Das aktuelle Wetter NRW 16°C
Amtsgericht

Zu Silvester flogen Flaschen und Fäuste

19.10.2012 | 17:22 Uhr
Zu Silvester flogen Flaschen und Fäuste
i

Westerfilde.   Auf der Anklagebank des Amtsgerichtes endete für vier Männer eine denkwürdige Silvesterparty in einem Mehrfamilienhaus in Westerfilde. Fäuste und Flaschen flogen, einer zückte im Hausflur eine Gaspistole. Der Richter verurteilte alle Vier wegen Körperverletzung.

Prost Neujahr! Dieses Silvesterfest wird eine Hausgemeinschaft so schnell nicht vergessen: „Insgesamt hatten wir drei Einsätze, erst ging es um eine eingetretene Tür, dann um Schüsse im Hausflur“, so erinnerte sich ein Polizist an seinen Dienst. Zum Glück verursachte die Ballerei mit einer Gaspistole nur jede Menge Rauch.

Für vier Männer zwischen 23 und 30 Jahren endete die Fete, die in einer Wohnung in der Straße Mastbruch stieg, mit Verurteilungen wegen gefährlicher und vorsätzlicher Körperverletzung: Ein Teil der Gäste warf mit Bierflaschen um sich, verletzte dabei zwei Frauen. Andere begrüßten das Neue Jahr, indem sie einander an den Haaren zogen, wild rauften oder im Hausflur mit einer Gaspistole um sich schossen. Taten, für die drei Männer Bewährungsstrafen von vier bzw. sieben Monaten kassierten. Nummer vier im Bunde muss für eine deftige Kopfnuss 400 Euro Geldstrafe zahlen. Die Kopfnuss geschah direkt unter den Augen der Polizei, die gerade dabei war, die Personalien der Festgesellschaft aufzunehmen...

Die von den Beamten beobachtete Kopfnuss war inmitten des Tumults allerdings auch die einzige Tat, die unumstritten war. Wer jetzt wann wo was angestellt hatte, ob geschlagen oder getreten wurde, darüber herrschte sowohl unter den vier Angeklagten als auch bei den zahlreichen Zeugen Uneinigkeit. Dazu kam ein Problem, das eine Frau im Zeugenstand griffig zusammenfasste: „Silvester ist man ja nicht gerade nüchtern.“ Kein Wunder, dass die zwei Verteidiger Axel von Irmer und Michael Liedtke für ihre Mandanten Freispruch forderten – allerdings vergeblich. Nach vierstündiger Beweisaufnahme hielt Amtsrichter Tim Borgers das Quartett – zwei waren anwaltlich nicht vertreten – für überführt.

„Es ging da drunter und drüber, es war ein einziges Chaos“, erinnerte sich eine Zeugin aus dem Haus. Ein anderer machte über einen Gast folgende Beobachtung: „Irgendwann nahm der seine Zähne ‘raus, sagte: Los, lass was kommen.“ Als „nichts kam“, habe derjenige seine Zähne wieder in den Mund geschoben.

Dabei sei die Stimmung erst „richtig schön“ gewesen, erinnerte sich einer der Angeklagten. „Dann kam Dennis ‘rein und sagte: „Ich mach Dich kaputt“. Da sei seine Freundin „etwas nervös“ geworden. Es kam zur Rangelei, „dann schloss mich Sebastian im Badezimmer ein“. Wie gesagt, es war ein denkwürdiges Silvesterfest. Dieses Jahr wird es wohl ruhiger zugehen in dem Haus – die Familie ist inzwischen ausgezogen.

Kathrin Melliwa



Kommentare
20.10.2012
10:22
Zu Silvester flogen Flaschen und Fäuste
von Elwing | #1

lol ist das peinlich

Aus dem Ressort
Nach Streit mit Ex-Freundin Feuer gelegt
Prozess
Drei Jahre und drei Monate muss ein 36-Jähriger ins Gefängnis, der nach einem Streit mit seiner früheren Freundin deren Wohnung in Brand setzte. Dass eine Zigarette das Feuer verursachte, glaubten die Richter dem Angeklagten nicht.
37-Jährige wegen Messerstich auf Lebensgefährten verurteilt
Messerstich
Ein Jahr und neun Monate auf Bewährung sowie 100 Sozialstunden lautet das Urteil für eine 37-jährige Mutter, die im November 2013 mit einem Küchenmesser auf ihren damaligen Lebensgefährten einstach. Ein Streit um den gemeinsamen Sohn war der Auslöser für die Tat.
21-Jähriger muss fünf Jahre in Haft
Prozess
Auf eine lange Haft hatte sich der 21-Jährige schon lange einstellen dürfen. Sechs Spielhallen hatte er überfallen, und da kam er am Landgericht Essen mit fünf Jahren Jugendhaft noch relativ milde davon. Seine ein Jahr ältere Freundin verurteilte die III. Jugendstrafkammer wegen Beihilfe zu zwei...
Früherer Einkaufsleiter belastet Middelhoff
Prozess
Seinen persönlichen Einsatz zur Senkung der Druckkosten für die Kataloge von Quelle und Neckermann hatte Thomas Middelhoff mehrfach in seinem Untreue-Prozess am Landgericht Essen angeführt. Doch dem widersprach jetzt ein früherer Arcandor-Manager.
Verurteilter Gribkowsky stützt Ex-Arcandor-Chef Middelhoff
Arcandor-Prozess
Im Arcandor-Prozess wegen Untreue in Millionenhöhe bekam Thomas Middelhoff am Donnerstag Unterstützung von Gerhard Gribkowsky. Der Ex-Banker hatte sich von Formel 1-Chef Bernie Ecclestone mit 30 Millionen Euro bestechen lassen und war deshalb zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden.
Umfrage
Die Städte in NRW fordern viele Millionen von Bund und Land, um marode Straßen zu reparieren . Wie zufrieden sind Sie mit dem Zustand der Straßen?
 
Fotos und Videos
Auftragskiller verurteilt
Video
Kriminalität
Streit unter Nachbarn
Video
Recht
Mafia-Morde in Duisburg
Bildgalerie
Mafia-Krieg