Graben nach dem Gewerkschafter - Wo ist Jimmy Hoffas Leiche?
30.09.2012 | 16:09 Uhr 2012-09-30T16:09:00+0200
Detroit. Seit 37 Jahren sucht die amerikanische Polizei nach den sterblichen Überresten des zwielichtigen Gewerkschaftsbosses Jimmy Hoffa. Niemand zweifelt daran, dass der Mann, dem Kontakte zur Mafia unterstellt wurden, tot ist. Die Leiche des 1975 Verschwundenen aber wurde nie gefunden. Nun buddelt man in Detroit nach seinem Grab.
Wer mit der Mafia Geschäftsbeziehungen eingeht, das weiß man, seit in Mario Puzos „Der Pate“ Luca Brasi tief und fest bei den Fischen schläft, der riskiert bei Meinungsverschiedenheiten eine unkonventionelle Bestattung.
Jimmy Hoffas Grab wurde seit dem Verschwinden des mächtigen Chefs der früher 1,2 Millionen „Teamster“ zählenden US-Transportarbeitergewerkschaft am 30. Juli 1975 schon an den seltsamsten Orten vermutet: in Floridas Sümpfen, auf einer Pferde-Farm in Michigan, unter einem Swimming-Pool, in einem Fett verarbeitenden Betrieb oder in den Fundamenten des Football-Stadiums von New Jersey. Doch man hat ihn nie gefunden, den von Kennedy gejagten und von Nixon begnadigten Arbeiterführer; den Mann, dem Jack Nicholson 1992 in „Hoffa“ ein prächtiges Kino-Denkmal baute.
Neue Bewegung in einem mysteriösen Krinimalfall
Am Wochenende ist in einen der mysteriösesten Kriminalfälle Amerikas neue Bewegung gekommen. Spezialisten der Polizei haben unter den Augen Hunderter Schaulustiger und einem Dutzend Fernsehkameras die Garageneinfahrt eines unscheinbaren Vorstadtwohnhauses in Roseville nahe Detroit aufgebuddelt. Nicht weit von jenem Fernfahrer-Rastplatz entfernt, auf dem der Gewerkschaftsboss vor 37 Jahren zuletzt gesehen worden war.
„Die Mafia, eine echte Krimigeschichte, und alles mitten vor der Haustür, das ist echt total cool“, stammelten Michael und Pam Thomas vor lauter Begeisterung in ein Reporter-Mikrofon. Die beiden wohnen ein paar Häuser weiter in der Florida Street. Seit sich herumgesprochen hat, was da möglicherweise im Boden vor dem Haus mit der Nummer 18710 schlummert, sind sie selbst zu Hobby-Kriminologen geworden. „Wir haben zum Beispiel herausgefunden, wann da der Beton gegossen wurde.“ Und? „Auf jeden Fall nach 1975.“ Interessant.
Dass Jimmy Hoffa keines natürlichen Todes starb, ist in den USA Allgemeingut unter Kriminalisten. Der später gefundene braune Mercury, in den Hoffa an jenem Juni-Tag nach einem ausgedehnten Essen gemeinsam mit dem Gewerkschafter Tony Provenzano und dem Mafiaboss Jack Giacalone stieg, wies später Hoffas Haare und Spuren seines Blutes auf. Tony „Der Grieche“ Frankos, ein ehemaliger Mobster, packte 1989 in einem „Playboy“-Interview aus. Danach soll der Gewerkschafter entschlossen gewesen sein, das Wirken der Mafia öffentlich zu machen. „You no can do that -- never“, soll Frankos gesagt haben. „Das kannst Du nicht machen, nie.“ Von der Leiche fehlt bis heute jede Spur.
Verdacht: Geschäfte mit der Mafia, Betrug, Bestechung, Verschwörung
Hoffa stand vor seinem Ableben unter dem Verdacht, dreistellige Millionenbeträge aus einem Renten-Fonds der „Teamster“ verzockt und lukrative Geschäfte mit der Mafia gemacht zu haben. Eine 1964 verhängte Haftstrafe von 13 Jahren wegen Betrugs, Bestechung und Verschwörung wurde später von Präsident Richard Nixon über den Weg der Begnadigung auf vier verkürzt. Verbunden mit der Auflage, nie wieder einen Posten in der Gewerkschaft zu bekleiden.
Die neue Suche nach seinen Überresten gründet auf einem Hinweis der Schwester von Mike Smith. „Sie hat gesehen, wie damals eine Leiche vergraben wurden. Und einen Namen gehört, der sich wie Joffa oder Hoffa anhörte“, sagte Smith vor Journalisten. Zusätzlichen Auftrieb erhielt die späte Fahndung durch den Hinweis, dass der inzwischen verstorbene Mafia-Killer Bernard Marchesani, genannt „Bernie, der Hammer“, ganz in der Nähe wohnte.
Rosevilles Polizeichef James Berlin dämpfte gleichwohl die Hoffnungen. „Wir haben mit dem Radar festgestellt, es ist etwas im Boden, das da nicht hingehört. Kann alles mögliche sein. Dass es Hoffa ist, glaube ich nicht.“ Die Boden-Proben aus dem Erdreich werden jetzt von einem Forensik-Experten untersucht. Schon in dieser Woche soll sich zeigen, ob Jimmy Hoffas Mittelname weiter passt wie die Faust aufs Auge: „Riddle“. Rätsel.

22:28
Jemand musste wohl die schmutzige Arbeit übernehmen,,,
23:23
Also ein Staat im Staate - was es nicht alles gibt....Neben Afroamerikanischen Problemen haben die armen, armen, armen Amis auch dies Malheur am Hals....Hat die MAFIA nicht umgekehrt viele Leute sehr reich gemacht?
Gesetze sind eben doch nur auf Papier geschrieben und die ungeschriebenen haben eine viel größere gesellschaftliche Bedeutung als Gesetzestexte, Menschenrechtsgesetze und Menschen, die die geschriebenen wahren möchten - tja, die scheitern eben oftmals an diejenigen, die sich die ungeschriebenen Gesetze zum Kodex erkoren haben.