Germanwings: Copilot griff bewusst ein

Berlin..  Bei der Germanwings-Katastrophe hat der Copilot mehrfach bewusst eingegriffen, um das Flugzeug absichtlich zum Absturz zu bringen. Das steht nach der detaillierten Auswertung der beiden Flugschreiber fest, wie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gestern erläuterte. Gut vier Wochen nach der Katastrophe vom 24. März informierte er gemeinsam mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr den Bundestags-Verkehrsausschuss über den Stand der Ermittlungen.

Der Copilot, der seinen Kollegen wohl aus dem Cockpit aussperrte, hatte den Ermittlern zufolge 2009 eine schwere Depression und war damals suizidgefährdet. Am Absturztag war er krankgeschrieben. Dobrindt sagte, der 27-Jährige habe bei dem Absturz sowohl die Höhe als auch die Geschwindigkeit des Flugzeugs nachgesteuert und zudem aktiv das Steuer betätigt. Diese Aufzeichnungen von Stimmenrekorder und Flugdatenschreiber hätten die Handlungsfähigkeit des Mannes „voll nachgewiesen“. Dobrindt kündigte für Mai einen Testflug auf der Route von Unglücksflug 4U9525 an, um letzte noch offene Fragen zu klären. Das soll etwa aufgezeichnete Geräusche besser einordnen helfen, zu denen sich nichts auf dem Datenrekorder wiederfindet.