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Unwort 2015

"Gutmensch" ist Unwort des Jahres 2015

12.01.2016 | 10:02 Uhr
"Gutmensch" ist Unwort des Jahres 2015
"Gutmensch ist das Unwort des Jahres 2015Foto: dpa

Darmstadt.  Unwort des Jahres 2015 ist "Gutmensch" – das gab die Jury am Dienstagmorgen in Darmstadt bekannt. Das Unwort 2014 war "Lügenpresse".

"Gutmensch" ist Unwort des Jahres 2015. Zum 25. Mal kürten Sprachwissenschaftler den Begriff am Dienstagmorgen. Das Schlagwort in Zusammenhang mit der Flüchtlingshilfe diffamiere "Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischen Imperialismus", begründete Janich die Entscheidung. Begriffe zum Thema Flüchtlinge waren von Anfang an groß im Rennen.

1644 Einsendungen mit Vorschlägen sind bei der Jury eingegangen, weit mehr als 2014 (1246) und 2013 (1340). Für die sprachkritische Jury standen vor allem Schlagworte zum Thema Flüchtlinge zur Diskussion, wie "Flüchtlingskrise" oder "Asylkritiker". Die Jury könne diesen Themenbereich kaum ignorieren, meinte die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich als deren Sprecherin schon vor Verkündung der Wahl. Bei den Einsendungen für das "Unwort" sei noch nie ein Thema so präsent gewesen.

Jury entscheidet nicht nach Häufigkeit der Vorschläge

Die Jury entschied aber unabhängig: Sie richtete sich nicht nach der Häufigkeit der Vorschläge. Es besteht im Kern aus vier Sprachwissenschaftlern und einem Journalisten.

Das "Unwort des Jahres 2014" war "Lügenpresse", ein Begriff, der vor allem vom islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bündnis genutzt wird. Im Jahr davor war es "Sozialtourismus", 2012 "Opfer-Abo". Die Aktion gibt es seit 1991. Damit wird das "Unwort" jetzt zum 25. Mal bestimmt.

Für unbewussten Sprachgebrauch sensibilisieren

Die Aktion will für Sprache sensibilisieren und auf undifferenzierten, verschleiernden oder diffamierenden Gebrauch aufmerksam machen. Neben dieser Jury wählt davon getrennt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden das "Wort des Jahres". Für 2015 entschied sie sich für den Begriff "Flüchtlinge".

Bei den Einsendungen für 2015 waren Begriffe zum Thema Flüchtlinge zwar seltener eingeschickt worden als etwa Worte wie "Lärmpausen" (165 Mal) oder "Willkommenskultur" (113 Mal). Bezeichnungen wie "Flüchtlingskrise" (42 Mal) und "Asylkritiker" (27 Mal) kommen gemessen an den "Unwort"-Kriterien aber eher in Betracht, wie Janich sagte. (dpa)

Frühere Unwörter des Jahres

 

Kommentare
12.01.2016
15:19
"*********" ist Unwort des Jahres 2015
von Moderation | #37

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"Gutmensch" ist Unwort des Jahres 2015
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2016-01-12 10:02
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