Sozialarbeiter soll Drogenkranke befummelt haben

Herausforderung Schoeffenamt
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Ein Sozialarbeiter der Schwerter Drogenberatung hat eingeräumt, eine Klientin befummelt zu haben. Das Hagener Schöffengericht sprach nun sein Urteil.

Schwerte.. Während des Beratungsgesprächs soll ein Mitarbeiter der Drogenberatungsstelle in Schwerte eine Klientin befummelt haben. Das Schöffengericht verurteilte ihn deshalb am Freitag zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung. Das bestätigte der Direktor des Hagener Amtsgerichts, Oliver Hoffmann, am Montag auf Anfrage.

Verurteilt wurde der Sozialarbeiter wegen "Sexuellen Missbrauchs in einer Beratungssituation". Dabei habe sich der Tatvorwurf aber im unteren Bereich der Tatbestände von sexuellem Missbrauch bewegt, betonte Hofmann. Allerdings kam strafverschärfend hinzu, dass es sich um ein Beratungsgespräch gehandelt hatte.

Nicht mehr im Beratungsdienst tätig

Die Geschädigte sei eine Klientin der Drogenberatung gewesen, die im Rahmen des Methadonprogramms betreut wurde. Weil der Berater vor Gericht geständig war, musste die Frau nicht vom Schöffenrichter vernommen werden. Dennoch ist das Urteil bislang nicht rechtskräftig, betonte Amtsgerichtsdirektor Hoffmann.

Die stellvertretende Pressesprecherin des Kreises, Birgit Kalle, erklärte am Montag auf Anfrage: Der Leiter der Drogenberatung im Kreis habe den Fall zur Anzeige gebracht. Der betroffene Mitarbeiter sei seit dem Bekanntwerden der Vorwürfe nicht mehr im Beratungsdienst tätig. Er dürfe auch nicht mehr alleine in einem Büro arbeiten. "Allerdings gilt bis zu einem rechtsgültigen Urteil die Unschuldsvermutung", betonte Birgit Kalle.

Schwerter Drogenberatung

Die Drogenberatung im Kreis Unna unterhält Beratungsstellen in Unna, Lünen und Schwerte. Die Schwerter Anlaufstelle ist im Haus der Diakonie untergebracht. Hier haben Drogensüchtige und deren Angehörige aus Schwerte und Fröndenberg eine Anlaufstelle. Betrieben wird die Drogenberatung im Kreis von einer gemeinnützigen GmbH, die 2011 aus dem Verein "Anonyme Drogenberatung Unna" hervorgegangen ist und zu 100 Prozent dem Kreis gehört.