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Airbus-Katastrophe

Germanwings-Pilot: Unglücksmaschine hatte oft Störungen

26.03.2015 | 19:05 Uhr
Einsatzkräfte an der Absturzstelle in den französischen Seealpen: Die Trupps kündigten an, zunächst werde es keine Bergung der Opfer geben. Erst soll wohl noch der zweite Flugschreiber gesucht werden, der die Flugdaten gespeichert hat.Foto: Getty

Essen.  Die Ursache für den Absturz von Germanwings-Flug 4U 9525 in den französischen Seealpen bleibt zunächst offen. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Spekulationen über den Hintergrund.

Die Ursache für den Absturz von Germanwings-Flug 4U9525 in den französischen Seealpen bleibt zunächst offen. Die Flugsicherheitsbehörde in Paris erklärte nach einer ersten Auswertung des aufgefundenen Stimmenrekorders, sie werde „einige Tage brauchen, bis wir verstehen, was bei dem Flug passiert ist“. In den Aufzeichnungen seien jedoch Stimmen der Piloten zu hören, sagte ein Sprecher der Behörde. Sie müssten noch dem Flugablauf zugeordnet werden. Klar ist danach: Es hat keine Explosion gegeben.

Flugkatastrophe
Co-Pilot steuerte 150 Menschen absichtlich in den Tod

Am zweiten Tag nach dem Absturz des Germanwings-Airbus überschlagen sich die Ereignisse. Die aktuelle Lage im Liveticker:

Gleichwohl haben sich offenbar dramatische Szenen in dem Flugzeug abgespielt. Nach Informationen der "New York Times" und der französischen Nachrichtenagentur AFP saß zum Zeitpunkt des Crashs nur ein Pilot im Cockpit. Das berichten die Zeitung und AFP unter Berufung auf namentlich nicht genannte Ermittler. Sowohl die Lufthansa als auch Germanwings konnten die neuesten Enthüllungen nicht bestätigen.

Pilot wollte angeblich die Tür zum Cockpit eintreten

Aus den Aufnahmen des bereits gefundenen Sprachrekorders soll demnach hervorgehen, dass einer der Piloten am Dienstag vor dem Sinkflug das Cockpit verlassen und anschließend vergeblich versucht habe, die Tür zu öffnen, um wieder ins Cockpit zu kommen.

"Der Mann draußen klopft leicht an die Tür, aber es gibt keine Antwort", zitiert die Zeitung einen Ermittler. "Dann klopft er stärker an die Tür, und wieder keine Antwort. Es gibt keine Antwort. Und dann kann man hören, wie er versucht, die Tür einzutreten." Warum er das Cockpit verließ und warum der Airbus A320 in den Sinkflug ging, sei unklar. "Sicher ist, dass ganz zum Schluss des Fluges der andere Pilot allein ist und die Tür nicht öffnet", sagt der Ermittler laut "New York Times".

Eine andere Quelle berichtete laut AFP, dass der Copilot "vor kurzem" in das Unternehmen eingetreten sei. Er sei Ende 2013 zu Germanwings gekommen "mit einigen hundert Flugstunden", wurde der Ermittler zitiert.

Letzter Kontakt zur Flugsicherung zwölf Minuten vor Katastrophe

Viel deutet auf einen dramatischen Verlauf der letzten Flugphase hin. Möglich ist es nach dem jetzigen Stand, dass es an Bord zu einem Druckabfall gekommen ist, der eine Bewusstlosigkeit der Piloten ausgelöst hat. Dafür sprechen auch Erkenntnisse der Behörde. So habe der letzte Kontakt zwischen Flugsicherung in Aix-en-Provence und dem Cockpit zwölf Minuten vor dem Eintritt der Katastrophe stattgefunden.

Flugkatastrophe
Absturz des Germanwings-Flugs 4U9525 - Was wir bisher wissen

Der Germanwings-Flug 4U9525 ist am Dienstag auf dem Weg nach Düsseldorf in Frankreich abgestürzt. 150 Menschen, darunter 75 Deutsche, waren an Bord.

Eine Minute später sei der deutsche Jet in einen stetigen Sinkflug übergegangen, der mit dem ungebremsten Aufprall an einer Bergwand endete, ohne dass es zu einer weiteren Kontaktaufnahme kam. Die französische Luftwaffe hatte in dieser Zeitspanne sogar einen Kampfjet an die Seite des Airbus A 320 beordert, weil sie einen bevorstehenden Terroranschlag befürchtete.

Ermittlungen nach Airbus-Absturz

Von den 150 Menschen an Bord stammten 50 aus NRW

Bei dem Absturz-Drama starben alle 150 Insassen. 75 von ihnen waren Deutsche, 64 stammten aus Nordrhein-Westfalen, dem Ziel des Fluges Barcelona-Düsseldorf. Rettungskräfte haben in Frankreich nach Polizeiangaben erste Leichen geborgen. Sterbliche Überreste der Opfer seien am späten Mittwochnachmittag von der Unglücksstelle weggebracht worden, bestätigte ein Sprecher der Polizei in Digne am Abend auf dpa-Anfrage Medienberichte. Die Trümmer des Airbus A 320 sind in kleinsten Teilen über das einsame Bergtal verstreut, was die Suche nach Hinweisen auf die Absturzursache erschwert. Die Trupps suchen weiter nach dem zweiten Flugschreiber, der die Flugdaten gespeichert hat.

Flugzeugunglück
Germanwings-Absturz - Mehr als 50 Absturz-Opfer aus NRW

An Tag eins nach dem Absturz von Germanwings-Flug 4U 9525 gehen die Bergungsarbeiten weiter. Die Trauer um die Opfer ist groß. Die Chronik des Tages.

Am Mittwoch besuchten Bundeskanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft den Unglücksort. Die Lufthansa fliegt am Donnerstag Angehörige der Todesopfer nach Frankreich.

In die Untersuchungen der Flugsicherheitsbehörden Deutschlands und Frankreichs und der französischen Staatsanwaltschaft zur Ursache des Absturzes hat sich auch die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft eingeklinkt. Dabei geht es um die Klärung der Todesursache der 150 Opfer wie auch um ihre Identifizierung. Auch das Bundeskriminalamt (BKA) hat dazu Experten auf den Weg geschickt.

Haltern trauert um die Opfer

Germanwings-Pilot: Unglücksmaschine hatte oft Störungen

Die 24 Jahre alte Unglücks-Maschine sei „eine unserer am häufigsten gegroundeten Flieger“ gewesen, sagte ein Germanwings-Pilot zur WAZ. Gegroundet bedeutet, dass ein Flugzeug wegen schwerer Störungen am Boden bleiben muss. Bei den Germanwings-Piloten sei der Jet „entsprechend unbeliebt“ gewesen, so der Flugzeugführer.

Flugzeug-Unglück
18 Absturz-Opfer - Haltern am See findet keine Worte

Am Joseph-König-Gymnasium in Haltern begannen die Schüler am Mittwoch mit der Trauerarbeit. Mit Seelsorgern sprachen sie über die, die sie vermissen.

Die Lufthansa-Tochter Germanwings betont aber, Reparaturen am Montag stünden nicht mit möglichen Absturz-Ursachen im Zusammenhang. Auch am Mittwoch weigerten sich Crews von Germanwings zu fliegen – „aus persönlichen Gründen“, wie es hieß.

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Kommentare
26.03.2015
13:30
Germanwings-Pilot: Unglücksmaschine hatte oft Störungen
von Moderation | #10

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2015-03-26 19:05
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