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Großrazzia gegen Bio-Bauern: Verdacht auf Millionenbetrug

08.04.2008 | 22:49 Uhr

Ravensburg. (ddp) Wegen des Verdachts auf Millionenbetrug ist die Polizei am Dienstag gegen den Betreiber eines Bio-Bauernhofs im Allgäu und mutmaßliche Komplizen vorgegangen.

Wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Ravensburg mitteilten, wurden an 35 Orten vorwiegend in Süddeutschland und im benachbarten Ausland rund hundert Geschäfts- und Wohnräume durchsucht. Die Beschuldigten sollen über ein Scheinfirmengeflecht und über weitere Machenschaften Millionenbeträge ergaunert haben. Der Gesamtschaden soll sich auf 7,2 Millionen Euro belaufen.

Der 54-jährige Hauptbeschuldigte betreibt in Aichstetten den St. Michaelshof und lebt dort mit weiteren Verdächtigen in einer offenbar anthroposophisch begründeten Lebensgemeinschaft. Nach eigenen Angaben auf der Hof-Internetseite werden dort nach der "kosmobiodynamischen Methode" Obst, Gemüse und Kräuter angebaut. Den Ermittlungen zufolge ist die Gemeinschaft streng hierarchisch organisiert. Der mutmaßliche Drahtzieher des Betrugs soll die anderen Bewohner "beherrscht und massiv beeinflusst" haben. Laut Polizei wurden im Zuge der Razzia, die auf einer Geldwäsche-Anzeige eines Kreditinstituts beruht, sechs Personen vorläufig festgenommen. Gegen den 54-Jährigen sei Haftbefehl erlassen worden.

An den Durchsuchungen waren rund 400 Beamte beteiligt, darunter auch Steuerfahnder. Bei der Razzia stellten die Beamten neben umfangreichen Geschäftsunterlagen 310 000 Euro Bargeld und ein Kilogramm Marihuana sicher.

Von Tanja Wolter

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