Phantom-Panne
Hersteller: Wattestäbchen für DNA-Proben nicht geeignet
27.03.2009 | 14:44 Uhr 2009-03-27T14:44:00+0100
Stuttgart. Die Geschichte um die verpatzte Suche nach dem "Phantom" wird immer grotesker: Die Polizei jagte wegen verunreinigter Wattestäbchen offenbar monatelang einer falschen Genspur hinterher. Nun erklärt ein möglicher Hersteller, dass seine Wattestäbchen für DNA-Proben gar nicht geeignet sind.
Ein Hersteller von Wattestäbchen hat die Verantwortung für eine etwaige Panne bei der Spurensicherung zum Heilbronner Polizistenmord zurückgewiesen. Die von der Greiner Bio-One GmbH vertriebenen Abstrichbestecke seien nicht für die Verwendung von molekulardiagnostischen Analysen vorgesehen, teilte das Unternehmen in Frickenhausen bei Nürtingen mit.
Eine Sprecherin sagte auf Anfrage, die Firma arbeite mit dem baden-württembergischen Landeskriminalamt zusammen. Genauere Angaben machte sie aber zunächst nicht. Damit steht nicht fest, ob die Abstrichbestecke überhaupt bei den Tatorten des Phantoms eingesetzt wurden.
Sterilisation beseitigt DNA-Verunreinigungen nicht
Die Wattestäbchen werden den Angaben zufolge über einen deutschen Importeur bezogen. Die Stäbchen seien aus Holz gefertigt, die Watte bestehe aus Baumwolle. Wattestäbchen, Kunststoffröhrchen und Verschluss werden zu einem kompletten Abstrichbesteck montiert, teilte die Firma mit. Die abschließende Sterilisation mit ionisierenden Strahlen führe zu einem sterilen keimfreien Produkt für den spezifischen Einsatzbereich.
«Mögliche vorhandene DNA-Verunreinigungen menschlichen oder tierischen Ursprungs können durch eine Sterilisation nicht beseitigt werden.» Daher sei eine Verwendung des Abstrichbestecks für molekulardiagnostische Analysen nicht vorgesehen. Dies gehe aus den ausführlichen Produktbeschreibungen hervor.
Mögliche Schadenersatzklagen
Der Sprecher des baden-württembergischen Landeskriminalamts, Horst Haug, sagte am Freitag in Stuttgart, die Behörde habe sich an den europäischen Standards für die Spurensicherung orientiert. «Die halten wir ein.»
Der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech (CDU) hatte am Donnerstag Schadensersatzansprüche nicht ausgeschlossen, falls verunreinigte Wattestäbchen Grund für eine Fahndungspanne auf der Suche nach der mutmaßlichen Serienverbrecherin seien. Die Polizei lässt nun bundesweit alle Wattestäbchen-Vorräte überprüfen. Wann es Sicherheit über die Herkunft der DNA-Spur des «Phantoms» gibt, ist laut Landeskriminalamt noch nicht absehbar. (ap)

17:19
Offenbar ist es hier einigen Leuten wichtiger, Schuldige zu finden als Probleme zu lösen. Fehler sind doch dazu da, dass man daraus lernt.
Ich habe zwar nicht allzuviel Ahnung von der Materie, aber vielleicht kann man ja zukünftig Fehler durch verunreinigte Stäbchen ausschließen, indem man - ähnlich wie bei Dopingkontrollen - eine A- und eine B-Probe nimmt. Die Wattestäbchen der A-Probe müssen natürlich von einen anderen Hersteller kommen als die der B-Probe. Das Phantom würde dann immer nur auf eine der beiden Proben erscheinen.
Aber wie gesagt, nur so ein Gedanke. Ich bin Laie
15:38
Wir können wohl davon ausgehen, daß der Lieferant über die geplante Verwendung dieser Wattestäbchen informiert war.
Aber offensichtlich leben die Leute, die der Polizei die Stäbchen verkauft haben, auch von ihrer Provision!
;-))
14:54
Hauptsache der Schibulski mit seiner Profilneurose hat eine reine Weste und ist an nichts Schuld.
Leute, die so einen geistigen Senf ablassen, brauchen dringend einen Sozial-Psychologen.
PS: Erinnerung an den Kommentar zum Bettler in Göttingen. Mach´ dir mal Licht im Keller.
14:39
WATT N Scheiß!!!!!!
13:57
@Atheist
Genau das ist der Pudels Kern. Die zuständigen Einkaufsleiter müßten sofort zur Rechenschaft gezogen werden.Allein die Verunglimpfung dieser Firma,die mit Sicherheit völlig unschuldig ist,gehört strafrechtlich verfolgt.Der Hauptverantwortliche Behördenleiter mitsamt seinen Unterhäuptlingen gehören sofort aus dem Staatsdienst entlassen,ohen Pensionsansprüche.Schadenersatzzahlungen aus dem privaten Portemonnaie müßte die Folge sein.Über sowas rege ich mich auf.Jetzt die Schuld auf andere schieben.So geht es nicht.
13:15
Behörden- und Beamtenpack, sage ich da nur wieder .........
Genau jene bauen immer wieder den größten Mist, die sich permanent als Oberlehrer über normale Bürger aufspielen. Die Polizei, die fehlerhaft arbeitende Geschwindigkeitsmessungen vornimmt und damit den Menschen das Geld aus der Tasche zieht, die Jugendämter, die nicht eingreifen, wenn sie von der Misshandlung von Kindern erfahren und damit deren Tod verursachen .......... und so weiter und so fort ...........
Und das Schlimmste was diesen Versagern in der Regel passiert, dass sie in eine andere Dienststelle versetzt werden. Ganz zu schweigen von der lebenslangen Arbeitsplatzgarantie und gesicherten Pensionen.
13:09
Ja klar, man hält sich an europäische Standards, aber keiner hat wohl geprüft ob diese auch für molekulardiagnostischen Untersuchungen ausreichen,und mit viel Glück und Gottvertrauen entschieden - aber nnöööö.....
12:36
oder der freund des schwagers, dessen bruder den freund seiner schwester kennt,und dessen schulkollege ist vielleicht vertriebsmensch in der firma. da wollte man sich einfach mal ein bischen gegenseitig helfen?? alles ist möglich ;-)
12:05
Ich vermute, die Stäbchen waren von mehreren Angeboten die billigsten. Der Rest war da nur noch Nebensache. Ich behaupte, dass solche Dinge immer wieder passieren, weil ja an allen Ecken und Enden gespart werden muss. Auch in solch hochsensiblen Bereichen wie beschrieben.