcke abgeworfen. In den vergangenen Tagen wurde befürchtet, dass ein größeres Leck zwischen den beiden Seen eine Flutwelle vom höher gelegenen Seelhausener See in die Goitzschesee auslösen könnte. Dann würde auch Bitterfeld überflutet. Die Gefahr ist nach Angaben des Krisenstabes noch nicht abgewandt.

Wege des Hochwassers mussten zahlreiche Straßen im Land wegen Überflutung gesperrt werden. Ausfälle und Behinderungen gab es auch wieder der Deutschen Bahn. So fahren Fernzüge von Berlin und Magdeburg nach Leipzig über Dessau. (dpa)



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