Händeschütteln unerwünscht in Zeiten der Schweinegrippe
17.11.2009 | 07:23 Uhr 2009-11-17T07:23:00+0100
Essen. Die Schweinegrippe bringt den Handschlag in Verruf. Firmen, Kirchengemeinden und Sportverbände sind beunruhigt und verfassen Hygienemaßregeln für ihre Mitarbeiter und Mitglieder bei denen so manche Tradition hinterfragt wird.
Das Lexikon nennt es „nonverbales Begrüßungsritual”, für Mediziner ist es eine Ansteckungsquelle erster Güte. Deshalb empfehlen sie in Zeiten der Schweinegrippe, auf das Händeschütteln zu verzichten. Doch das ist manchmal leichter gesagt, als getan.
Abstand per Anordnung
Denn gerade in Deutschland gilt ein kräftiger Händedruck unter Männern nicht nur als Zeichen von Höflichkeit, sondern soll auch Kraft und Willensstärke ausdrücken. Vielen Firmen ist das allerdings derzeit egal. Weil die Schweinegrippe nicht am Werkstor oder beim Pförtner stoppt, haben Betriebsärzte umfangreiche Verhaltenskataloge aufgestellt, in denen es fast immer heißt: „Händeschütteln unerwünscht.”
Das ist nicht als Bitte sondern als Anordnung zu verstehen und rechtlich abgesichert. „Arbeitnehmer haben die Pflicht, Schaden von den Arbeitskollegen und dem Unternehmen abzuwenden”, erklärt der Kölner Rechtsanwalt und arbeitsrechtliche Fachautor Michael W. Felser. „Wenn der Arbeitgeber und der Betriebsrat also entsprechende Maßnahmen verabschieden, müssen sich alle Kollegen daran halten.” Sonst kann es eine Abmahnung geben.
Vorkehrungen fürs Abendmahl
Schwieriger wird es beim Besuch eines Gottesdienstes. Ob Abendmahl, Mundkommunion oder Friedensgruß – immer wieder kommen die Gläubigen sich näher, als es Medizinern liebt ist. Nicht nur Jens Peter Iven, Pressesprecher der Evangelischen Kirche im Rheinland, verzeichnet deshalb eine steigende Zahl von Anfragen: „Meistens geht es um die Vorkehrungen beim gemeinsamen Abendmahl.”
„Eine generelle Richtlinie haben wir nicht herausgegeben”, sagt Andreas Duderstedt, Pressesprecher der Evangelischen Kirche von Westfalen. „Deshalb wird das von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich gehandhabt.” Meist gibt es das Abendmahl „Intinctio”. Dabei wird nicht aus einem gemeinsamen Becher getrunken, sondern die Abendmahlsoblate nur in den Kelch eingetaucht. Das verringert nach Ansicht von Experten das Risiko einer Ansteckung.
Auch die katholische Kirche beschäftigt sich mit der Schweinegrippe. Es sei nicht zwingend notwendig, sich beim Friedensgruß die Hände zu reichen, heißt es aus der Pressestelle des Erzbistums Köln. „Auch ein freundliches Nicken kann ein Zeichen des Friedens sein.” Ansonsten richten sich die meisten Gemeinden nach den Handlungsempfehlungen der Bischofskonferenz: Keine Mundkommunion und Zurückhaltung bei der Nutzung des Weihwassers. Zudem setzen die Bischöfe auf gesunden Menschenverstand. „Wer an der Grippe erkrankt ist oder bei wem der Verdacht auf Erkrankung besteht, der sollte vorläufig auf eine Teilnahme an Gottesdiensten verzichten.”
Nicht mehr auf den Rasen spucken
Relativ gelassen bleiben bisher die Sportler im Land. „Wir halten uns an die Empfehlungen der UEFA und des DFB”, sagt ein Sprecher des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen. Danach sollen Sportler, die mit dem H1N1-Erreger infiziert sind, für mindestens sieben Tage keinen Sport treiben und infizierte Spieler aus dem Team isoliert werden. Bisher reicht das offenbar. „Der Spielbetrieb läuft auch in den unteren Ligen problemlos.”
In ausländischen Sportverbänden treibt die Angst vor der Schweinegrippe derweil erste kuriose Blüten. So sollen sich in Schweden die Teams nach dem Abpfiff nicht mehr die Hände schütteln. Weitaus härter trifft es rumänische Kicker. Offenbar aus Angst vor der Tröpfcheninfektion hat der Verband sie angewiesen, künftig nicht mehr auf den Rasen zu spucken.
12:22
wenn das thema schweinegrippe abgehackt ist wird mir hier was fehlen :-)
so langsam wissen die medien echt nicht mehr was sie schreiben sollen weil alles schon geschrieben ist was es gibt. nun ja, es waren halt noch nicht genug bei der impfung. also muß man weiter machen egal womit.
11:28
@ #8 Tom
Woher willst Du wissen, dass Dir das Rindfleisch nicht geschadet hat ?
10:09
zu Zeiten von BSE habe ich einst auch weiter Rindfleisch gegessen. Geschadet hat´s mir nicht.
Ebenso halte ich es mit der sog. Schweinegrippe. Esse weiter Schweinefleisch und schüttele auch weiter Hände...
09:21
Nicht mehr auf den Rasen spucken? Ich frage mich sowieso schon seit Jahren: Warum machen die das überhaupt????
08:55
Hände schütteln, war und ist mir schon immer unangenehm, man kann ja nicht wissen wo der Gegenüber mit seinen Händen überall war und wann er/sie die selben das letzte mal gewaschen hat
08:35
Das Stück Seife auf dem Bild ist der gefährlichste Überträger den es gibt. Dafür gibt es Flüssigseife.
08:15
Gut.
Dann schütteln wir uns nicht mehr die Hände, aber fassen schön die Türgriffe an.
Kommt auf das Gleiche raus.
08:06
Wie wäre es, wenn die Medien mal eine Woche Sendepause zum Thema Schweinegrippe machen würden. Ich glaube es ist bereits alles gesagt und geschrieben worden, was dazu notwendig ist. Es sollte jeder für sich selber mittlerweile eine Meinung dazu haben, auch ob er fremde Hände schüttelt, sich impfen lässt etc.
Man ist es mittlerweile leid.
Wie sagt Dieter Nuhr so schön, er hat keine Lust mehr auf Panik. Dafür haben wir alle schon zu viel erlebt. Man denke an Ozonloch, Vogelgrippe, Tschernobyl, Saurer Regen, Weltuntergang im Jahr 2000 etc. Die Reihenfolge ist falsch, aber so oder ähnlich lautete es doch oder????
07:32
Auch dieses Bild wurde bereits veröffentlicht.
Ist schon schlimm, wenn die Medien nicht mehr wissen, was sie veröffentlichen sollen.
Das Thema Schweinegrippe kann man nicht mehr hören und zwar aus dem Grund, weil es keine Schweinegrippe gibt und diese nur von der Pharmaindustrie ins Leben gerufen wurde.
21:11
Meine,allerdings nicht ganz ernstzunehmende Frage,lautet.Wird H1 N1 auch auf dem Wege des Geschlechtverkehres übertragen?