Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Lottogewinn

Großmutter vergisst Millionen im Handschuhfach

03.11.2012 | 13:48 Uhr
Großmutter vergisst Millionen im Handschuhfach
Glücklich: Julie Cervera mit ihrer Tochter Charliena.

Los Angeles.   Die 69jährige Julie Cervera hatte ihren Lottoschein im Auto deponiert - und ihn vergessen. Dabei hatte sie 23 Millionen Dollar gewonnen. Erst als die Lottogesellschaft sie per Zeitungsanzeige suchen ließ, fiel ihr auf, dass sie ab jetzt eine reiche Frau ist. Als erstes will sie sich ein paar Laufschuhe kaufen ....

Julie Cervera musste in den vergangenen Monaten jeden Dollar zweimal umdrehen. Lebensmittel für ihre Familie, die Stromrechnung oder die Monatsrate für die Kabelfirma - es reichte immer gerade so. Dabei war die 69-jährige Kalifornierin während der ganzen Zeit Millionärin ohne es zu wissen. Seit Mai lag im Handschuhfach ihres Autos ein Lottoschein über 23 Millionen Dollar (17,8 Millionen Euro).

Ihre Tochter Charliena Marquez hatte das Ticket damals in einem Spirituosengeschäft für ihre Mutter gekauft. Die beiden waren gemeinsam im Auto unterwegs, als Marquez ihre Mutter darum bat anzuhalten, damit sie sich eine Flasche Wasser kaufen könne. "Ihr wird immer schlecht im Auto", erzählt Cervera.

Gerade noch rechtzeitig entdeckt

Ihre Tochter habe ihr einen Lottoschein aus dem Geschäft mitgebracht. "Ich habe ihn dann in meinem neuen Auto gelassen. Es ist ein alter Wagen, aber für mich ist er neu. Ich habe ihn seit fünf Monaten", sagt Cervera. "In meinem Haus liegen bestimmt 200 Lottoscheine herum. Ich schaue nie nach, ob ich gewonnen habe."

Am vergangenen Donnerstag suchte sie dann aber doch im Handschuhfach ihres Autos, und das Ticket war noch da. Cervera entdeckten den Schein gerade noch rechtzeitig - am 26. November wäre er abgelaufen. Zuvor hatte ihr jemand ein Foto geschickt, auf dem ihre Tochter beim Kauf des Tickets zu sehen war. Mit der Veröffentlichung der Aufnahme von der Überwachungskamera des Spirituosengeschäfts wollte die Lottogesellschaft nach dem Käufer des Gewinner-Scheins suchen.

"Ich habe meine 99-Cent-Brille aufgesetzt, aber ich musste noch eine zweite aufziehen, um sie zu erkennen", sagt Cervera. Die Bildunterschrift konnte sie aber immer noch nicht lesen. "Ich dachte sie hätte eine Bank überfallen, weil ich die Worte nicht erkennen konnte. Also habe ich die dritte Brille aufgesetzt und gesehen, dass sie gewonnen hatte. Ich dachte mir: 'Das kann nicht sein'."

Lottogesellschaft sucht in Lokalpresse nach Gewinnerin

Marquez verpasste zuvor einige Anrufe und Nachrichten von Verwandten und Freunden, die sie auf dem Foto in der örtlichen Lokalzeitung erkannt hatten. "Meine Schwester rief mich dann um elf Uhr abends an und weckte mich auf. Sie sagte: 'Das bist du.' Ich sagte: 'Nein, das bin ich nicht', weil ich das Foto noch nicht gesehen hatte", erzählt Marquez.

Cervera ist Witwe und bezieht seit 20 Jahren Invalidenrente. Ihre Familie hat schwere Zeiten durchlebt. Im vergangenen Jahr kam ihr Sohn bei einem Motorradunfall ums Leben und hinterließ vier Kinder im Teenager-Alter. "Ich würde alles aufgeben, um ihn wieder bei mir zu haben", sagt Cervera am Freitag bei einer Pressekonferenz anlässlich des Lottogewinns unter Tränen. "Für meine Enkel und meine Töchter wird jetzt gesorgt. Ich bin so glücklich. Ich werde mir ein Paar Reeboks kaufen."

20 Millionen Dollar nicht abgerufen

Cervera hat zudem zwei Adoptivsöhne im Alter von fünf und neun Jahren. Beide leiden an Entwicklungsverzögerungen. "Sie bekommen einen großen Teil, damit sie versorgt sind, wenn ich einmal nicht mehr da bin", sagt Cervera. "Jetzt fahre ich mit ihnen nach Disneyland. Das mache ich wirklich. Und wir werden für alles bezahlen."

Hätte Cervera ihren Gewinn nicht eingefordert, wäre das Geld kalifornischen Schulen gespendet worden. Im vergangenen Jahr wurden über 20 Millionen Dollar nicht abgerufen. Statt einer gestaffelten Zahlung will Cervera das Geld auf einmal - wegen der Abschläge wird sie 17,8 Millionen Dollar erhalten. "In 30 Jahren bin ich nicht mehr da", sagt sie. (dapd)



Kommentare
04.11.2012
03:50
Tolle Geschichte
von plattenboss | #1

Sehr unterhaltsam. Sehr schön. Ich freu´ mich für die Frau und wünsche ihr alles Gute! Wo muss ich jetzt nochmal den Obulus entrichten?

1 Antwort
auf mein Konto bitte...
von Diplomhartzer | #1-1

.

Aus dem Ressort
Im Jemen entführtes Ehepaar aus Meschwitz und Sohn sind tot
Geiselnahme
Das im Jemen vermisste Ehepaar und ihr kleiner Sohn sind tot. Geiselnehmer hatten die Familie 2009 verschleppt. Das Auswärtige Amt habe die Angehörigen über den Tod des Ehepaars aus Sachsen und seines kleinen Sohns informiert, sagte Pastor Reinhard Pötschke als Sprecher der Familie am Dienstag.
„Destiny“ bietet Science-Fiction in fantastischer Grafik
Destiny
"Destiny" ist mit 500 Millionen Dollar Entwicklungskosten das angeblich teuerste Computerspiel aller Zeiten. Allerdings kann es nicht so recht entscheiden, was es sein will. „Destiny“ will kein „First Person Shooter“ sein. Die Rollenspiel-Elemente sind derweil noch etwas dünn gesät und wirken...
Experten rechnen mit 20.000 Ebola-Infizierten bis November
Ebola
Ebola sucht Westafrika heim. Die Zahl der Infizierten steigt ständig. Laut WHO-Zahlen soll die Situation noch weitaus dramatischer werden. Und wer an Ebola erkrankt, hat kaum Chancen zu überleben. Über 70 Prozent der Infizierten sterben an der Krankheit. Doch eine schnelle Behandlung kann helfen.
Grünen-Politiker spottet bei Plasberg über "Scharia-Polizei"
"Hart aber fair"
Mit der „Scharia Polizei“ köderte der ARD-Talk „Hart aber fair". Doch um Innenpolitik ging es Moderator Plasberg weniger als um die Frage, warum sich deutsche Jugendliche für Allah in die Luft sprengen. Grünen-Politiker Volker Beck nahm die "Scharia-Polizei" ohnehin nicht ganz ernst - und spottete.
Experten warnen vor einem Verbot von Flügen nach Westafrika
Ebola
Die von Ebola betroffenen Länder in Westafrika dürfen laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht isoliert werden. Flug- und Reiseverbote würden die Wirtschaft schwächen und somit indirekt den Kampf gegen die Seuche behindern, gar zu weiterer Ausbreitung führen, warnt die WHO. Schon 2630 Tote.
Umfrage
Umgestürzte Bäume stören den Bahnverkehr im Ruhrgebiet ganz erheblich. Sind sie auch betroffen?

Umgestürzte Bäume stören den Bahnverkehr im Ruhrgebiet ganz erheblich. Sind sie auch betroffen?