Harald Krassnitzer mimt den netten Schlauberger "Paul Kemp"

Wo es brennt, taucht er auf. Alles kein Problem für Paul Kemp (Harald Krassnitzer). An seiner Seite: Katja Weizenböck als Ella Kemp.
Wo es brennt, taucht er auf. Alles kein Problem für Paul Kemp (Harald Krassnitzer). An seiner Seite: Katja Weizenböck als Ella Kemp.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Neue Serie in der ARD: „Paul Kemp – alles kein Problem“ zeigt den Mediator Paul Kemp (Harald Krassnitzer), der Ehen kittet – nur sein eigenes Leben nicht richtig in den Griff bekommt. Während er den Menschen Tipps für ihr Leben gibt, tanzt seine Familie ihm auf dem Kopf herum.

Essen.. Wenn zwei sich streiten, vermittelt der Dritte. Und wenn er so ein schlauer Hund ist wie dieser Paul Kemp aus Wien, dann sind doch am Ende in der Regel alle zufrieden. Mediator ist der Mann, den sich Uli Brée ausgedacht hat, und den das Erste mit zunächst 13 einstündigen Folgen nun in Serie schickt: „Paul Kemp – alles kein Problem“ lag eine Weile, warum auch immer, in der Sender-Schublade und muss sich in den nächsten Wochen auch mal mit den WM-Kickern duellieren. Aber leichte Familienunterhaltung findet ja meist ihr Publikum, und Dienstagabend, viertel nach acht, ist einer dieser Sendeplätze, die genau dafür reserviert sind.

Massentauglicher Sympathieträger

Mit Harald Krassnitzer (53), der den Österreich-Tatort an der Seite von Adele Neuhauser seit Jahren veredelt, und 39 Folgen lang den „Winzerkönig“ gab, haben die Produzenten auch einen massentauglichen Sympathieträger für die Titelrolle gefunden. Dem sieht man eigentlich immer gern bei der Arbeit zu, und die Serie scheint stark auf ihn zugeschnitten.

Dieser Paul Kemp fährt nun im schmucken Karmann Ghia-Cabriolet von Einsatz zu Einsatz und futtert ein Vitaminpillenarsenal, bevor er mit Charme, Cleverness und ein bisschen onkelhafter Schlaubergerei die Probleme anderer Menschen löst, Ehen kittet oder Krankenhausärzte aus Schadenersatzfällen herauspaukt.

ARD-Krimi Man muss nicht viel fernsehen, um zu ahnen, dass im klassischen Drehbucheinmaleins deutscher Serien nun aber wenigstens sein Privatleben chaotisch sein muss, weil das doch so furchtbar originell wäre.

Gewissheiten können ja für manchen auch etwas Beruhigendes haben, könnte man zur Verteidigung sagen, wenn man solche Einfallslosigkeit nicht geißel möchte. Wie auch immer: Es kommt so, wie man es vom ersten Moment an ahnt. Der Sohn pubertiert und büxt auch mal aus, wenn’s ihm zu bunt wird, und die Ehefrau (Katja Weizenböck) fängt ein Verhältnis mit dem Klavier spielenden Nachbarn an, weil der sich Zeit für sie nimmt, während der Herr Mediator ja immer nur für andere da ist.

Es wird wahrscheinlich ein paar Folgen brauchen, bis sie reumütig zurückkehrt, auch er wird laut Ankündigung in Folge drei mal fremdgehen mit der schönen Lisa (Judith Rosmair), das Familientheater soll den Kitt zwischen den einzelnen Episoden bilden. Der Ton, damit kein Missverständnis aufkommt, ist aber stets der Ton der leichten Komödie; dass dieser Paul Kemp nun Qualen leidet, weil seine Ehe gerade womöglich in die Brüche geht, das mag man nicht glauben.

Nichts bringt ihnwirklich auf die Palme

Selbst die Tatsache, dass sein trübsinniger und vollgesoffener Kompagnon (Alexander Lutz) nicht nur den Bürocomputer samt Adressenmaterial in der Donau versenkt, sondern irgendwann den ganzen Laden in die Insolvenz treibt, bringt diesen netten Kerl wirklich auf die Palme – es bleibt eben stets alles hübsch brav und versöhnlich.

Oder wie Paul Kemp es sagen würde: „Alles kein Problem.“