Germany's Ex-Topmodel - Warum Heidi Klums Stern sinkt

Die ewige Topmodel-Sucherin: Heidi Klum vor dem Start der ersten Staffel 2005.
Die ewige Topmodel-Sucherin: Heidi Klum vor dem Start der ersten Staffel 2005.
Foto: picture-alliance/ dpa
Was wir bereits wissen
Donnerstag startet Germany’s Next Topmodel. Jahrelang war Heidi Klum nahezu unantastbar - seit einiger Zeit aber gibt es Kritik von vielen Seiten.

Köln.. In der Forbes-Liste der 15 bestverdienenden Topmodels wird sie schon seit 2012 nicht mehr geführt. Heidi Klum, heißt es zu Begründung, sei inzwischen „Medienunternehmerin“. Als solche kehrt sie am Donnerstag ins deutsche Fernsehen zurück. Bei ProSieben startet die zehnte Staffel von Germany’s Next Topmodel (20.15 Uhr). Ein Jubiläum. So heiß erwartet wie früher wird die Show trotzdem nicht. Ähnlich ergeht es Heidi Klum.

Klar, Kritik gibt es immer schon an der Suche nach jungen Laufsteg-Schönheiten. Die Sendung treibe Mädchen in die Magersucht, warnen Experten seit der ersten Staffel 2006. Und überhaupt sei Frau Klum zu streng mit ihren Kandidatinnen. „Kaltschnäuzige Schar-Führerin“ hat sie Frauenrechtlerin Alice Schwarzer deshalb mal genannt und Fernseh-Komödiantin Cordula Stratmann warf ihr vor, Mobbing auf Schulhöfen zu fördern. Geschadet hat das Klum jahrelang nicht und sie angeblich auch nicht gestört, wie sie dem Stern mal bestätigt hat: „Ich bin es gewohnt, mir einiges anhören zu müssen.“

Jahreseinkommen von 20 Millionen Euro

So was kann man leicht sagen, wenn man weiß, dass die meisten Leute einen ja trotzdem mögen. So wie die Deutschen ihre Heidi, die immer so unkompliziert wirkte, so fröhlich und ausgelassen. Die viel Geld verdiente und trotzdem ganz bodenständig schien. Die Frau, mit der man Pferde stiehlt, die Mama, die alles schafft.

Die Amerikaner waren jahrelang nicht weniger begeistert, lobten die 1993 Zugereiste als „höflich“, „gut gelaunt“ und „patent“ und waren verzückt, wenn sie im Fernsehen jodelte, bevor sie sich mit einem lustigen „Auf Wiedersehen“ verabschiedete. Muss man sich da wundern, dass sie auch als Werbefigur immer beliebter wurde? Ob Burger oder Fruchtgummis, Parfüm oder Softdrinks, Autos oder Gesundheitslatschen, mit dem Lächeln einer Frau, die 96 Prozent der Deutschen kennen, ließ sich lange alles besser verkaufen, und das machte Klum angeblich jedes Jahr um rund 20 Millionen Euro reicher.

Zu lange zu perfekt

Natürlich hat die heute 41-Jährige viel getan dafür, vom Model zur Marke zu werden. Wie kaum eine Zweite verstand sie es, auf der Klaviatur der sozialen Medien zu spielen. Ein Familienfoto da, ein lustiges Interview dort. Und die Frau, die als Moderatorin so lange schweigen kann, bis ihre Kandidatinnen weinend in die Knie gehen, kann als Talkshow-Gast reden wie ein Wasserfall.

Doch das alles funktioniert nicht mehr. Vielleicht war sie zu lange zu perfekt. Während andere Models mit Drogen erwischt wurden oder wenigstens betrunken am Straßenrand, hat man Klum nicht mal fotografieren können, wie sie öffentlich in der Nase bohrt. Vielleicht aber hat sie es auch übertrieben mit der Inszenierung. Mit all den harmonischen Bildern, von sich und den Kindern auf dem Spielplatz. Oder zusammen mit ihrem langjährigen Ehemann Seal am Strand – gerne auch im Sonnenuntergang.

Die Trennung von ihm haben viele Amerikaner vielleicht noch verstanden, dass sie aber als vierfache Mutter nun mit einem 13 Jahre jüngeren Mann „herumknutscht“ und sich dabei noch fotografieren lässt, kommt gar nicht gut an. Auch in Deutschland nicht. In einer Umfrage der Zeitschrift „Bunte“ halten sie nur 15 Prozent „für eine gute Mutter“.

Lagerfeld lästert: „Bling Bling“statt „Haute Couture“

Für „Miss Perfect“ aus dem Bergischen gibt es neuerdings auch Häme aus Fachkreisen. Klum sei ja nie bei den großen Modeschauen in Paris gelaufen, stellt Karl Lagerfeld gerne klar. Sie sei halt mehr „Bling Bling“ und „nicht Haute Couture“. Und selbst Wolfgang Joop, immerhin Mitglied der aktuellen GNTM-Jury, kann sich ein Lästern über seine Chefin nicht verkneifen. „Je älter das Gesicht, desto höher die Hacken, desto kürzer der Rock.“ Hört man nicht gerne als Frau und als Model erst recht nicht. Gut nur, dass Heidi Klum kein Model mehr ist.