Hermann und Helene beim Echo

Bei der „Echo“-Verleihung in Berlin ist wieder einmal fast alles perfekt gelaufen, finde ich. Nur auf den Auftritt von Hermann Gröhe habe ich vergeblich gewartet.

Unser fröhlicher Bundesgesundheitsminister ist ja der bessere Campino, wie wir wissen, seit er einst mit den anderen CDU-Granden bei der Wahlparty siegestrunken „Tage wie diese“ von den Toten Hosen schmetterte. Aber Gröhe blieb auf der Tribüne, überließ diesmal anderen Wahlsiegern den Vortritt wie Andreas Bourani oder Adel Tawil und genoss in aller Stille Nana Mouskouris Werbung für die enorme Haltbarkeit von Kassengestellen. Der Wahljamaikaner Campino gesellte sich derweil zu seinem kölschen Kumpel Wolfgang Niedecken, um einen Bob-Marley-Song nachträglich zu beerdigen.

Dass die Helene Fischerisierung der Republik weiter voranschreitet, ist nicht zu übersehen. Da blieb selbst den Altrockern von Pink Floyd und AC/DC die Spucke weg. Denn die schöne Blondine sackte ja nicht nur vier Preise ein, sondern wurde vom großen Schauspieler Til Schweiger für ihre Rolle im nächsten Hamburger „Tatort“ geadelt, wo sie ganz wunderbar sei.

Helene Fischer ist immer ganz wunderbar. Und ihr Scherz, dass manche sie im „Tatort“ sicher schon nach fünf Minuten gerne tot sähen, ist wirklich ein allzu pessimistischer Blick auf ihre Kritiker. Zehn Minuten mehr halten wir schon aus. Und im Abspann sänge dann Hermann Gröhe „Atemlos durch die Nacht“.