Mörder lebte zwei Tage neben seinem toten Opfer

Hier wurde nachts die Leiche entdeckt: Die Polizei hat den Fundort mit Kreide markiert.
Hier wurde nachts die Leiche entdeckt: Die Polizei hat den Fundort mit Kreide markiert.
Foto: Peter Fiedler
Was wir bereits wissen
Weil seine Bitte um zehn Euro abgewiesen wurde, tötete ein 46-jähriger Bauarbeiter aus Lünen im November letzten Jahres seinen Mitbewohner mit einem Messer und ließ daraufhin die Leiche zwei Tage in seiner Wohnung liegen, bevor er sie entsorgte. Nun wurde der Mann wegen Totschlags zu acht Jahren Haft verurteilt .

Lünen.. Zwei Tage lebte er neben einer Leiche, dann legte er den toten Körper seines Mitbewohners vor die Mülltonnen des Horstmarer Mehrfamilienhauses und wartete auf die Polizei: Ein 46-jähriger Bauarbeiter ist am Donnerstag vom Landgericht Dortmund wegen Totschlags zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

Die Bluttat ereignete sich in den Abendstunden des 2. November 2012. Der Angeklagte wollte seinen Mitbewohner um zehn Euro für den Wochenend-Einkauf bitten, wurde von diesem aber schroff abgewiesen. "Er hat nur gebrummt, ich soll mir endlich Arbeit suchen", sagte der Pole vor Gericht. "Da bin ich wütend geworden und habe das Messer genommen."

Opfer hatte fast 5 Promille Alkohol im Blut

Bei der Obduktion der Leiche stellte der Rechtsmediziner später eine zwölf Zentimeter tiefe Stichverletzung im Hals fest. Darüber hinaus waren Kopf, Arme und Oberkörper des Opfers mit Schnitten übersät. "Ich weiß auch nicht, warum ich das gemacht habe", stammelte der 46-Jährige.

Der Mann war erst wenige Wochen vor der Tat aus Polen nach Lünen gekommen, um hier schwarz auf dem Bau zu arbeiten. Dieses Vorhaben war ihm jedoch nicht gelungen.

Vor der Tat hatte der Pole selbst reichlich Alkohol getrunken. Sein Mitbewohner hat ihn dabei aber noch um Längen übertroffen. Im Blut der Leiche wurden später fast 5 Promille Alkohol festgestellt.