Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Extrem-Sport

Hattinger will die Zugspitze im Ultralauf erobern

24.06.2011 | 18:33 Uhr
Hattinger will die Zugspitze im Ultralauf erobern
Ultraläufer Frank Schacht aus Hattingen-Blankenstein beim Training. Foto: Matthias Graben

Hattingen.  100 Kilometer lang, 5600 Meter Höhenunterschied – der Hattinger Frank Schacht startet am Samstag beim ersten Ultralauf.

Mit dem Almrausch ist das so eine Sache: Für die einen reichen Blümchen in den Bergen, für die anderen drei Halbe in der Jausenstation. Frank Schacht braucht ein bisschen mehr: 40, manchmal 70 Kilometer im Dauerlauf, bis sich dieses Glücksgefühl einstellt. Man kann sich den 45-Jährigen nicht mit einer Tüte Chips auf der Couch vorstellen, am heutigen Tag schon gar nicht, wo er beim Ultralauf um die Zugspitze dabei ist. 100 Kilometer auf und ab, über 5600 Meter Höhenunterschied, weit mehr als das Matterhorn misst.

Knapp 500 Ausdauerfreaks werden es heute sein, die sich das antun. Sportler aus aller Welt, unter ihnen auch ein halbes Dutzend aus dem Ruhrgebiet. Beim ersten Zugspitz Ultratrail geht’s an die Grenzen des körperlich Machbaren, für den kopfschüttelnden Laien sogar des körperlich Denkbaren. Wenn andere Urlauber im Städtchen Grainau am Fuße von Deutschlands höchstem Berg noch in den Federn schlummern, geht’s für Frank Schacht und seine Mitläufer schon bergauf. Rund 20 Stunden plant der Leiter der Feuer- und Rettungsleitstelle des Ennepe-Ruhr-Kreises für die (Tor-)Tour ein, noch vor dem Morgengrauen des Sonntages will er es geschafft haben. Lediglich eine Stirnlampe wird ihm dabei den Weg weisen, der Mond wohl eher nicht, denn es ist eher gruseliges Wetter vorausgesagt.

Ultraläufe sind alles, was über Marathon hinausgeht

Ultraläufer fangen da an, wo es bei den meisten Langstrecklern aufhört. Alles was über den Marathon hinausführt, Endlosstrecken von 100 Kilometern und mehr, Etappenläufe von 300 Kilometern in fünf Tagen. Frank Schacht wollte eigentlich nur mit dem Rauchen aufhören, 1995 war das, und fing mit dem Laufen an: „Das wurde schnell zum Selbstläufer. 1997 reizte mich der Berlin-Marathon, zwei Jahre später bin ich dann meinen ersten Hunderter gerannt.“

Schacht war dabei, beim Marathon des Sables 2001 durch die marokkanische Wüste, bei einer echten Durststrecke durch Namibia, beim Alpenlauf über 350 Kilometer, beim Iron-Man in Roth und Zürich. Lange Läufe statt Langeweile, Abenteuer statt Alltagstrott, das hat den Ehemann und Vater zweier Söhne schon immer fasziniert. Mit dem Auto durch Indien und Nepal bis hinüber nach Tibet oder noch verwegener: Mit dem Gleitschirm wvom Gipfel des Kilimandscharo. Schacht war 1989 mit zwei Team-Kollegen der Erste, der so etwas überhaupt wagte – und schaffte.

Er scheint jemand zu sein, der den regelmäßigen Adrenalin-Kick braucht oder seine Endorphin-Dröhnung. Sport als Ersatzdroge: „Ab einem gewissen Punkt kommt ‚Runners High’, man fühlt sich nur noch gut.“ Beim Zugspitz Ultratrail macht er sich auf Höhen, aber auch auf Tiefen gefasst, wobei letztere eher beim bergab als beim bergauf Laufen durchlitten werden: „Bergab übersäuert die Muskulatur oftmals, das tut dann richtig weh.“ Und es kann jemanden mental hart treffen. „Es gibt Phasen, da würde ich am liebsten in den Zug steigen und nach Hause fahren. Aber der Mensch ist leidensfähiger, als er denkt.“

Frank Schacht freut sich auf das Weizenbier nach dem Iron Man

Genauer betrachtet ist Frank Schacht aber ein Sportler, der mit beiden Beinen nicht nur geht, sondern auch im Leben steht. Und deshalb glaubt man ihm, wenn er sich auf das Weizenbier nach dem Iron Man freut, auf ein Helles am Ende des Tunnels. Und man kann nachvollziehen, wie enttäuscht er war, als das Bier in Roth schon zu Ende war, weil er erst unter ferner liefen eintrudelte.

„Ich habe keine optimale Läufer-Figur, weil ich gerne genieße. Laufen ist dafür genau der richtige Ausgleich.“ Da können wir Schacht nur die Daumen drücken, dass heute an der Zugspitze das Wetter mitspielt. Ansonsten gibt es nur zwei Alternativen für seine Familie und sich: mit einer Tüte Chips vor dem Fernseher liegen oder eine Shopping-Tour durch Garmisch-Partenkirchen. Wobei letztere die schrecklichere wäre für den Ultraläufer.

Martin Tochtrop



Kommentare
29.06.2011
20:49
Hattinger will die Zugspitze im Ultralauf erobern
von KWD385D | #16

An Pupille:

Meiner Meinung nach ist es doch NEID!!!
Der Neid darauf das jemand in den Midlle ages noch soetwas leisten kann.Die meisten Männer in dem Alter haben übergewicht und müssen aufgrund ihres Blutdruckes einmal die Woche zum Artzt.

Frank läuft nicht um sich zu beweisen.Hätten sie den Artikel komplett gelesen wüssten sie wie es angefangen hat,woraus man mit ein bisschen Grips entnehmen kann, das er zum Ausgleich des restlichen Lebens läuft!

Hätten sie sich über den Lauf infpormiert wüssten sie das er so erstmals stattfand. Wie also soll dabei jemand vor 2-3 jahren gestorben sein???

Zum Thema sicherheit:

Wenn man an so einem Lauf teilnimmt,macht man sich vorher mit den Gefahren vertraut.. Ich bin mir sicher das Frank dies tat.
Außerdem erfährt man aus dem Internet das es bei weitem nicht sein erster Extremlauf war.Er wird sich bewusst gewesen sein dass so ein Vorhaben Gefahren mit sich bringt.

Meiner Meinung nach sollte man Franks Vorhaben weder kritisieren noch verurteilen.Eher sollte man würdigen das er in diesem Alter noch zu soetwas fähig ist.



MFG KWD385D

28.06.2011
10:30
Hattinger will die Zugspitze im Ultralauf erobern
von Luemmel04 | #15

Kann Frank nicht in den Ergebnislisten finden ?

http://services.datasport.com/2011/lauf/zugspitz-ultratrail/

26.06.2011
19:37
Hattinger will die Zugspitze im Ultralauf erobern
von worldsaway | #14

Jeder Sport ist ja soooo gefährlich, eigentlich es es schon saugefährlich aus dem Haus zu gehen oder überhaupt von der Couch aufzustehen. Das sollte verboten werden, die Folgekosten sind der Allgemeinheit nicht zuzumuten. Alle Menschen sollten sich darauf beschränken ihr Leben auf arbeiten, schlafen und essen zu reduzieren, das ist eindeutig am kostengünstigsten.

Ich wünsche Frank jedenfalls viel Spaß, im Gegensatz zu den meisten Kommentatoren hier dürfte er wenigstens einer sein wirklich gelebt hat auch wenn er mal bei irgendeinem Lauf tot umfallen würde.

26.06.2011
16:44
Hattinger will die Zugspitze im Ultralauf erobern
von puppille | #13

Na ja, wollen wir hoffen, dass der Hattinger den Berg heil und gesund herunter kommt.

26.06.2011
16:41
Hattinger will die Zugspitze im Ultralauf erobern
von sullivan | #12

@10

Nein, durchaus nicht.
Allerdings sterben immer wieder Teilnehmer bei Langstreckenläufen, in Detroit waren es 2009 sogar 3.
Daraus einen Sinn an einer Teilnahme abzuleiten, steht jedem frei.

Beim dem von Ihnen angesprochenen Zugspitzlauf 2008 waren es zwei, die es nicht geschafft haben, da plötzlich das Wetter extrem umgeschlagen hatte und diese an den Folgen einer Unterkühlung gestorben sind. Richtig ist auch, das 2008 viele Läufer in kurzer Kleidung gestartet sind, was durch den Veranstalter hätte gestoppt werden müssen.

Aber anscheinend hat man seitens des Veranstalters daraus gelernt und die entsprechenden Regelungen getroffen.

Wünsche Schacht alles Gute und eine möglichst Nordic-Walker freie Strecke.

26.06.2011
15:49
Hattinger will die Zugspitze im Ultralauf erobern
von ZakMacHagen | #11

Schade, dass aber auch wirklich alles zerredet und kritisiert werden muss.

Lasst den Jung doch den Berg da hoch laufen.
Ich denke, dass die paar Läufer der Umwelt da oben weniger schaden, als die ganzen Touris, die
sich jeden Tag da rumtreiben und ihren Müll da lassen.

Klar, mag da vor Jahren bei dem Lauf mal gestorben sein. Das passiert bei so vielen Sportveranstaltungen, dass sich jemand übernimmt und nach dem Marathon tot umfällt.Shit happens und schadet ja keinem anderen.

Ich, selber Marathonläufer, ziehe meinen Hut vor den Läufern, die sich das antun.

Ich drück die Daumen, dass alles gut geht und er heil im Ziel ankommt.

Mit laufenden Grüßen

26.06.2011
14:32
Hattinger will die Zugspitze im Ultralauf erobern
von puppille | #10

@9 aber das vor 2,3 jahren jemand bei diesem Lauf gestorben ist, wollen sie nicht abstreiten, oder?

26.06.2011
13:05
Hattinger will die Zugspitze im Ultralauf erobern
von sullivan | #9

@6 7

Das der Zugspitz Ultratrail eine geschlossene Veranstaltung mit entsprechender Logistik und Planung ist, ist aber schon bekannt, oder? Das es strenge Vorschriften gibt, wie man sich auszurüsten hat und Verstöße mit Disqualifikation geahndet werden? Wo steht denn im Artikel, das Schacht in kurzer Hose läuft? Erstmal schlaumachen, bevor man hier unqualifiziert loskläfft...

26.06.2011
12:57
Hattinger will die Zugspitze im Ultralauf erobern
von prorevier | #8

Der Weg zur Zugspitze ist je nach Route mehr oder weniger schwierig, als Rennstrecke aber sehr ungeeignet bzw. gefährlich. Da wären weniger spektakuläre Gipfel, wie z.B. der Feldberg im Schwarzwald sicher die bessere Wahl gewesen.

26.06.2011
12:07
Hattinger will die Zugspitze im Ultralauf erobern
von Papageiengeplapper | #7

Genauso ist es, wie #6 sagt. Jeder normale Bergwanderer muss ein Minimum an Ausrüstung in punkto Schuhwerk, Verpflegung, Wetterschutz etc mitnehmen - ein Rucksack ist nicht zur Zierde da.

Wahnsinnige, die in kurzen Hosen (je nach Wetterlage) in Schneefall kommen, verhalten sich nicht nur leichtsinnig Ihnen selbst gegenüber und respektlos gegenüber der Natur, sondern gefährden auch das Leben potentiell nötiger Bergretter. Dafür habe ich keinerlei Verständnis - genausowenig, wie wenn ein normaler Tourist in Sandalen auf die Zugspitze wandern wollte.

Aus dem Ressort
The Voice of Germany - Stefanie Kloß spielt die Sexkarte aus
The Voice of Germany
Der Kampf um die besten Talente wird bei "The Voice of Germany" immer härter. In der testosteronhaltigen Luft unter den Coaches setzt Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß ihre weiblichen Reize ein. Mit Klammer-Blues, verlockendem Augenaufschlag und Zweideutigkeit spielt die Sexkarte aus.
Gäste von McDonald's in München durch Gas verletzt
Angriff
Gas-Alarm in einem Schnellrestaurant: Plötzlich klagen etliche Besucher eines McDonald's im Münchner Zentrum über Atemwegsbeschweren. Notarzt, Feuerwehr und Polizei rasen zum Einsatzort. Fünf Gäste wurden in ein Krankenhaus eingeliefert.
Mark Medlock muss wegen Beleidigung 3000 Euro zahlen
DSDS-Star
Sein Auftritt auf einer Firmenfeier in Gotha hat Sänger und DSDS-Gewinner Mark Medlock eine Klage eingebracht. Für seine Schimpftiraden gegen einen Moderator muss er Entschädigung zahlen. Medlock selbst fühlte sich vom Publikum rassistisch beleidigt.
Mann wurde 13 Jahre als Sklave auf Pferdehof gehalten
Sklaverei
Er musste 15 Stunden am Tag arbeiten, hauste in einem Schuppen zwischen Ratten und wusch sich in einem Trog für Tiere. 13 Jahre lang wurde ein geistig behinderter Mann in Wales wie ein Sklave gehalten. Jetzt wurde sein Peiniger zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.
Gefälschte Whatsapp-Werbung führt Android-Nutzer in Abofalle
Whatsapp
Zuerst denken, dann klicken – das gilt nicht nur für Spam im E-Mail-Postfach, sondern auch für Whatsapp-Werbung. Pop-Ups weisen Nutzer darauf hin, dass ihr Abo angeblich bald auslaufe. Dabei können Kunden sehr leicht selbst herausfinden, wie lange ihr Abo tatsächlich noch läuft.
Umfrage
Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?